Alben des Jahres 2023

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Interview: WARDRESS

Kurz schwanger und ein paar Kinder gekriegt




KURZ SCHWANGER UND EIN PAAR KINDER GEKRIEGT



Vor kurzem schneite mir die Promo der zweiten CD von WARDRESS in die Agenda. Und irgendwie hat mich die Mucke gleich abgeholt. Und als ich dann mal recherchierte, stellte ich fest, dass es die Band schon seit vierzig Jahren gibt. Mit einer kleinen Pause von 32 Jahren, wohlgemerkt. Dem wollte ich mal auf den Zahn fühlen, und so verabredete ich mich zum Plausch mit Gor (git.) und Erich (voc.) Im Vorfeld stellte ich dann fest, dass Erich wie ich in Kornwestheim wohnt und Gor früher hier gewohnt hat. Also nicht drei Chinesen und ein Kontrabass, sondern drei Kornwestheimer und ‘ne Metalaxt

Maik: Ich begrüße Euch, ich hoffe Ihr seid fit, und habt auch was zum Trinken parat, damit man beim Labern nicht so nen trockenen Mund bekommt. (man prostet sich gegenseitig mit Bier zu, was die zweite Frage beantwortet)

Die Wurzeln von WARDRESS reichen ja zurück bis 1984, allerdings war die Band doch damals recht kurzlebig. Nun würde mich mal interessieren, was Euch dazu bewogen hat, über drei Jahrzehnte später wieder loszulegen. Habt Ihr eigentlich musikalisch irgendetwas gemacht in dieser langen Zeit? Plaudert doch einfach mal ein bisschen aus dem Nähkästchen!


Erich: Ja, der Gor ist jünger als ich, der weiß das wahrscheinlich noch besser.

Gor: Gut, wir haben in den unterschiedlichsten Bands gespielt in der Zwischenzeit. Von Coverbands, Tributebands, eigene Sachen, und latent eigene Sachen, bei Erich auch ganz eigene Sachen, bis 2018. Wir haben uns ja zwischendrin auch immer wieder gesehen, wir gehen ja auf die gleichen Festivals, und der Erich ist immer leicht zu finden auf den Festivals, denn der hat immer so feste Plätze, wo man bloß kucken muss, ob er da auch wirklich gerade  ist.

Erich: Das ist meistens in der Nähe von der Bar. (Gor muss lachen)

Gor: Der Zufall wollte es, dass ich im Keller was gesucht hab, hab dann so ne Kiste gefunden. Ich hab ja mal für so ein Rockmagazin als Redakteur gearbeitet, heißt Rock City News, in der Nürnberger Ecke, in den 90ern. War gar nicht mal so klein, 25000er Auflage, naja ich hab dann in der Kiste so eine Kassette gefunden, da stand so ne komische Beschriftung drauf, WARDRESS, und „Metal Melodies“. Naja, dann habe ich da mal reingehört, und dachte mir, Ha, das klingt ja gar nicht mal so scheiße. (Lachen)

Erich: Das hätte ich auch so noch gewusst, dass das nicht so scheiße war!

Gor: Ja gut, ich war mir also relativ sicher, dass das nicht scheiße war. Die Frage war nur: nehme ich das jetzt als alter Sack so wahr, oder könnte das auch jemand anderem gefallen. Und da hab ich das so meinen Kindern gezeigt, die quäle ich immer so mit METALLICA und so, und die haben dann gesagt, Vater, du, das klingt genauso gut und beschissen, wie der andere Scheiß, den du sonst hörst.


Maik: das ist ja fast ein Qualitätsmerkmal, nä?

Gor: Ja, mein Sohn ist quasi seit es die Band wieder gibt, WARDRESS- Fan. Der sagt, da kann was draus werden.

Maik: Ja, ihr seid ja noch jung, das klappt bestimmt noch.

Gor: Naja, und dann dachte ich jetzt, was mache ich damit. Ich singe ja noch in paar anderen Bands, aber nee, das musste original werden, und da hab ich dem Erich die Aufnahmen geschickt, und gemeint, ich würde das gern mal gescheit aufnehmen und irgendwas damit machen, und habe gefragt: machste mit? Und da kam irgendwann nachts um eins ein knappes: bin dabei!

Erich: Ja, was willste da auch groß sagen, oder?

Gor: naja, und das war der Anfang. Und da ich in verschiedenen Bands spiele, in der Ecke Frankfurt, und da kenne ich halt viele Leute, da gabs den Andy, den Drummer. Den kenne ich auch schon ewig, und es hat immer geheißen, Ihr beide müsst mal was zusammen machen. Mit dem Bassisten (Mirco) spiele ich noch in einer METALLICA-Tribute-Band (MAINTALLICA). Tja, und da waren wir zu viert. Wir haben dann einmal geprobt. Das heißt, ein Drittel der Zeit haben wir gegrillt und Bier getrunken, das war ein lustiger Einstand.

Dann haben wir ein zweites Mal geprobt, und dann habe ich den Jungs gesagt, jetzt müssen wir das aber mal gescheit aufnehmen. Und nach der dritten probe habe ich dann mit dem Rolf Munkes, mit dem ich schon lange zusammengearbeitet hatte, telefoniert und dann einen Studiotermin gebucht.

Im Oktober, November haben wir dann noch schnell zwei neue Lieder geschrieben, bevor wir dann Anfang Dezember großkotzig, wie die Großen ins Studio sind, haben vor Ort teilweise die Sachen noch fertig geschrieben. Aufgenommen, produziert, und dann war das Ding fertig. War geil.

Dann war das Album fertig, wir haben dann noch ein Cover entworfen, einfach zum Spaß mal 200 CDs gepresst, die überall reingestellt. Und dann habe ich dem Typen, der den New Wave Of True Heavy Metal- Full Albums- Kanal auf YouTube macht, einfach mal die Single geschickt. Mitten in der Nacht hat der mir zurückgeschrieben, er findet das total geil und er stellt das Ding auf seinen Kanal. Es hat echt kleine zehn Minuten gedauert, da gingen bei mir die Bestellungen rein, ich bin die nächsten Tage nur noch mit so Päckchen Richtung Post rausgelaufen, nach sechs oder acht Wochen waren die 200 CDs weg. Tja, und da haben wir gedacht, wenn das so gut läuft, könnte man ja auch mal nach nem Label kucken.

Erich: Ich wollte noch mal auf deine Frage zurückkommen, was wir in der Zwischenzeit so alles getrieben haben. Ich habe da noch bei einer anderen Heavy band gesungen, aus Stuttgart, das war aber auch eher eine kurzlebige Sache, MANTIC RAIDER (ich weiß nicht, ob ich den Namen richtig verstanden habe – Anm. v. Maik)) an der Stelle noch Grüße an MetalBattle und Josh. Danach gings dann weiter mit ner Crossover-Band, die hießen THE FALSE FRIENDS. Das war zwar schon etwas erfolgreicher, aber eben auch nur im Demostatus, da hatten wir sogar eine kleine Ostblocktour, da hieß es noch DDR und Tschechoslowakei. Naja, irgendwann habe ich dann ganz aufgehört aus familiären Gründen, biss mich der Gor dann aus meinem Dornröschenschlaf wachgeküsst hat.

Maik:  Auf „Metal Til The End“ sind ja zwei Songs, die sich auch schon auf „Dress To War“ befanden, „Wardress“ und „Metal Melodies“. War der Grund dafür, weil diese beiden Tracks gut zu dem neuen Material passen, oder hattet Ihr nicht genug Material zusammen?

Gor: Nachdem das erste Album aufgenommen war, und man etwas Abstand hatte, da denkt man eben immer darüber nach, wo und was man hätte, vielleicht anders machen sollen. Naja, und da bin ich noch mal zum Rolf Munkes ins Empire Studio nach Bensheim gefahren, und hab gesagt, du , wir nehmen uns jetzt mal paar Stunden Zeit, ich hab da paar Ideen, und jetzt machen wir mal was aus dem Zeug, genauso wie ich es mir vorstelle, im 80s style. Gitarren etwas mehr in den Vordergrund, einfach etwas heavier, den Gesang etwas mehr in den Sound integrieren. Und dann hab ich das Ergebnis den Jungs geschickt, und der Erich hat dann gesagt, Ja, das ist geil, er hört jetzt nur noch die neuen Versionen. Wir waren voll begeistert, dass der Remix noch geiler klingt.

Und das war, dass der Impuls, das so für das nächste Album zu machen, und haben uns gedacht, wir nehmen die beiden Songs in der neuen Version da mit drauf. Die, die uns bisher nicht kannten, kommen so in den Genuss dieser beiden Songs, und die die uns kannten, hören die Songs jetzt in der Form, wie sich‘s gehört.

Erich: Ja, es gab jetzt auch schon Kritiken, dass die Leute sagen, dass ist jetzt eigentlich hur ne 5-Track EP mit einem Coverbonus und zwei Remixes. Aber dann soll man auch mal auf den Preis kucken. Da kannste das nennen, wie du willst, Maxisingle mit sechs Bonusliedern, oder was weiß ich. Aber wir sind jetzt bei 10,99 Euro für die CD . Und wem das noch zu viel ist, der soll sich dann halt was anders kaufen, von BON JOVI oder so für 17, 18 Euro. Ich finde, wir haben da einen echt fairen Preis, gerade für Leute aus dem Metal- Underground, die eh viele Platten kaufen müssen, und das Geld notorisch knapp ist.


Maik: Ja, ich würde auf solches Gemecker jetzt nichts geben, denn erstens passen die beiden Songs wie Arsch auf Eimer auf die neue Platte…

Erich: Das fanden wir ja auch, gerade mit dem neuen Remixsound, und da wollten wir das auch so haben. Wir haben schon noch genug Material, ich kann also schon androhen, dass es da auch noch ne dritte CD geben könnte.

Maik: Ja, genau. Wie gesagt, passen die Songs wirklich gut zu dem anderen Material. Und so wirkt das Album auch viel kompakter als das Debütalbum.

Gor: Ja, das hören wir fast durch die Bank, das haben viele Leute gesagt, dass sie das alte Album auch mögen, aber dass das zweite Album kompakter wirkt. Das neue Album, das sind wir Ende 2020, da haben wir angefangen es zu schreiben, also die gleichen alten Säcke wie früher, nur eben mit ein bissle mehr Erfahrung, und bissle zielgerichteter. Und deshalb klingt das auch so.

Maik: Der Opener „Berserk“ zieht schon mal ordentliche Furchen, da fangen schon die einen oder anderen Anrainer aus dem Lager Speed und Thrash an zu zittern.  Da haben ein paar Leute sogar Vergleiche mit OVERKILL herangezogen. Wolltet Ihr da schon von Anfang an klarmachen: Hier kommen keine alten Säcke, die noch mal bissle rumzocken wollen, sondern wir treten Euch jetzt mal ordentlich in den Arsch?

Gor: Ich würde da eher METALLICA heranziehen…

Erich: Ich nicht!

Gor: Aber ich schon. Hähä. Wir müssen uns ja nicht überall einig sein. Falls du dich erinnerst, METALLICA haben in den Anfangsjahren ja einen Sänger gesucht. Und ich habe mir immer vorgestellt, METALLICA mit nem geilen Sänger ! – obwohl man da aus heutiger Sicht denkt: Um Gottes Willen, dann hätten wir ja all die geilen Platten so nicht gehabt – Wir haben ja immer mal ein paar thrashige Parts drin und das hat dann die Mischung aus melodischen Parts und shoutigen Refrains, aber da will sicher der Erich was dazu sagen.

Erich: Ich? Ja gut, was soll ich sagen? also ich fand den Vergleich mit OVERKILL jetzt so schmeichelhaft, dass ich das glatt so hätte stehen lassen.

Gor: Da hat er recht.

Erich: Beim Opener ist es ja generell so, da sind wir nicht die Einzigen, das erste Lied, das haut erst mal so richtig rein. Das haben wir dann natürlich nach vorne gestellt, ist ja klar. Das ist nun aber jetzt nicht der Stil, der sich so durch das ganze Album zieht.

Gor: Wir wollten ein abwechslungsreiches Album machen, wo alles dabei ist, da sind epische Songs dabei, da sind geradlinige Songs dabei, es sind Nummern mit großen Refrains dabei, es ist ein Cover dabei, und das fand ich schon immer cool, auch wenn große Bands was von ihren Helden im eigenen
Stil covern, dann die zwei Songs vom ersten Album, dann „Serpents Kiss“, was ne sehr dunkle Stimmung hat. Es ist eigentlich alles dabei, und eine Nummer, die erst mal Arsch tritt.

Maik: Der Gesang ist ja schon erwähnt worden. Und Erich, mir gefallen deine Vocals. Zuerst hab ich allerdings bissle blöd gekuckt, weil du eben anders klingst, nicht so austauschbar wie bei vielen neueren NWOBHM- Revivalbands. Aber die Voice passt wie Arsch auf Eimer. Kraftvoll und aggressiv. Hast du eigentlich gesangliche Vorbilder?

Erich: Wenn man jetzt so lange dabei ist, vor allem auch als Fan, da sind ja nun einige unterwegs, die einfach unerreichbar sind, wie Geoff Tate, Dio oder Rob Halford, aber das sind ja heutzutage fast schon Götter. Ich würde sage, Vorbilder in dem Sinne, dass ich das nachmachen will oder mich allzu sehr beeinflussen lasse, habe ich da eigentlich weniger. Was mir immer gefallen hat, war, wenn die Leute ihren eigenen Ausdruck hatten, oder eben die gewisse Coolness, wie z.B. Jess Cox auf der ersten Platte von TYGERS OF PAN TANG , der war jetzt technisch mit Sicherheit nicht der Beste, aber das war eben eine richtig coole Sache, eben unverwechselbar. Oder auch bei ARMORED SAINT. Ganz großes Beispiel ist natürlich auch Phil Lynott. Ich hatte ja das Glück, den noch live sehen zu können, die Coolness, die Aura, die um den drumherum war, das Charisma, das ist einfach unbeschreiblich gewesen.

Meine eigene Stimme, die klingt halt so, wie sie klingt, wie sie auch im Lauf der Jahre geworden ist. Die meisten Leuten gings es halt tatsächlich wir Dir, danke nochmal, dass einige meinen Gesang für unverwechselbar halten, ist für mich eigentlich das größte Lob. Es sind ja immer die Bands, die am längsten im Ohr bleiben, wenn da eine gewisse Originalität da ist, nicht nur beim Sänger, aber da besonders.


Maik: Ich hätte jetzt eigentlich fast erwartet, dass Du Paul DiAnno erwähnst.

Erich: Hat das der Gor gesagt?

Gor: Ich hab die Klappe gehalten.

Erich: DiAnno, das sagt der Gor auch immer. Und natürlich, ich brauch ja keinen Hehl draus zu machen, Für mich sind die Platten mit dem neuen Sänger eben nicht so gut wie die mit dem Originalen.

Maik: „Motorlust“ hat mir auch sehr gefallen. Erstens ist er etwas ungewöhnlich, hat fast etwas punkiges mit einem Schuss MOTÖRHEAD, zum anderen ist das Thema ja auch ein Ding für mich. Ich denke mal, uns verbindet die Freude an hochhubraumigen Zwei- und Vierrädern, oder? Sind wir die letzte Generation, die es wagen durfte, solche PS-Monster cool zu finden?

Gor: Zu dem Text kann wohl der Erich mehr sagen, aber du bist auf dem richtigen Weg.

Erich: das kann man wohl sagen. Es ist auch ein bisschen ein ironischer Text, wie wenn so alte Säcke, wie wir ja sind, eben ein wenig der Zeit nachtrauern, in der man noch so unbekümmert sein konnte. Einfach in seine Karre gestiegen ist, paar Bier gekauft hat und dann nach Bruchsal an den Baggersee  gefahren ist, übers Wochenende. Das war eben die Freiheit, die du mit dem Auto oder auch Motorrad damals genossen hast, wo man 18 geworden ist, Die Leute heute sehen das ja eher so, dass du damit einen Schaden anrichtest. Das ist jetzt meine Meinung nicht.

Maik: Ja, meine auch nicht.

Erich: Ja, das habe ich mir schon gedacht. Haha, naja, wir wissen halt auch, dass die Zeit nicht stehen geblieben ist, demzufolge ist der Song auch eher ironisch gemeint. Also wenn so ein alter Sturkopf eben seine Karre verteidigt.

Gor: Den Song haben ja der Andy, und der zweite Gitarrist Kimon geschrieben, da die ja quasi in unserem Proberaum wohnen, und da haben die mal bisschen gezockt, haben diese ganzen Riffs zusammengebaut. Naja, am Ende klag das echt cool, und da haben wir dann überlegt, was kann man draus machen, und wie du schon richtig gesagt hast, kam mir recht schnell in den Kopf, das könnte was in Richtung MOTÖRHEAD sein. Der Erich klingt jetzt nicht wirklich nach Lemmy, aber ich habe ihm nahegelegt, etwas in der Richtung zu probieren. Na, und dann kam der Text dazu, und wir haben uns mit dem Kimon im Proberaum getroffen und den Song dann so lange umgebaut, bis er gepasst hat. Es gibt eine eins zu eins Proberaumaufnahme von dem Song, da singe allerdings ich, und das wäre keine gute Idee gewesen. Ja, ist jetzt nicht die typische WARDRESS- Nummer, aber wir dachten, es passt einfach gut rein.

 

Maik: Ihr habt ja vorhin schon den Song „Serpent’s Kiss“ erwähnt. Der hat für mich irgendwie einen doomigen Einschlag. Worum geht es in dem Song?

Erich: Also ich mach das nicht gern so wie im Deutschunterricht, dass ich da ganze Texte interpretiere und erkläre, denn die Leute sollen sich ja einen eigenen Kopf darüber machen. Gut, das ist jetzt vielleicht ein etwas anders gelagerter Text wie sonst. Die Schlange steht einfach für die Leute, die dich beeinflussen wollen, quasi wie bei Mogli, den die Schlange hypnotisiert, oder schon bei Adam und Eva, wo sie einen Einfluss ausübt, natürlich nicht immer zum Besten. Wir sagen halt, da sollte man aufpassen. Diese Schlange ist natürlich nur ein Sinnbild, für Leute, die dich beeinflussen wollen, um ihren Zwecken Vorschub zu leisten, und eben nicht deinen eigenen. Und in den Strophen erklärt sich das dann auch ein wenig.

Maik:  IRON MAIDEN, JUDAS PRIEST, MANOWAR...ich denke mal, das sind Bands, deren Spurenelemente man in Eurem Sound wiedererkennt, wenngleich letztere bei Euch Songwritingstunden nehmen sollten, wenn man den letztveröffentlichten Song (stark und snell) hört.

Gor: Ich glaube ja immer noch, das war ein Witz.

Maik: Ich hoffe es.

Erich: Das mit dem Songwriterunterricht, das hast jetzt du gesagt.

Maik: Tja, wenn Joey DeMaio nächste Woche an deiner Tür klingelt, weißt du, was los ist.

Erich: Da muss er bei Gor klingeln….zum Glück!


Maik: Gut Spaß beiseite, was sind sonst noch Eure Haupteinflüsse? Oder macht ihr einfach euer Ding, wie es eben kommt?

Gor: Ich glaube, wir machen einfach unser Ding, weil dieses Ding eben das ist, was wir lieben, und so behalten wir das einfach bei. Wir wollen einfach, dass es diese Musik mit neuen Bands und neuen Songs weiterhin gibt. Es gab ja in den letzten Jahren, besonders auch im Ausland, viele neue Bands, die in diese Richtung gehen. Natürlich streben wir die richtig traditionelle Schiene an, wie die Bands, die du gerade genannt hast. Das ist die Musik, die wir lieben. Wir haben tatsächlich ja schon 1983 angefangen, und da kamen eben all die Platten raus, die du schon etwas durchhörst bei uns, aber wir machen ebnen unseren eigenen Stil daraus. Wir wollen und können diese Einflüsse natürlich nicht leugnen, wir machen die Mucke, die wir machen wollen, das kommt relativ automatisch und wir denken da gar nicht lange darüber nach.

Erich: Ja das stimmt. Wir kommen eben aus dieser Zeit, und für uns ist Heavy Metal eben die Musik nach wie vor. Natürlich hört man im Laufe der Zeit auch mal was anders. Früher da habe ich jetzt so SLAYER, gar nicht groß gehört, aber nachdem ich dann einige Konzerte von denen gesehen habe, hat es mir schon gefallen. Unser Ursprung Heavy Metal ist natürlich klar, bei mir sogar teilweise noch älter, mit RAINBOW, THIN LIZZY, UFO, oder URIAH HEEP, das waren ja schon lauter super-Sachen.

Naja, und als dann MAIDEN rauskam und vorher ja schon JUDAS PRIEST, da waren wir halt sofort dabei. Wir haben ja praktisch damals zu der Zeit angefangen, in der Urbesetzung, als gerade der amerikanische Power Metal auf die Szene kam, OMEN, SAVAGE GRACE, LIEGE LORD, MALICE, ARMORED SAINT, wie sie halt alle heißen. Mittlerweile haben die uns wahrscheinlich auch schon etwas beeinflusst, damals halt eben noch nicht.

Und so Metal - Verherrlichung Texte wie „Metal League“ und „Metal Melodies“ hatten wir damals auch schon, weil du MANOWAR in punkto Lyrics angesprochen hast. Also könnte man uns eigentlich da auch als Originale sehen, und nicht nur welche, die davon beeinflusst worden sind.

Gor: Unsere Plattenfirma wirbt ja damit, dass wie eine der dienstältesten deutschen Heavy Metal Bands sind. (Durcheinander, da drei alte Säcke gleichzeitig zu sprechen versuchen…)

Gor: Wir waren ja bloß kurz schwanger und haben ein paar Kinder gekriegt, und als die Kinder groß waren, weitergemacht.


Maik: Ihr habt das Scheibchen ja über MDD Records veröffentlicht. Wie kam es zu der Zusammenarbeit und wie seid Ihr zufrieden mit Markus und seinem Team?

Gor: also mit der letzten Frage angefangen, extrem, wir fühlen uns pudelwohl mit Markus und Kai.

Tja, wie sind wir dahin gekommen? Wir waren ja schon mit unserem ersten Label zufrieden, die haben einen Top-Job gemacht. Keine Frage. Wir wollten dann aber mal schauen, ob wir nicht ein Label finden, welches den Schwerpunkt auf Metal hat. Wir hatten ja da schon mal was vorproduziert, das wir herumschicken konnten, damit die Leute auch was hören oder sehen. Wir haben dann auch einige Angebote bekommen und waren dann auch kurz bei einem Label gelandet, und es war auch schon alles soweit durch, doch die haben dann aus geschäftlichen Gründen gemeint, sie müssten sich komplett neu aufstellen, und sie wollten das Album nicht halbherzig rausbringen. Sie schlugen dann vor, dass wir uns besser ein anders Label suchen sollten.

Das war natürlich erst mal ein Downer, denn das Album hätte schon letztes Jahr herauskommen können. Und dann haben wir eben überlegt, bis unser Gitarrist Kimon mit der Idee ums Eck kam, man könnte doch mal bei MDD nachfragen. Dann hat er mir die Telefonnummer gegeben, ich hab den Kai angerufen, und wir haben dann ein paar Mal telefoniert, und dann waren wir uns einig.

Erich: Ich hätte ja eigentlich viel früher draufkommen können. Ich kenne den ja schon seit Jahren, bei Markus haben ich und meine Kumpels ihre gekauften Platten immer am Stand hinterlegt, dass man die nicht die ganze Zeit mit sich rumschleppen musste auf den Festivals. Und wie dann der Kimon daherkam, fragt doch mal bei MDD, hab ich gedacht, das gibt’s doch gar nicht, da hätte ich schon viel früher draufkommen können. Der Markus selber hat erst richtig gecheckt, dass ich das bin, als ich unsere CDs abgeholt hab.

Gor: Hermes hat nämlich die Palette mit unseren CDs nicht zustellen können, da hieß es nach einer Woche, die Sendung wäre verschwunden, bis die dann wieder beim Markus auftauchte. Und wir brauchten dringend ein paar CDs zu Promozwecken, und dann ist der Erich hingefahren und hat sie persönlich abgeholt, und den Leuten, die sie bekommen sollten auf der Autobahnraststätte übergeben.

Erich: Fehlte bloß, dass die Polizei das beobachtet, und denkt, wir verchecken da Drogen hinterm Auto.


Maik: Das zeigt, so richtige Rock’n’Roll- Stories sind heute auch noch möglich.

Gor: Ja, der Uwe Lerch, der damals das Rock Hard mitgegründet hatte, der wohnt hier in der Frankfurter Ecke, und der ist auch ein Kumpel von mir, und der brauchte halt ein paar Promo-CDs, um sie ein paar wichtigen Leuten zu geben, auch aus dem Livesektor. Tja, und da die CDs noch nicht da waren, ist der Erich eingesprungen.

Erich: Ja, das sind meine Lieblingsanrufe, wenn die kommen und sagen, du musst JETZT losfahren, auf die Autobahn, und das samstags am sehr frühen Nachmittag, wenn man vielleicht freitags ein bisschen unterwegs war. Aber egal.

Maik: Kommen wir zum leidigen Thema Live Auftritte. Da ja jetzt gerade jeder spielen will, ist es sicher schwierig, an gescheite Gigs ranzukommen. Viele Clubs haben ja auch dichtgemacht. Da Ihr ja hier aus der Gegend seid, wart Ihr sicher auch Stammgast in der Rockfabrik. Das wäre doch das richtige Venue für Euch gewesen, oder? Habt Ihr was in Aussicht, was Konzerte angeht?

Gor: Was das Jahr 2023 angeht, für die Sommerfestivals sind wir schon relativ spät dran. Die meisten sind halt schon voll belegt. Wir werden jetzt zwar viele Festivals anschreiben, falls da mal jemand kurzfristig ausfällt oder so. Wir haben jetzt eben weitergeprobt, wären also, falls sich etwas ergibt, ready. Und da könnten wir hier oder da einspringen. Ansonsten planen wir das eine oder andere kleine oder mittlere Konzert in Clubs, im Herbst auch zusammen mit STAGE WAR hier in der Frankfurter Ecke. Paar Austauschgigs sind auch im Gespräch, du kennst das ja, vielleicht ergibt sich ja doch noch ein Festival…

Erich: Ja, ich hab so bissle Bang Your Head-Connections, jetzt nicht zum BYH direkt, aber zu Leuten, die da umherschwirren, auch Bands, die da spielen. Und zu Coronazeiten hatten die mal so ein kleineres Hallenfestival im Herbst. Und die haben gesagt, wenn sie es wieder hinkriegen, dass wir da vielleicht auch spielen könnten. Das wäre gerade das Richtige. Da haben in der Vergangenheit Bands gespielt, die sind danach richtig großrausgekommen, POWERWOLF oder auch REBELLION oder RAM. Das wäre so das Richtige für uns. Das hoffe ich sehr, dass das klappt. In diesem Zusammenhang auch Grüße an die AIR AXES aus Steinenbronn.


Maik: Jetzt muss ich noch eine Frage reinhauen, die ich eigentlich gar nicht auf meinem Zettel habe, aber ich bin zugegebenermaßen etwas verwirrt. Bei Metal Archives steht, dass Ihr aus Nürtingen seid, und so habe ich das auch im Review geschrieben. Dann lese ich immer irgendetwas von Frankfurt, und dann hat mir der Gor gemailt, dass ihr beide hier in Kornwestheim hockt, sozusagen in meiner Nachbarschaft. Jetzt klärt mich mal auf!

Erich: Also, alles ist irgendwie falsch. Gleichzeitig, aber halbrichtig. Aus Nürtingen stammt die Originalband tatsächlich, wir hatten damals einen Proberaum in Nürtingen. Insofern stimmt das, dass die Band von dort stammt. Der Gor und ich waren aber Kornwestheimer und sind dann immer in meinem alten Ford nach Nürtingen gefahren zur Probe.

Gor: Metal-Mobil, sehr wichtig.

Erich: Damit sind wir auch ab und zu liegengeblieben, aber das ist ne andere Story. Heute ist es eben so, der Gor wohnt in Frankfurt, die anderen auch so in der Gegend, und ich bin der Einzige, der noch in Kornwestheim ist. Genaugenommen sind wir heute eine Frankfurter Band und ich muss eben immer hinfahren zu den Proben. Das ist zwar etwas weiter als bis Nürtingen, dafür habe ich heute ein verlässlicheres Auto…


Maik: Danke dass ihr mich da aufgeklärt habt!

Gor: Immer gern.

Maik: Nun bleibt noch Zeit für abschließende Worte Eurerseits. Festreden, Nachrufe, Grüße, egal, was Ihr wollt

(Allgemeines Gemurmel, nicht mehr zu verstehen)

Gor, und dann: Prost.


Maik: Okay, dann bedanke ich mich. Hat mir Spaß gemacht, ich freue mich schon, das hier abtippen zu dürfen. Ich überlege fast, das im Schwäbischen zu belassen…

Erich: Also schriftlich...äh…lieber net. Find ich peinlich.

Maik: Okay, dann lassen wir das. Ich habe das Schwäbische ja auch nur als Fremdsprache gelernt.

Erich: Ja, ich nicht, darum kann ich auch nichts anderes.

Maik: Ich bedanke mich für das Gespräch.

Erich: Wir haben zu danken, hat uns auch Spaß gemacht.


MAIK

Gesprächspartner: Gor, Erich



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