CD-Reviews N-P

NINGEN ISU – Kuraku (2021)

(7.296) Niclas (9,5/10) Heavy/Doom Metal


Label: Tokuma Japan Communications
VÖ: 04.08.2021

Stil: Heavy/Doom Metal

 

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Es kommt echt selten vor, dass man eine neue Band entdeckt, die einen wirklich aufs Tiefste beeindruckt. Und damit meine ich nicht etwa, dass man eine Band musikalisch gut findet oder ihre technischen Skills bewundert, sie für eine gute Live-Band hält oder für gute Songwriter. Nein, meine Bewunderung für NINGEN ISU geht viel tiefer. Die bloße Existenz dieser Band versetzt mich jedes Mal wieder in Staunen wenn ich darüber nachdenke. Auch wenn hier im Westen noch kaum jemand vom Dreiergespann aus Gitarrist Shinji Wajima, Bassist Kenichi Suzuki und Drummer Nobu Nakajima gehört hat, bei NINGEN ISU handelt es sich um ein wahres Urgestein der japanischen Metalszene, das mittlerweile 34 Jahre auf dem Buckel hat und genauso lange konstant hochwertigen Heavy Doom in bester BLACK SABBATH-Manier heraushaut, mit Themen die von Mythologie über Literatur bis hin zu buddhistischen Lebensweisheiten reichen.

Konstanz ist hier wirklich das Stichwort. Bands die eine ähnlich lange Lebensspanne aufweisen wie NINGEN ISU geben sich entweder irgendwann der Ideenlosigkeit preis und werden zur Selbstparodie (*hust* METALLICA *hust*) oder machen es wie IRON MAIDEN und verlieren sich in luftigen Ambitionen, denen sie selbst nicht gerecht werden können. Die Japaner hauen derweil mit „Kuraku“ ihr zweiundzwanzigstes (!) Album auf den Markt das früherem Material in keinster Weise nachsteht. Es ist einfach nur bewundernswert wie eine Band mit solch einer langen Geschichte immer noch so frisch klingen kann. Auf „Kuraku“ reiht sich eine Riffwalze an die nächste, alle mit gewaltigem Ohrwurmpotenzial und Wiedererkennungswert. Alle drei Mitglieder teilen sich dabei die Gesangsarbeit, wobei Wajima und Suzuki sich den Lead-Gesang so ziemlich 50:50 aufsplitten. Nicht zuletzt dadurch wirkt die Scheibe extrem abwechslungsreich, Langeweile kommt definitiv keine auf. Das Songwriting ist ähnlich variantenreich und reicht von sabbath-artigen Doom-Epen wie dem grandiosen Opener „Toshushun“ und dem groovig-düsteren „Uchū kaizoku“ bis hin zu fast schon proggigen Titeln („Nayami o tsukinukete kanki ni itare“) und schnelleren Heavy Metal-Bangern wie „Haya re GT“ und „Shijō no kuchibiru“. Letztere gehören meiner Meinung nach zwar zu den schwächeren Songs des Albums, schlecht sind sie deshalb aber bei weitem nicht. Abgerundet wird der ganze Sound dann noch durch eine wunderbar oldschoolige Produktion die die Gitarre ganz klar in den Vordergrund rückt und jeden der Ohwurm-Riffs und ausladenden Soli noch einmal doppelt so fett wirken lässt.

Kuraku“ ist trotz all dem Lob wahrscheinlich dennoch noch nicht das beste NINGEN ISU-Album, aber bei einer so gewaltigen Diskografie gibt es ja auch viel Konkurrenz. Trotzdem ist es easy eines der besten Alben, die ich in diesem Jahr gehört habe und jeder Freund der alten Schule schuldet es sich selbst, diese Band zu kennen und ein paar ihrer Platten zu besitzen. Dabei sollten auch teure Importgebühren aus Japan nicht abschrecken.

Anspieltipps: „Toshishun“ und „Uchū kaizoku“


Bewertung: 9,5 von 10 Punkten


Tracklist:
01. Toshishun
02. Kamigami no kōshin
03. Akuma no shohōsen
04. Ankokuō
05. Ningen robotto
06. Uchū kaizoku
07. Haya re GT
08. Seikimatsu jinta
09. Nayami o tsukinukete kanki ni itare
10. Kōkotsu no kamakiri
11. Shijō no kuchibiru
12. Nikutai no bōrei
13. Yoake mae




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