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GUTRECTOMY – Manifestation of human suffering (2022)

(7.651) Maik (6,6/10) Death Metal


Label: Blood Blast Distribution
VÖ: 25.02.2022
Stil: Death Metal






Wenn das Cover ein Bandlogo der Marke ‚Unleserlich‘, made in Krikelkrakel-Land, ziert, weiß man schon instinktiv, daß es einmal wieder Zeit wird, die Ohren mit Vaseline zu schmieren. Bei dem vorliegenden Machwerk sollte man allerdings eine zweite Tube in Reichweite haben, denn jetzt wird es brutal. Die Lörracher GUTRECTOMY, die für diesen Output hier verantwortlich zeichnen, haben sich einer kruden Mischung aus Slam, Deathgrind, Brutal Core und allem, was sonst noch richtig wehtut, verschrieben.

„Manifestation Of Human Suffering“ heißt das Scheibchen, und der Name ist Programm, denn die Kunden bratzeln sich brutalst als möglich durch die Gehörgänge, was nicht nur an den knackig mörderischen Gitarrenparts liegt, die sich mal treibend, mal schleifend, mal groovig, mal frickelig dissonant der gepflegten Synapsenfolter befleißigen. Denn auch durch den, nennen wir es mal geflissentlich ‚Gesang‘, wird des Hörers Brutalitätsverträglichkeitslevel auf ein neues Niveau gehievt.

Denn Dennis „The Menace?“ Schuler wütet ins Mikro, als gälte es, das Jahrestreffen der Serienmörderopfer lautstärketechnisch zu übertönen. Dabei bedient er sich sowohl gutturalem Geröchel als auch schmerzerfülltem Gekreische bis hin zu Pig Squeals am Rande des menschlichen Wahrnehmungsspektrums.

Dieses ganze krude Gemisch ist unschön, schmerzhaft, brutal und der absolute Lärmoverkill, gegen den CANNIBAL CORPSE wie der Volksmusikchor von Schlumpfing-Kaffekranzhausen wirken. Und was an diesem brutalen Eingeweide-Blut-und-Eiterbatzen so faszinierend ist: Obwohl die Band Dinge wie Melodie, Harmonien und Eingängigkeit scheinbar für Auswüchse einer degenerierten Gesellschaft hält, ist der Kram auch irgendwie geil (Muss ich zum Psychiater?). Ich meine, dass muss man erst einmal hinkriegen, dass seine Musik frühe CARCASS ins Schlagerfach verweist.

Das ist natürlich nicht jedermanns Sache, und auch ich war nach dem ersten Anhören dieses Krachmonsters völlig fertig. Beim dritten Durchlauf ging es dann schon, und ich begann es teilweise sogar zu genießen, wie diese Kaputtniks aus dem Schwarzwald meine Lauschröhren mit der groben Drahtbürste wundschmirgelten.

Worum es textlich geht, ist dem infernalischen Gebrüll des Frontmonsters kaum zu entnehmen, aber beim Lesen von Titeln wie „Diarrhea Diving Club“ wird mir schon etwas blümerant. Und was ein „Apocalyptic Squirt Tsunami“ ist, stelle ich mir lieber auch nicht vor.

Diese Scheibe ist definitiv nur etwas für Leute, denen es gar nicht krachig, lärmig und brutal genug sein kann. Wer auf nachvollziehbare Songstrukturen abfährt, sollte hier auch besser die Finger von lassen, denn massiver Einsatz von Breakdowns und Tempowechseln lassen den gepflegten Hörgenuß doch arg vermissen. Die fette Produktion macht zusätzlich Druck, und sorgt durch ihre knackige Klarheit dafür, dass man auch JEDEN Ton schmerzhaft bis in die letzte Nervenzelle spürt.

Anspieltipp: „egal“


Bewertung: 6,6 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Abyss
02. Shrine of disgust
03. Slaves to greed
04. Perish in selfishness
05. Scorched earth
06. Drained
07. Cranial Excavation
08. Condemned to suffer
09. Diarrhea diving club
10. Scavenger of hatred
11. Atrocious evisceration
12. Apocalyptic squirt tsunami



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