MORBID ANGEL | DESERTED FEAR

19.11.2014 - Berlin @ Postbahnhof

Nach einigem Hickhack in meinem beruflichen Umfeld schaffte ich es doch noch, an diesem scheißekalten Abend meinen Arsch in Richtung Postbahnhof zu bewegen, um dort der von mir lange entgegengefieberten Berlin Premiere der Komplett-Darbietung des Morbid Angel Klassikers “Covenant“ beizuwohnen. Dummerweise fand in der direkt daneben liegenden O² World an diesem Abend ein Gastspiel von Linkin Park statt, wodurch die Berliner S-Bahn überfüllt war mit Freizeit-Rockern, die einmal im Jahr meinen, einen auf hart machen zu müssen. Witzigerweise tranken die Kerle Becks Lemon und die in CKOne eingehüllten weiblichen Begleitungen Prosecco aus der Dose. Ohja, das ist der wahre Rock’n’Roll Spirit!

Kurz vor dem Postbahnhof fragte mich dann so ein Kerlchen in blitzblank gewienerten NB Sneakers und Pudelmütze auf dem Kopp, ob ich denn noch eine Karte übrig hätte, was ich verneinte mit dem Hinweis, dass es noch genügend Tickets an der Abendkasse gebe. „Hä? Das ist doch seit Monaten ausverkauft?“ meinte dazu das bebrillte Nerdielein…Ich erwiderte „Nee, für Morbid Angel gibt es noch genug Tickets…“…und lies das vollkommen verdutzte Menschlein im langsam einsetzenden Nieselregen zurück. Gaudi pur!

Der erste Schreck dann in der Location, denn statt in der großen Halle wurde die Bühne im eigentlichen Vorraum aufgebaut, wo ansonsten das Merch veräußert wird was zur Folge hatte, dass Deserted Fear Mercher und Rogash Frontmann Erik kurz hinter dem Eingang in der Kälte die bedruckten Leibchen an den Mann (und natürlich die Frau) brachte. Doofe Aktion in meinen Augen aber Respekt an Erik, der an diesem Abend noch zurück nach Thüringen düste, um zwei Tage später wieder in Berlin und zwar diesmal beim 5.Stromgitarrenfest mit seiner Hauptband den Anwesenden die Scheiße aus dem Leib zu prügeln. Nun aber zum Elementaren…
Mehr als pünktlich um 19:56 Uhr ertönte dann das Intro und das Thüringer Abrisskommando von Deserted Fear betrat die extremst kleine Bühne, um den bereits jetzt schon recht zahlreich anwesenden zu beweisen, warum man (zurecht) als die kommende Death Metal Sensation Deutschlands (wenn sie es nicht jetzt schon bereits sind) in allen Medien gefeiert werden. Selbst die Mannschaft des Recordlabels FDA Rekotz, allen voran Labelchef Rico, ließen es sich nicht nehmen, vom Opener „Forging delusions“ an mächtig die Rübe kreisen zu lassen.

Leider war der Sound in den ersten Reihen ziemlich hell und weiter hinten etwas verwaschen, was aber nicht störte, denn der nunmehr komplette Vierer (näheres dazu im kommenden Interview) brannte ein Feuerwerk des tiefergestimmten C’s ab und das Volk erhob anerkennend mehr als einmal die Hand zur Pommesgabel. Die Songs vom vielgepriesenen Debüt „My empire“ wie „Nocturnal frags“ oder dem Überhit „Field of death“ hielten sich mit den neuen Krachern der Sorte „Wrath in your wound“ und natürlich dem Ohrwurm „Mortal reign“ die Waage, was den noch mit der Band nicht vertrauten Zuschauern einen repräsentativen Querschnitt des kreativen Schaffens der Eisenberger Buam bot. Schade nur, dass aufgrund der beengten Bühne das sonst so kurzweilige Posen der Jungs etwas zu kurz ausfiel, was der allgemeinen Stimmung aber kein Abbruch tat und somit bewiesen Deserted Fear eindrucksvoll, dass sie vollkommen zurecht mit den Altmeistern touren dürfen. Großartig!

Setlist:
Forging delusions
Battalion of insanities
Kingdom of worms
Wrath on your wound
Nocturnal frags
Field of death
Mortal reign
The black incantation
Bury your dead
Was nun kommen sollte, war im Vorfeld schon zur Genüge ausgeschlachtet worden und dennoch machte sich eine gespannte Vorfreude breit, denn das komplette „Covenant“ Album gab es so noch nie im Set der morbiden Engel…und ich sollte nicht enttäuscht werden. Der Sound war wuchtig und verlieh den Klassikern den nötigen Bumms…da machte es auch nichts aus, dass David Vincent, Trey Azahthoth und Thor Anders Myhren einmal mehr den Aktionsradius eines Bierdeckels auf der Bühne hatten. Ok, Songs wie „Vengeance is mine“, „The lion’s den“ oder „Angel of disease“ brauchen auch die vollste Aufmerksamkeit der jeweiligen Protagonisten, die dann aber auch dementsprechend frisch und ambitioniert klangen.

Nachdem „Covenant“ zur Gänze performt wurde, gab es dann noch einige Klassiker aus dem umfangreichen Repertoire der Todesblei Pioniere, wobei ich allerdings ziemlich enttäuscht war, dass es mit „Immortal rites“ lediglich nur ein Song des legendären „Altars of madness“ Albums in die Setlist schaffte, wo hingegen einem solch unwichtiges Album wie „Heretic“ mit „Curse the flesh“ gehuldigt wurde. Ebenso wenig kann man „Existo vilgore“ vom 2011er Album „Illud divinum insanus“ als „Classic“ bezeichnen. Dafür gab es aber mit „Fall from grace“, „Where the slime live“ und dem Überhit vom „Gateways to annihilation“ Album, „Ageless, still I am“ extremst exzellente Perlen, die ich seit Ewigkeiten live nicht mehr gehört habe. Insofern muss man ganz klar Morbid Angel attestieren, einen megageilen Gig auf die Bretter gelegt zu haben und erneut ihre majestätische Übermacht perfekt zelebrierten. Ein Abend, den ich so schnell nicht vergessen werde!

Setlist:
Rapture
Pain divine
World of shit (The promised land)
Vengeance is mine
The lion’s den
Blood on my hands
Angel of disease
Sworn to the black
Nar mattaru
God of emptiness
Where the slime live
Bil Ur-Sag
Ageless, still I am
Curse the flesh
Existo vulgore
Immortal rites
Fall from grace

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