SCORPIONS | BEYOND THE BLACK

02.12.2016 - Berlin @ Mercedes Benz Arena

Donnerwetter! Was für ein Abend! Im Nachhinein muss ich Klaus Meine noch einmal herzlichst dafür „danken“, dass den Mann im April eine Kehlkopfentzündung lahmlegte, da ich trotz einer Akkreditierung zu dem Zeitpunkt in London weilte und somit dem Ereignis gar nicht hätte beiwohnen können und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein grandioses Konzert verpasst hätte, von dem ich und Christian Meschonat, der sich ebenfalls in der Halle aufhielt, nur Gutes zu berichten haben.

Im Vorfeld gab es allerdings ein paar Ungereimtheiten, denn seitens des Veranstalters hieß es plötzlich: Seid pünktlich um 20 Uhr da, da beginnen gleich die Scorpions…und was war mit Beyond the black? Gut, dass es in solchen Fällen Facebook gibt, denn eine Nachfrage bei der etwas überraschten Band ergab: Keine Panik, sie würden spielen.

Klar ist es für eine solchen Act nicht unbedingt ein leichtes Unterfangen, für solch eine Legende zu eröffnen und schon gar nicht mit einer komplett runderneuerten Mannschaft hinter Sängerin Jennifer Haben, die ja im Frühjahr mit einem Paukenschlag das alte Line-Up hinwegfegte. Mag man von halten, was man will, aber die neue Truppe hat musikalisch meines Erachtens eine ganze Menge mehr drauf, was die quasi Neuinterpretationen der vier vom ersten Album „Songs of love and death“ stammenden Songs in der Setlist verdeutlichten. Leider fehlte mir so ein bisschen der Schmutz in der Stimme der zierlichen Frontfrau, gerade beim Motörhead Cover „Love me forever“, welches man sich meines Erachtens lieber hätte klemmen sollen, denn es ist gerade dieser Song, der mich so oft an Lemmy erinnert und dieses Cover hatte nicht viel gemein mit dem Original. Dem Volk allerdings gefiel es, wobei ich 20€ wette, dass nicht einmal 1/3 in der Halle jemals von diesem Song auch nur ansatzweise gehört haben. Warum gab es allerdings lediglich 2 Stücke vom aktuellen „Lost in forever“-Album? Der Sound war stimmig, musikalisch wars ok und es gab im weiten Rund gute Resonanzen. Folglich: Alles richtiggemacht! Meschonat, übernehmen Sie! [od]

Lost in forever
Drowning in darkness
Love me forever
In the shadows
Shine and shade
Running to the edge
50th Anniversary Tour! 50 Jahre Scorpions! Wenn ich heute auf meiner Couch liege und rekapituliere, dann komm ich zum Schluss, die Jungs aus der Nähe von Hannover sind immer noch nicht alt! Am Freitag holten die Scorpions endlich ihr Konzert vom März nach! Klaus Meine ist damals krank geworden und im Nachhinein freue ich mich, dass das Konzert damals verschoben wurde. Schließlich hatte ich so die Möglichkeit Mikkey Dee als neuen Drummer von den Scorpions in Action sehen können. Und alleine wie die Energie von Mikkeys Art Schlagzeug zu spielen auf das Publikum überschwappt ist, war phänomenal.

Am Freitag wurde ich in der Mercedes Benz Arena durch eine Zeitreise der Scorpions Geschichte mitgenommen. Mit den 70er fing alles an… auch kleine Geschichten von Klaus, über Gigs in der Dachluke erinnerten an die damalige Zeit. Mit den gespielten Songs konnte eigentlich jeder zufrieden sein. Hardcorefans hatten ihre kleinen Perlen und auch ein neues Stück mit dabei! Fans die gekommen sind um einmal im Leben noch die Scorpions zu sehen, wurde mit den Klassikern wie „Send Me An Angel“, „Rock You Like A Hurricane“ oder „Still Loving You“ beglückt und ließen da kaum Wünsche offen. Klar, auch der Ultragassenhauer „Wind of Change“ war dabei.

Letztendlich haben die Scorpions meiner Meinung nach die Halle gerockt. Ich sage mir immer Mensch, die Typen da oben sind teilweise Ende 60! Und das Beste was ich sehen konnte war, dass sie nach 50 Jahren auf der Bühne im Alter immer noch Spaß haben Mucke zu machen. Matthias Jabs hatte ein Dauergrinsen im Gesicht, wenn er ins Publikum schaute. Bei seinen vielen Soli stand er mit geschlossenen Augen da und genoss jeden einzelnen Ton. Rudolf Schenker könnte eigentlich Werbung für Duracel machen. Wenn ich in dem Alter noch so über die Bühne flitzen kann, dann wird mir vor dem Alter nicht angst und bange. Paweł Mąciwoda ist für mich irgendwie der Ruhepol der Band… aber dann siehst du ihn wie er auf der Bühne von links nach rechts läuft. Klar er hält sich doch eher im Hintergrund auf, aber seine Basslines sind genauso wichtig, wie die markante Stimme von Klaus Meine. Der kommt übrigens stimmlich immer noch in die oberen Regionen… auch hier muss ich echt meinen Respekt zollen, aber das kommt nicht von ungefähr! Nach dem Konzert in Prag habe ich ihn abends in der Hotelbar gefragt wie er das macht? So eine lange Tour, so viele Konzert und die Stimme ist immer noch präsent. Er meinte nur zu mir: eiserne Disziplin. Das bedeutet nach dem Konzert wird nicht viel geredet, Stimme schonen. Auch ein Tee beruhigt das Gesangsorgan. Nicht gerade Rock N Roll aber wenn das bedeutet, dass er noch 50 weitere Jahre singen kann… okay. Wer bin ich das zu kritisieren?

Wo wir gerade bei den Kritikern sind, Deutschland… Heimatland der Band und nirgends spaltet die Band so sehr die Menschen. Auf der einen Seite die langjährigen Fans, die der Band regelrecht hinterher reist. Auf der anderen Seite die Menschen, die die Scorpions immer belächeln und pfeifend durch die Gegend rennen, wenn man sie drauf anspricht! Okay, alles Geschmackssache, aber ich wette die meisten haben die Scorpions noch nie gesehen, haben Vorurteile und pflegen diese bis aufs Letzte! Ich gebe euch einen Rat, schaut sie euch an! Ich hab am Freitag einen Kumpel mit zum Konzert genommen, auch er war zuerst eher zurückhaltend! Als er dann die ersten Songs wie „We Built This House“ hörte, änderte er ganz schnell seine Meinung! „Ey die rocken ja doch ganz schön“, „coole Riffs und geile Gitarrensoli“ sind Sätze die im Anschluss gefallen sind! Tja so sieht es aus und alles das kann ich nur bestätigen. Mega Videoleinwände im Hintergrund lassen alles irgendwie riesig wirken. Kein großen Schnick Schnack… einfach nur Mucke.

Einfach nur Mucke lieferte auch Mikkey Dee ab! Was zur Hölle war das bitte für ein geiles Drummsolo? Ich hatte erst ein paar bedenken, ob ihm eventuell nicht langweilig wird? Er machte jetzt nicht so den Eindruck, konnte sich dann aber auch im Drumsolo nochmal richtig ausleben. Mit „Overkill“ und riesigen Lemmyfotos auf den Videoleinwänden, hat man übrigens ein schöner Tribut an die Rock N Roll Legende und alten Bandkollegen von Mikkey gegeben!

Gibt es eigentlich auch was Negatives? Man kann ja nun nicht alles in den Himmel loben! Ja, auch das gibt es. Zum einen wurden meine Freunde, die Konfettikanonen wieder einmal gezündet…. wer zu Hölle braucht sowas? Das macht das Bier nur dick und man bekommt den Mist nicht aus den Haaren! Und zweitens, der Sound in der Mercedes Benz Arena. Die Halle ist so groß und es spielen die größten Stars hier… der Sound allerdings ist so bescheiden, dass mir fast der Spaß vergangen ist. Blechernd, viel zu viele Höhe und teilweise echt zu leise und ich war schon fast vor den Türmen! Aber dieses Problem ist ja bekannt!

Fazit: Ich bin immer wieder erstaunt wie die Scorpions mich in ihren Bann ziehen können. Die Jungs haben Spaß am Spielen und das bringen sie auch rüber! Sie fliegen über die Bühne wie vor 20 Jahren und instrumental sowie stimmlich bin ich mehr als zufrieden! Liebe Grüße an die Band… wenn ihr nochmal ne Tour machen solltet, dann sagt mir Bescheid!!! Ich komme gerne wieder vorbei![cm]

Anmerkung von Olaf:
Man darf bei dem Drumsolo auf keinen Fall den Drumriser vergessen, der Mickey fast bis unter das Hallendach zog und Klaus Meines Aktion, der bei „The zoo“ an die hundert Drumsticks ins Publikum warf. Da musste man schon in den vorderen Reihen (wo ich stand und nicht pofig saß wie der Herr Meschonat, aber das nur am Rande…) zwei linke Hände mit zehn Daumen haben, um NICHT einen Stick abzubekommen. Eine Dame vor mir schrie irgendwann: Es reicht! Ich habe schon drei…Sachen gibt’s!

P.S. Ich weiß ja nicht, was Du für ein Bierbecher hattest, mein lieber Christian, aber bei einem Schnipsel in der Größe von 2x5 cm (nachgemessen, hatte Zuhause noch welche) kann gar nicht so viel reinfallen. Apropos Bierbecher: Für jedes Scorpions Album gab es einen. Das bedeutete bei 50 Jahre Scorpions: Wollte man alle Alben als Souvenir-Becherchen mit nach Hause nehmen, wäre man am Ende des Abend strunzvoll und bei den Schweinepreisen in dieser Arena arm wie eine Kirchenmaus gewesen. Ich war keins von beiden..hurra!. [od]

Going out with a bang
Make it real
The zoo
Coast to coast
70er Medley
  • Top of the bill
  • Steamrock fever
  • Speedy’s coming
  • Catch your train
We built this house
Delicate dance
Acoustic Medley

  • Always somewhere
  • Eye of the storm
  • Send me an angel
Wind of changeRock’n’Roll bandDynamiteOverkill (+Drumsolo)BlackoutNo one like youBig city nightsStill loving youHoliday (A cappella)Rock you like a hurricane

Die Zephyr's Odem Crew

Olaf Dibowsky [od] | Christian Meschonat [cm]

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