CD-Reviews T-V

TEMPEST – Point of no return (2022)

(7.809) Olaf (9,5/10) Thrash Metal


Label: DIY
VÖ: 27.05.2022
Stil: Thrash Metal

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Spätestens nach unseren West- und Eastcoast Thrash Specials auf Tales from the hard side wisst Ihr um mein Faible für diese Spielart der gitarrenorientierten Unterhaltungsmusik. Allerdings musste ich in letzter Zeit des Öfteren feststellen, dass die Arrivierten irgendwie Luft gelassen haben und der Nachwuchs durchaus gute, aber keineswegs überragende Alben in die Bahn schiebt. Allein aus diesem Grund bin ich verdammt froh, dass meine 2018er Hopefuls Tempest endlich mit ihrem ersten vollständigen Longplayer an der musikalischen Front aufmarschiert sind, um den Altvorderen mal so richtig in die Eier zu treten.

Allerdings muss ich vorab zwei entscheidende Dinge loswerden, die mich ein klein wenig bis mittelschwer nerven. Zum einen das Albumcover von „Point of no return“, welches den heutigen Ansprüchen leider nicht genügt und auch nicht einmal ansatzweise an das Artwork der Vorgänger EP „When hate has dominion“ heranreicht und die Taubheit der verantwortlichen Label Manager, die jeden noch so bescheuerten Dreck unter Vertrag nehmen, eine solch talentierte Band wie den Aachener Fünfer hingegen ausgesiebt wird. Kriege ich Pocken von sowas. Aber das war auch das einzig Negative was ich über „Point of no return“ zu berichten habe, denn der Rest ist Highclass Thrash vom allerfeinsten!

Nach einem Lineupwechsel an Gitarre und Bass legen die Mannen los wie die feuerwehr und der geneigte Hörer stellt schnell fest, was für einen Quantensprung die Jungs da hingelegt haben. Ja, einige Parallelen zu Bands wie Evildead sind immer noch vorhanden, aber nur noch partiell. Stattdessen haben sich Tempest bereits zu solch einem frühen Zeitpunkt ihrer Karriere freigeschwommen und setzen auf ein gewisses Alleinstellungsmerkmal, welches sich vor allem im tiefen Gesang von Frontmann Phillipe Priss am deutlichsten zeigt. Die durchgezogenen Riffs rasieren einem die behaarten Körperteile und dazu bellt der Junge wie ein alter Hase durchs Gebälk. Das gefällt nicht nur, dass ist megageil!

Trotz der exorbitanten Härte und den teilweise ausufernden Geschwindigkeits-Rasereien vergisst das Quartett zu keiner Zeit den von mir eingeforderten Abwechslungsreichtum und sorgt auch für einen Haufen Ohrwurm-Melodien, die sich schnell ans Revers heften und beim besten Willen nicht mehr abzubekommen sind. Dazu gibt es tonnenschwere Riffs, die für ungeübte Hörer vielleicht ein wenig inflationär anmuten, für mein Gehör aber genau richtig eingesetzt und verteilt sind.

Die Produktion ist erneut fett, drückend und jeder Thrash Fan sollte sich hier angesprochen fühlen und sich dieses Teil schnellstens bei den Jungs ordern, denn es gibt momentan im Musikbereich kaum etwas anderes, als das ich Temepst alles Glück der Welt und Erfolg wünsche, denn die Jungens sind der Knaller, machen verdammt geile Mucke, begeistern von Anfang bis Ende, sind frisch und unverbraucht und anscheind auch live ein Burner. Den halben Punkt Abzug zur Höchstnote gibt es für die bereits oben beanstandete Zeichnung und den Umstand, dass ja noch ein büschen Luft nach oben für das nächste Album bleiben muss.

Point of no return“ ist eine unbedingte Pflichtanschaffung für alle thrashbegeisterte Haushalte, die auf teutonisches Riffgewitter mit einer ordentlichen Ami Kante nicht verzichten können…so wie ich auch! Damned, was für eine Granate!


Bewertung: 9,5 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. The verdict (Intro)
02. Fire will judge
03. Unbroken
04. Collateral murder
05. Through the pain
06. The divide
07. The backwater gospel
08. UltraNation
09. Protector, Pretender
10. Point of no return



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