LUCA TURILLI’S RHAPSODY | IRON MASK | ASYLUM PYRE

21.01.2016 – Berlin @ Columbia Theater

Seit über 11 Jahren habe ich Rhapsody nicht mehr live gesehen, weil sie entweder zu illusorischen Preisen mit Manowar auf Tour waren, sich hierzulande rar machten, oder weil ich nach dem Split einfach nicht mehr up to Date war. Umso erfreulicher die Herren um Luca Turilli mal wieder auf der Bühne zu erleben, und da der Abend für mich mit einem Interview des Maestros begann, einem selten entspannten und außergewöhnlich freundlichem und bodenständigen Menschen, war der erste Eindruck gleich mal ein positiver. Vom Backstage im Columbia Theater, dem ehemaligen Columbia Club, angekommen, stellte sich vor allem der Eindruck ein, dass der Laden am heutigen Donnerstagabend relativ leer aussah, was anhand dessen was noch kommen sollte schade war.

Die Franzosen von Asylum Pyre eröffneten den Abend, mit relativ straightem Metal, der irgendwo zwischen traditionellem Heavy Metal und Melodic Metal zu verorten ist und gerne mit vielen elektronischen Synthiesounds angereichert wird. Schnörkellos und eingängig und meistens um die 4 Minuten lang sind ihre Songs, die in energetischer Manier vorgetragen werden. Hierbei sticht Frontfrau Heidi besonders hervor, die von relativ mittigem Cleangesang bis hin zu Growls eine Menge anbietet und versucht das spärlich erschienene Publikum anzuheizen. Leider haben die Franzosen mit einem relativ miesen Sound zu kämpfen, der die Leads oft komplett verschluckt und auch den Gesang nicht gerade hervorhebt. Stattdessen gibt es eine Wand aus Schlagzeug, Bass und Rhythmusgitarre, und hier und dort eben die Synthies, aber auch der Sound vermag nicht zu verschleiern, dass Hingucker Heidi in meinen Augen etwas an ihrem stark französischem Akzent und der damit oft einhergehenden nasalen Stimme arbeiten sollte. Für Chanson mag diese Art von Gesang passen, in der Musik Asylum Pyre’s finde ich es oft etwas schwach. Mit ihren beiden Hits „Only your soul“ und „Unplug my Brain“ verabschiedet sich das Quintett nach 35 Minuten und wird mit einem Höflichkeitsapplaus verabschiedet.

Intro: In Hayao’s Arms
Spirited Away
The Silence of Dreams
Second Shadow
These Trees
Instants in Times
Only your Soul
Unplug my Brain

Irgendetwas scheint nach dem Umbau im Columbia Theater noch nicht zu stimmen, den auch Iron Mask wurden einmal mehr um die Höhen beraubt und damit um viele Leadharmonies, und ganz ehrlich: Wie zum Teufel soll neoklassizistischer Heavy Metal gut kommen, wenn man den Shreddermeister nicht hört? Und so war es dann auch kaum verwunderlich, dass die Belgier um Saitenhexer Dushan Petrossi, der nicht nur spieltechnisch, sondern auch in seinem Stageoutfit wie der unehelicher Bruder von Yngwie Malmsteen daherkam, es schwerer hatten als unbedingt nötig. Die Musik war deutlich Hardrock beeinflusst, hier und da flotter als noch die Nachbarn, alles in allem aber auch sehr eingängig und vor allem deutlicher passender als die Vorgänger und trotzdem schaffte man es nicht, das Publikum richtig zu begeistern. An Sänger Arturo Almeida lag es nicht, denn er war stimmlich auf der Höhe und motivierte das Publikum wo er nur konnte und auch das Set war mit „Holy War“, „Feel the Fire“ und „Rebel Kid“ gut gemischt. Am Ende wollten die Meisten wohl vor allem Rhapsody sehen und auch Iron Mask können sich beim Soundmann bedanken, dass sie hier um ihren Erfolg gebracht wurden, auch wenn ihr Abschluss „Like a Lion in a Cage“ bei manchen schon etwas Vorfreude weckte.

Black as Death
Holy War
Crystal Tears
Feel the Fire
Forever in the Dark
Rebel Kid
Like a Lion in a Cage

Der Unterschied zu Luca Turilli’s Rhapsody wurde schnell sehr deutlich, und das nicht nur in soundtechnischer Hinsicht. Der ganze Abend war nicht nur einfach ein Konzert sondern eine Gesamtinszenierung, die wie ein guter Hollywood Blockbuster mit einem Videovorspann mit Nennung aller Musiker zum Intro „Nova Genesis“ begann. Dann schmetterte man mit „Knightrider of Doom“ ein Rhapsody Klassiker ins Publikum und auch wenn auch der Sound noch klarer aus den Boxen hätten kommen können, hier stimmte fast alles. Vom kompositorischen Anspruch über die Orchestersounds bis hin zu einer wahnsinnig spielfreudigen Band, die trotz maximal 250 Leuten im Club mit breitem Grinsen über die Bühne huschte und das Publikum sofort im Rücken hatte.

Das Set zog sich, durch die gesamte Rhapsody Historie und beinhaltete Klassiker wie „Land of Immortals“,„Unholy Warcry“, oder „The Pride of the Tyrant“, streifte die Luca Turilli Soloalben mit „War of theUniverse“ und „Demonheart“ und natürlich die letzten beiden, unter dem Namen Luca Turilli’sRhapsody veröffentlichten Werke. Sänger Alessandro Conti hatte also die schwierige Aufgabe Sängerwie Fabio Lione und Olaf Hayer zu interpretieren, was er wie schon auf CD stimmlich absolut hervorragend meisterte. Doch nicht genug, denn neben Alessandro wurden für mehrstimmige Passagen noch eine Sopranistin und ein weiterer Tenor engagiert, die ab und an die Bühne betraten, um die visuelle Komponente nicht zu vernachlässigen liefen im Hintergrund passende Videosequenzen und auch spektakuläre und zugleich unterhaltende Soloeinlagen, wie die von Drummer Alex Landenburg, der das Game of Thrones Thema verarbeitete, oder Bassist Patrice Guers, durften hier nicht fehlen.

Nach einer atmosphärisch ungeheuer dichten Show, schloss man das reguläre Set mit „Dawn of Victory“, bevor man zur Zugabe natürlich zu „Emerald Sword“ die letzten Soloattacken und Positionswechsel präsentierte, bis man letztendlich zum Abspann die Bühne verließ.

„Wer nach außen schaut, träumt. Wer nach innen blickt, erwacht.“ Carl Gustav Jungs Zitat zierte die Leinwand, als schlussendlich das Licht ausging. Ganz im Jargon der Musik kann man hier nur von ganz großem Kino sprechen, vorgetragen durch eine extrem vitale und spielfreudige Truppe angeführt von einem grandiosen Sänger und einem hochsympathischen Gitarristen, der vor allem Komponist ist. Ein kleiner Wehmutstropfen war der Sound, und das einzige Manko die halbleere Halle, denn dieser Abend hätte mehr Zuschauer verdient, dafür war die Qualität der gebotenen Musik zu hoch. Die Anwesenden schienen jedoch dennoch dankbar und ich bin es ebenso, hoffentlich kommen sie bald wieder.

Nova Genesis (Ad splendorem angeli triumphantis)
Knightrider of Doom
Rosenkreuz (The Rose and the Cross)
Land of Immortals
Aenigma
War of the Universe
Ira Divina
Unholy Warcry
Son of Pain
Prometheus
Game of Thrones Drum Solo
Il cigno nero
The Pride of the Tyrant
Tormento E Passione
Demonheart
Bass Solo
Of Michael the Archangel and Lucifer’s Fall, Part II: Codex Nemesis
Dark Fate of Atlantis
Of Michael the Archangel and Lucifer’s Fall
Dawn of Victory
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Quantum X
Ascending to Infinity
Emerald Sword

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