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Live on Stage-Report: EXODUS | HEATHEN

13.07.2022 - Berlin @ Hole44



PERSONA NON GRATA EUROPEAN TOUR 2022


Ein lauschiger Sommerabend, verdammt gute Laune, zwei Bands, die ein jeder Thrash Fan fest in seiner DNA verankert haben sollte und dazu noch ein neuer, mir noch nicht bekannter Club im Herzen von Berlin Neukölln. Verdammt coole Voraussetzungen für einen Abend voller Harmonie und Gleichgewicht...zumindest was die Metallerseele anbelangt. Heathen und Exodus hatten sich angekündigt in dem kleinen, aber verdammt feinen Hole44 zum Tanztee zu intonieren und der harte Berliner Thrash Kern folgte diesem Aufruf nur allzu gerne.

Vorerst hieß es aber die neue Location ein wenig unter die Lupe zu nehmen, die sich gleich von vornherein als richtiges Kleinod entpuppte. Der untere Bereich so für 4 bis 500 Leute ausgelegt, wo hingegen man im oberen Bereich auf der Balustrade sicherlich noch 200 zusätzliche Musikfans parken kann. Schöne Kapazität, vor allem, da man durch die an der Decke befestigte Soundanlage von jeder Ecke, egal wo man steht, eine formidable Sicht auf die Bühne hat.

Auch ist der Club nicht in die Länge, sondern in die Breite gezogen, was anfänglich etwas merkwürdig ausschaut, sich aber auch hier als Vorteil herausstellte, da man selbst hinten das Gefühl hatte, direkt am Geschehen auf der Bühne teilhaben zu können.

Dazu verdammt nette Haussecurity, die üblichen Drinks und das verdammte Berliner Pilsner, was einfach nicht aussterben will. Bäh...Dennoch ist das Fazit mehr als positiv, auch aufgrund der Tatsache, dass sich nebenan ein verdammt leckerer sudanesischer Imbiss befindet, bei dem man für einen schmalen Taler megaleckeres Streetfood bekommt. Ergo: Ich komme gerne wieder. Doch zurück zur Musik.

Mehr als pünktlich, nämlich um kurz vor 20 Uhr, startete mit Heathen die erste Bay Area Thrash Legende mit ihrem Reigen und man merkte vom ersten Ton an, dass das Publikum voll auf der Seite von Kragen Lumm und David White war, der gleich zu Beginn sämtliche Hände abklatschte, die ihm entgegengehalten wurden. Aufgrund einer familiären Verpflichtung musste man auf Gründungsmitglied Lee Altus heuer verzichten, hatte aber mit Invicta Klampfer Kyle Edissi einen verdammt starken Ersatz im Gepäck, der während des gesamten Gigs ein Aktivposten war. Der Sound war fett, vielleicht ein wenig zu tiefenlastig, doch da fast alle Anwesende Songs wie “Dyingseason”, “Empire of the Blind” und natürlich das überragende ”Hypnotized” mitsingen konnten, machte das nicht unbedingt viel aus.

Man merkte der Band vom ersten bis zum letzten Ton die Lust am Spielen an, die Luft war erfüllt von Bier-und Schweißgeruch, überall flogen Haare und ich fühlte mich an selige Tage in den Achtzigern erinnert, wo man solche Konzerte 8-mal an sieben Tagen erlebte. Leider war nach knapp 40 Minuten schon Schluss, nicht bevor ich mit der Erkenntnis zum Rauchen ging, dass Heathen immer noch unfassbar Power in den Backen haben und hoffentlich noch lange weitermachen werden. Der käufliche Erwerb eines schicken Leibchens geriet da fast zur Nebensache und war aufgrund des hier präsentierten eine logische Konsequenz.

Auch bei den ebenfalls mehr als pünktlich um 21 Uhr startenden Bay Area Veteranen Exodus gab es personelle Veränderungen, denn ähnlich wie bei Heathen konnte Lee Altus natürlich auch hier nicht performen, hatte aber in The Black Dahlia Murder Klampfer Brandon Ellis einen mehr als würdigen Vertreter, der später im Verlauf des Konzertes zusammen mit Zetro den kürzlich verstorbenen Frontmann Trevor Strnad ehrte, was bei Vielen Gänsehaut hervorrief. Es gab da natürlich noch einen anderen Moment, doch dazu komme ich später.

Der Beginn war mit ”The beatings will continue” vom neuen Album ein klein wenig sperrig, doch spätestens beim folgenden “A lesson in violence” ging der thrashende Pöbel komplett steil und bereitete dem auf der Bühne schweißtreibend ackernden Quintett den Nährboden für einen 80 Minuten andauernden Nackenschlag. Zetro zeigte einmal mehr Seine Entertainer Qualitäten, Gary Holt feuerte ein gnadenloses Riff nach dem anderen ab und es war einfach schön zu sehen, dass Tom Hunting, mittlerweile nur noch ein Drittel seines früheren Umfangs, nach seiner grauenhaften Erkrankung und der damit einhergehenden Entfernung seines Magens, wieder in Hochform performte.

Er sorgte später dann auch für einen Gänsehaut Moment, als er sich am Bühnenrand stehend für all die Unterstützung der letzten Monate und Jahre bedankte. Es war einfach schön, dass trommelnde Urgestein wieder an der Schießbude zu sehen.

Der Sound war fett und Exodus rissen die ehemalige Galaxy Disco komplett ein. Der Mob feierte und drehte bei ”ToxicWaltz” komplett am Zeiger, erzeugte einen überbordenden Moshpit und sogarneine Wall of Death wurde initialisiert. Fuck, dass machte Spaß, Laune und zeigte einmal mehr, welchen Stellenwert die Kalifornier bis heute bei den Fans innehat. Sämtliche Klassiker wurden gespielt, es wurde mitgesungen, gefeiert und gegen halb elf wurde man schweißnass in die immer noch warme Abendluft entlassen. Mit der Gewissheit, dass Exodus noch lange nicht zum Altmetall gehören und jederzeit gerne wiederkommen dürfen! Das war ein fetter Strike of the Beast”.




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