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LOST IN GREY – Under The Surface (2021)

(7.205) Maik (5,8/10) Symphonic Metal


Label: Reaper Enertainment
VÖ: 02.07.2021

Stil: Symphonic Metal

 

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­Der Sommer fängt symphonisch an. Kaum hat sich in Finnland auch die warme Jahreszeit durchgesetzt, hängt dort der Himmel voller Geigen. Und Orchester. Und Bombast.

LOST IN GREY wollen ihre Mucke als theatralischen Metal verstanden sehen, und demzufolge wirkt das vorliegende Drittwerk der Finnesen auch eher wie ein Musical als wie eine Musik-LP. Gleich mit drei Gesangsakrobaten, zwei davon Damen, warten LOST IN GREY auf, wobei Emily eher opernhaft- sopranesk unterwegs ist und ihre Kollegin Anna die BATTLE BEAST- Masche pflegt. Sänger und Vocalist Harri zaubert dann noch ein paar Gesangsgrowls und Sprechgesang hinzu, und fertig ist der Lack. Ach, was sage ich, Lack? Blattgold und Straßsteine und viel barockes Geschnörkel tummeln sich auf dieser Platte.

Nun ist Symphonic Metal ja auch nicht mehr wirklich der neueste Schrei, und auch Damengesang in dieser Sparte dürfte beim Originalitätswettbewerb wohl eher hintere Plätze belegen. Dazu kommt leider auch, dass LOST IN GREY zwar versuchen, etwas Eigenständiges auf die Spur zu schicken, aber irgendwie wirkt das Ganze dann doch irgendwie wie von anderen Bands zusammengeborgt. Das geht von RHAPSODY OF FIRE bis NIGHTWISH.

Dazu kommt noch der zu erwartende Trällerelseneffekt, der sich hier zudem auch noch verdoppelt, und mit den bombastischen Keyboardorgien und den schwülstigen Chören eine zuckersüße Hochzeitstorte ergibt, die, sieht man von den gelegentlichen Growls und den unter Gebirgen von Zuckerguß vergrabenen Gitarren mal ab, eher ins Schlagerfach als in den Metalolymp strebt. Und schon METALLICA texteten „Nothing Else Trällers“, oder zumindest so ähnlich…

Zudem fällt auch auf, dass LOST IN GREY bestrebt sind, das Tempo niedrig zu halten. Wenn es, wie zum Beispiel in „Souffrir“ oder „Stardust I- The Race“, mal zu Ausbrüchen kommt, wird sofort mit einem akkustischen Klinkerklunk der Fuß vom Gaspedal genommen, als fürchte die Band, zu viele Schöngeister abzuschrecken. Interessant zwar der Walzerpart in dem Stück, aber auch den hatten wir schon auf vergleichbaren Veröffentlichungen. 

Etwas aus dem Rahmen fällt das folkmäßige „Varjo“, welches aber irgendwie an THE THIRD AND THE MOTAL und Konsorten erinnert, und demzufolge eben auch schon mal da war.

Nicht falsch verstehen. Es ist schöne Musik. Keine Frage. Aber man merkt schon, dass ein Keyboarder Hauptkomponist ist. Und dadurch wird das Endergebnis eben, naja, schön. Nett. Zuckersüß mit viel Schlagsahne und kostbarem Naschkram. Das kann man sich zwar anhören, aber man sollte, um Sodbrennen vorzubeugen, eine Handvoll Bullrichsalz in Greifweite halten.

Letztlich haben sich LOST IN GREY zwar viel vorgenommen, inwiefern sie mit diesem Album auf dem Symphonic Metal-Markt abräumen können, wird die Käuferschicht entscheiden. Wer wirklich alles an sinfonischen Metallarbeiten im Schrank haben muss, kann unbedenklich zugreifen. Oder eben Musical- Fans. Für die bieten sich auf jeden Fall orchestrales Ambiente und gute Gesangsarbeit.

Anspieltipp: „“Disobedience“ und „Souffrir“


Bewertung: 5,8 von 10 Punkten


Tracklist:
01. I
02. Disobedience
03. Waves
04. Shine
05. Varjo
06. Souffrir
07. Stardust I- The Race
08. Stardust II- Sand castles
09. Stardust III- The Abyss





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Tja...wohl doch erst wieder 2022...



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