CD-Reviews T-V

U.D.O. – Game over (2021)

(7.359) Olaf (8,0/10) Heavy Metal


Label: AFM Records
VÖ: 22.10.2021
Stil: Heavy Metal

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Eine existenzielle Frage, die sich immer wieder stellt: Was war zuerst da? Das Huhn oder das Ei? Gleiches könnte man auf unseren Udo anwenden, denn solange ich mich zurückerinnern kann (und das ist leider mittlerweile recht lange) war Master Dirkschneider präsent, begleitete mich durch sämtliche Lebensabschnitte und hat bis zum heutigen Tag nichts von seiner Bissigkeit verloren.

Natürlich wird DER deutsche Metal Frontmann schlechthin prinzipiell noch mit Accept in Verbindung gebracht, was natürlich auch dem Umstand geschuldet ist, dass man eine geraume Zeit unter dem Banner seines Nachnamens alte Klassiker zum Besten gab, doch irgendwann ist auch der Drops gelutscht und man widmet sich wieder seiner Hauptaufgabe zu. Diese heißt U.D.O., ist selber schon seit 1987 präsent du hat in dieser ebenso lange Zeit bereits 17 Alben veröffentlicht, womit man von einer Emanzipation von seinem alten Brötchengeber schon lange nicht mehr sprechen kann.

Das nunmehr 17.Studiowerk nennt sich „Game over“ und ist hoffentlich nur irreführend, denn eine Welt ohne Udo wäre weitaus ärmer, vor allem auch aufgrund des Umstandes, dass man seit Jahren schon in meinen Augen (und vor allem Ohren) die weitaus besseren Alben veröffentlicht als die andere Band, die mittlerweile nur noch von einem Originalmitglied künstlich am Leben erhalten wird und musikalisch an dieses neue Werk nicht einmal ansatzweise heranreichen kann.

Natürlich kann man keinerlei musikalische Quantensprünge erwarten, was auch ganz und gar nicht gewünscht ist, doch es erstaunt ich immer wieder, dass die einfachen Songs, die man sicherlich schon zig tausend mal gehört hat, immer wieder funktionieren und auch solch etwas platt anmutenden Attitüden wie „Metal never dies“ immer noch für ein ekstatisches Zucken im Tanzbein sorgen und automatisch die Luftgitarre angestöpselt wird. Ein gravierendes Manko hat die Scheibe aber dennoch: Sie ist zu lang!

Moment, kann ein Album zu lang sein? Ja, kann es vor allem dann, wenn man saustarkes Material wie das AC/DC haftige „Kids and guns“, den Brecher „Holy invaders“ oder „Like a beast“ sein Eigen nennt, zu dem sich aber dann Ausreißer wie die etwas gruselige Ballade „Don’t wanna say goodbye“ gesellen, die trotz ihres ernsten Themas musikalisch einfach komplett an mir vorüberhuschte. Bis Song 10 ist das ja alles noch halbwegs im Lot, doch gerade die als Bonustrack deklarierten Songs hätte man gut und gerne streichen können, um das Album zu straffen und griffiger zu machen und schwupp hätte man aus 16 schlanke 10 gemacht und das Album wäre eines der stärksten in der gesamten Dirkschneider Discographie geworden. Doch ehrlich, das ist Jammern auf hohem Niveau und Udo ist einfach auch in der Position, dass ihm die Meinung solcher Flitzpiepen wie mir komplett am Allerwertesten vorbeigehen werden, doch niederschreiben wollte ich es.

Trotz meiner Maulerei lebt „Game over“ von fetten und stark produzierten Riffs, einem tollen, mitreißenden Songwriting und natürlich Metal Hymen en masse, bei denen man nach spätesten 4 Minuten mitsingen kann. Sprich, der Unterhaltungsfaktor ist hoch und wenn meine angesprochenen Kritikpunkte nicht wären, hätte ich mindestens eine halbe Note höher bewertet.


Bewertung: 8,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Fear detector
02. Holy invaders
03. Prophecy
04. Empty eyes
05. I see red
06. Metal never dies
07. Kids and guns
08. Like a beast
09. Don’t wanna say goodbye (Bonus)
10. Unbroken
11. Marching tank
12. Thunder road
13. Midnight stranger
14. Speed seeker (Bonus)
15. Time control (Bonus)
16. Metal damnation




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