TANKARD | REACTORY | TRACER | FIRST AID

02.12.2017 – Berlin @ BiNuu

Wer sich Thrasher nennt kam an diesem Abend nicht am BiNuu vorbei, denn die Frankfurter Bembelschwinger hatten sich angekündigt und ganz nebenbei mit Tracer, First Aid und Reactory das Beste an Berliner Thrash Metal als Support aufgeboten, was man derzeit in der Hauptstadt so findet. Dementsprechend fett lief der Vorverkauf und auch die restlichen, noch übrig gebliebenen Tickets fanden an der Abendkasse reißenden Absatz, so dass das von uns präsentierte Konzert das „Ausverkauft“-Schild aufhängen konnte.

Als pünktlich um 19 Uhr dann die Lichter ausgingen und First Aid die Bühne betraten, war die Hütte angemessen gefüllt, wie auch viele der Anwesenden, die den Keksgrinder und seine Kumpanen ziemlich heftigst abfeierten. Selbst deren Labelchef Duck stand mit einem zufriedenen Grinsen vor der Bühne und beobachtete das bunte Treiben und den beinharten Thrash des Fünfers, der zwar mit einem guten Sound aufwarten konnte, doch teilweise ein wenig zu laut rüberkam. Soundguru Jacky übertrieb sein selbstauferlegtes Credo ein klein wenig, so dass das Quintett zuweilen ein klein wenig konfus rüberkam und man im hinteren Teil des Clubs der Meinung sein konnte, man spiele gegen- statt miteinander. Ich persönlich, der sich direkt vor der Bühne aufhielt, konnte das so nicht bestätigen und fand das hier Dargebotene bärenstark, vor allem wenn die messerscharfen Soli geflogen kamen. Max verdrosch gekonnt seine Felle und der Keks durfte auch mal wieder von der Bühne hopsen. Das war fett, machte Spaß und die Leute waren bereits nach der ersten Band auf einem extrem hohen Level angekommen.

Tracer spielten an diesem Abend ihren gefühlten dreihundertvierundsechzigsten letzten Gig, was schon so langsam zu einem Running Gig…äääh…Gag mutiert, die Freude an dem hier Erlebten aber keineswegs schmälerte. Im Gegenteil, denn die Bande um Space Chaser Gitarrist Leo begeistert seit je her die Leute mit ihrem herrlich Ostküsten-lastigen US Thrash Metal, der so manche Birne Linda-Blair-like auf links drehte. Es herrschte vor und auf der Bühne reges Treiben und auch hier fällt der Arbeitsnachweis mehr als positiv aus.

Reactory haben eine so herrliche Fuck You Attitüde und dazu noch einen arschvoll bärenstarke Songs im Programm, so dass ich mich bereits im Vorfeld diebisch auf die zweite Band aus dem Iron Shield Stall freute. Diese Vorfreude war dann auch mehr als berechtigt, denn das Quartett fackelte nicht lange und bließ zur Attacke auf das nun proppenvolle BiNuu. Die ersten Diver enterten die Bühne, es surften die Leute durch die Crowd und dermaßen angestachelt feuerten Reactory eine Granate nach der anderen in die wogende Masse. Eine helle Freude und ein ganz feiner Abriss, den die Herren hier feilboten. Ich freue mich auf hoffentlich bald erscheinendes neues Material.

Das bei den nun folgenden Tankard vor der Bühne reges Gedränge herrschte, dürfte selbst dem Letzten klar gewesen sein, dass allerdings auf den links hinter mir sitzenden Rolli-Fahrer kaum Rücksicht genommen wurde und die pogende Masse ein ums andere Mal auf ihn fiel, fand ich persönlich ziemlich daneben, war aber auch den mehr als beengten Platzverhältnissen geschuldet, die nun hier vorherrschten. Tankard jedenfalls waren angesichts der nun völlig ausflippenden Masse hellauf begeistert und zeigten dieses auch auf der Bühne. Ein grandioses Hit-Potpourri gepaart mit den Songs des aktuellen Albums „One foot in the grave“ sorgte für ausufernde Stimmung und die Diver kamen nun im Minutentakt geflogen. Der Sound war fett, die Band in übelster Spiellaune und Gerre begeisterte wie eh und je mit seiner Ausstrahlung, seinen Ansagen und seiner gesamten Bühnenpräsenz. Die vier Frankfurter bewiesen eindrucksvoll, warum sie seit so vielen Jahren mit Fug und Recht zum Besten gehören, was der teutonische Thrash Metal zu bieten hat. Darüber, dass unter den Anfeuerungsrufen des nunmehr wieder etwas beleibteren Sängers und dessen Managers und Szeneikone Buffo die Frankfurter Eintracht Tags darauf im Berliner Olympiastadion meine Hertha besiegte, decke ich hier mal das Mäntelchen des Schweigens. Ein grandioser Abend und eine fantastische Huldigung an den Thrash Metal.

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