T-V

TRAUMA – Awakening (2022)

(7.988) Maik (8,9/10) Thrash Metal


Label: Massacre Records
VÖ: 09.09.2022
Stil: Thrash Metal

Facebook
 I  Web I  Instagram I Spotify I Metal Archives I Kaufen


Immer wenn die Rede auf die Band TRAUMA kommt, fällt unweigerlich die Bemerkung, dass damals Cliff Burton dort gespielt hat, bevor er bei METALLICA einstieg. Das ist zwar ein metalhistorisch relevanter Fakt, sagt aber über die Mucke von TRAUMA so gut wie gar nichts aus, vor allem deshalb, weil ja, außer einem Demo, nie ein Tonträger mit dem leider so jung verunglückten Bassisten herauskam.

Nach einer recht vielversprechenden LP mit dem Titel „Scratch And Scream“ war dann auch bald Schicht im Schacht. Doch gegen Mitte des vergangenen Jahrzehnts erhoben sich die Kollegen wieder wie Phönix aus der Asche, und haben seitdem auch fleißig Platten veröffentlicht, die allerdings von der Journaille (also so Typen wie mir) eher zwiespältig aufgenommen wurde. Zudem verstarb der langjährige Vokalist Donny Hillier 2020 an Krebs.

Das hat die Combo allerdings nicht entmutigt, und mit Brian Allen (ex- VICIOUS RUMOURS) am Mikro wurde nun das offiziell vierte Langspielalbum aufgenommen. „Awakening“ heißt das Teil und bietet eine ziemliche Breitseite melodischen Thrashs der Bay Area- Schiene. Dabei versteifen sich TRAUMA aber nicht zwingend auf die Thrashologie, sondern bedienen sich stilistisch auch am Speed und sogar Heavy Metal.

Das ergibt eine schöne Mischung aus Melodie und Aggression, die Allen auch stimmlich variabel umzusetzen weiß. Dabei kann er ganz bösiglich thrashig kreischen, aber auch melodisch mit Klargesang agieren, bis hin zu Screams a la „Ripper“ Owens. Dadurch klingt die Band teilweise wie eine Mischung aus TESTAMENT und der „Ripper“- Phase von JUDAS PRIEST („Burn“), was ja im Grunde keine schlechte Zutatenbeimengung ist. Vielleicht auch noch eine Spur FLOTSAM.

Dabei kommen auch artfremde Einsprengsel zum Tragen wie eben beim fulminanten Opener „Walk Away“, in dem unvermittelt Flamencogitarren zum Einsatz kommen, und ein geniales Gitarrensolo im Fundus klassischer Musik wildert. Oder dieser leichte proggy Einschlag in „Blind“, der zwar etwas aus der Rolle fällt, dafür aber zur Auflockerung beiträgt.

Der absolute Hammersong kommt allerdings schon an Position drei, nach dem etwas merkwürdigen 22-Sekunden-Laberzwischenspiel „Ted Talks“. Und zwar ist das „Death Of The Angel“. Dieser Somg fetzt einem ordentlich die Horchlappen in Streifen, und stellt auch im Bereich Abwechslung eine absolute Granate dar.

Natürlich, besonders neu ist das nicht, was TRAUMA hier auf die Beine gestellt haben. Aber wer will auch ständig mit merkwürdigen Innovationen zugeballert werden, wenn man doch einfach nur oldschoolig abrocken möchte. Und in dieser Sparte haben TRAUMA ein recht ordentliches Scheibchen auf den Markt geworfen, welches sowohl der Bay Area- Thrashgemeinde als auch den Powermetalfreaks etwas geben könnte.

Ob „Awakening“ jetzt Thrash Metal mit Heavy -Einschlag ist, oder Power Metal mit thrashigen Riffs, sei dahingestellt. Gewiss ist allerdings, dass TRAUMA auf diesem Album eine recht coole Mischung zusammengebraut haben, mit der sie den diesjährigen Thrash- Zirkus ordentlich aufmischen können.

Anspieltipp: „Death Of The Angel“ und „Death Machine“


Bewertung: 8,9 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Walk Away
02. Ted Talks
03. Death Of The Angel
04. Meat
05. The River Red
06. Burn
07. Falling Down
08. Voodoo
09. End Of Everything
10. Blind
11. Death Machine



Album der Woche

Album des Monats

Album des Jahres

The new breed

VERLOSUNGEN

wo wir sind

P P P

Schrod's...

ZO SONGCHECK

V.I.P.

alter Z.O.F.F.

Join the Army

Damit das klar ist

Unsere Partner