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DRUDENSANG – Tuiflsrjitt (2022)

(7.862) Patty (11/10) Black Metal


Label: Folter Records
VÖ: 30.04.22
Stil: Black Metal


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Die bereits 2013 gegründete Band DRUDENSANG lädt uns mit ihrer neuen Scheibe „Tuiflsrijtt“ auf eine dunkle Reise durch alte, dunkle Traditionen, Mythen und Sagen ein.

Bereits im Opener „Krampen erwacht – Aufbruch“ kann man schon erahnen, welche musikalische Finsternis auf den Hörer einprasseln wird. Ambientartige Töne, Kettengerassel, Rabengesang und das Heulen des Windes untermalen die fernen, aber herannahenden Kuhglocken, die zur Ausstattung der Krampen gehört, allerdings nichts Positives für den Menschen bedeutet. Bereits jetzt fühle ich mich im Bayrischen Wald gefangen, wo die Band auch beheimatet ist.

„Hexntreyber“ wird mit kalten Gitarren und den typisch kalt-keifendem Gesang von Sänger Kràmpn eingeleitet. Das Trommelgewitter an den Drums reiht sich heftig in den Wahnsinn ein und sorgt für die perfekte Melancholie neben den teils schleppenden Riffs. Sinngemäß steht der Titel „Seelengift“ für das geisteskranke Spiel der Druden und Teufel mit den Lebensfäden der Todgeweihten, in deren Leiber mit dreckigen Eiterklauen das Gift hinein gerammt wird. Vermutlich wurde die Band selbst Opfer der Druden, denn in „Seelengift“ wird mit knallhartem Tempo gezockt, dass einem die Spucke weg bleibt ohne den Hang zur Atmosphäre zu verlieren.

 

Der Titeltrack bringt wieder geballte Melancholie ins Ohr. Kraftvolle, melodische Riffs, gejagt vom beißendem Gesang pfeffern uns wieder in nebelverhangene Wälder und Berge. Nun gibt es für niemanden mehr ein Entkommen, im Takt der Drums kleben uns die Teufel, Krampen und Dämonen an den Fersen. In „Rutengang – Ritus der Habergoaß“ darf das erste Mal ein wenig verschnauft werden. Sanftes Gitarrenspiel und dezent gehaltene Synthies führen uns in ein weiteres Sagenwesen des bayrischen Waldes ein.Die Habergoaß, ein dreibeiniger Ziegenbock mit glühenden Augen galt als böses Omen, wenn man ihn zu Gesicht bekommen hatte. Nach dem ruhigen Einklang setzen wieder eindrucksvolle Riffs und der eisige Gesang ein. Ich kann mich nur wiederholen, Atmosphäre und Melancholie trifft auf rauen Black Metal. DRUDENSANG schafft es allerdings, jedem der Songs eine eigene Geschichte, eine eigene Melodie zu geben, daher ist das Album keinesfalls langweilig und eintönig. Das Gegenteil ist der Fall.

Kommen wir zu meinem absoluten Lieblingstrack der 56-minütigen Scheibe. „Raserey der Krampen“. Alter Falter, da wurde ein Stück komponiert, das wohl einen Platz auf meiner ewigen Playlist haben wird. Ich hab das Gefühl, ich werde nun selbst von den Krampen, Druden, Perchten, Dämonen und Teufel gejagt. Die Band hat anscheinend alle Kräfte gebündelt und in diesen Song gesteckt. Hier will ich gar nicht zu viel verraten, durch das Gehör werden auf finsterste Weise Gedankenbilder gemalt. Besser hätte man nebenbei erwähnt auch das Video zu dem Song nicht gestalten können. Eine „Raserey der Krampen“ eben.

Im längsten Track „Rounåchtszauberey“ beginnt und endet das Ritual, die Flammen lodern und die Dunkelheit des Geisterreichs werden entfesselt, um die Seelen der Menschheit zu peinigen. Auch hier werden eindrucksvoll Synthesizer und epische, ruhige Passagen mit Sprechgesang gebildet, um den Ritus spannend und realistisch darzustellen.

DRUDENSANG machen genau das, worauf ich Bock habe. Knallharten, atmosphärischen Black Metal mit einer überaus interessanten und tiefgehenden Thematik. Sie schaffen es auf musikalische Weise, Bilder in den Kopf zu manifestieren und sorgen live sicherlich zu Muskelkater im Nackenbereich. Ich oute mich als DRUDENSANG Fanboy und kann es kaum erwarten, die Band live zu sehen. Absolute Empfehlung meinerseits.


Bewertung: 11 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Krampen erwacht - Aufbruch
02. Hexntreyber
03. Seelengift
04. Tuiflsrijtt
05. Rutentanz – Ritus der Habergoaß
06. Von Druden zerfetzt
07. Raserey der Krampen
08. Rounåchtszaubery
09. Marterfeld – Seelenzug ins Totenreich



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