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The new Breed: SEPULCRUM im Gespräch

Old School Death Metal aus Chile




GESTANK DER FÄULNIS



Death Metal aus Südamerika ist nicht erst seit Bands wie Krisiun und Mortem (Peru) hier in aller Munde. Dabei denke ich gern an solch Compilations wie Masacres from the Jungle zurück, der geniale wie auch deftige Kapellen wie Krueger, Sanctum Regnum oder Enslaver über den Teich brachte. 

Vor ein paar Tagen waren auch hier wieder Bands wie Goat Semen und die legendären, sowie recht bekannten Masacre unterwegs. Recht gut dazu gepasst hätte auch eine Truppe wie Sepulcrum aus Chile. Die gerade im März einen mehr als vielversprechenden Erstling über Chaos Records veröffentlichten. Der klassischen old school Death Metal im Stile früher Morbid Angel und Death voran treibt und gewiss Death Metal Maniacs der alten Schule aus den Socken prügelt. Dafür nahm ich Kontakt nach Puerto Montt zu Nicolás Miranda auf, der davon regelrecht begeistert war, wie ihr nachlesen könnt. Viel Spazz.

Bitte stellt Euch kurz vor. Wie kam es dazu, dass ihr euch entschlossen habt eine Band zu gründen? Wie habt ihr euch gefunden?

Hey, ich bin Nicolás Miranda, Gesang/Gitarre bei Sepulcrum. Bevor ich anfange, möchte ich Euch ersteinmal für die Gelegenheit danken, dieses Interview machen zu können und euer Interesse an Sepulcrum. Die Art und Weise, wie wir uns gefunden haben, geht ungefähr auf das Jahr 2016 zurück. Damals traf ich Oscar, als er fünfzehn Jahre alt war. Ich war achtzehn und wir versuchten eine brutale Death-Metal-Band zu gründen. Aber es war aus Zeitgründen ein gescheiterter Versuch.

Außerdem war ich bereits in meiner ersten Band Cavernal und bald darauf begann Oscar bei Altered Perception zu spielen. Ein Jahr später traf ich Sebastián (unseren Schlagzeuger) während einiger Proben, die ich mit Cavernal hatte. Weil er mit anderen Freunden von mir näher bekannt war. Als Schlagzeuger für Purulent Mutation und Exineratus, während er in Santiago lebte, und späterin unsere südlichen Länder zurückkehrte. Schließlich traf ich Nicolás Espinoza (unseren Bassisten), als ich an die Universität kam, um Musikpädagogik zu studieren. Er war mein erster Freund an der Universität, also verbrachten wir viel Zeit miteinander. Später war er auch Bassist bei Cavernal und nahm das erste und letzte Album „Nigrescent“ auf. Wir haben auch zusammen in Hallux Valgus mit Nicolás Espinoza als Bassist, Oscar als Gitarrist und mir als Sänger gespielt, bis zu meinem Ausstieg Ende 2021.

Sepulcrum begann auf seltsame Weise, weil Sebastián und ich nur zum Spaß gejammt und Coverversionen von Death und Deicide gespielt haben, aber irgendwann habe ich einen Teil des Songs „Abruption“ von der EP komponiert und versucht, ihn mit Sebastián zusammenzubauen. Ein großartiges und unerwartetes Ergebnis kam dabei heraus. Zufall über Zufall, ein paar Wochen vergingen und ich erhielt einige Textnachrichten von Oscar, in denen er darum bat, nach dem Ende von Altered Perception wieder in einer Band spielen zu wollen. Ich habe nicht gezögert, ihm zu sagen, dass er sich uns anschließen soll, weil ich wusste, dass er großartige Gitarrenfähigkeiten hat und dass es ein unterstützendes Element sein würde, wenn wir daraus ein ernsthaftes Projekt machen wollten. Der letzte Zufall war, als Sebastian Nicolás Espinoza bat, für die Band Bass zu spielen, und das Quartett war komplett und bereit gemeinsam voran zu kommen.

Auf was habt ihr Wert gelegt, als ihr Musiker für eure Band gesucht habt? War es schwierig diese zu finden? Gab es Dinge, die ihr dabei über die musikalischen Qualitäten gestellt habt?

Ich sehe dabei hauptsächlich zwei Hauptpunkte, als Musiker und als Person: Als Musiker ist das Wichtigste, dass er engagiert die Songs übt, zu den Kompositionen beitragen kann und vor allem Lust hat! Es besteht kein Bedarf, die besten und talentiertesten Musiker zu haben, wenn es nicht das Bedürfnis und den Wunsch gibt, als Band nach vorne zu schauen.

Noch wichtiger als Musiker, dass wir als Personen durch dick und dünn gehen können und uns unterstützen, das Zusammensein nicht nur bedeutet, eine Band zu sein und auf den Rest zu pfeifen. Das habe ich in der Vergangenheit gelernt. Es ist wichtig auch gemeinsam Probleme lösen zu können, aber sich auch gut zu kennen, zwischen Glück, Wünsche oder emotionale Tiefpunkte ist alles dabei.

Worauf lag der Fokus als ihr begonnen habt an dem Album zu arbeiten? Worin unterscheidet es sich zu früheren Aufnahmen? Nennt uns 3 Dinge die euer neues Album zu etwas Besonderen machen.

Wir wollten neue Elemente und musikalische Ideen anwenden, die wir theoretisch gelernt hatten, ohne jedoch den Fokus von der Tatsache abzulenken, dass wir rohen Death Metal spielen. Zum Beispiel ändert sich die Metrik, wenn vorhandene Möglichkeiten nicht komplett ausgenutzt werden, so gehen wir nicht über ein 4/4 oder 6/8 Takt hinaus. Manchmal ist man in der Lage, andere Metriken zu entdecken, wie z. B. 5/8 nach dem Solo von „Orbital Teratoma“ oder ein 9/8, der in der Mitte des langsamen Riffs auf „Slitting Coagulated Mass“ erklingt. Schon im Intro dieses Songs und am Anfang von „Caustic Inhalation“ können wir Polyrhythmen von 3:4 hören. Vielleicht könnte ich auch einige harmonische Aspekte nennen, aber es ist nichts sehr Komplexes daran, wie ich denke.

Ich denke, die Hauptsache war die Schaffung von Riffs, die zusammenpassen und wie eine Abrissbirne funktionieren. Der zweite Aspekt ist, dass das Album das Gefühl vermitteln soll, dass es während seiner gesamten Dauer mit hoher Geschwindigkeit funktioniert und dass die einzigen dosierten Phasen die es hat, das Instrumental „The Decay“ und der Song „Sick Delusion“ sind, der ein schleppendes Feeling mit sich bringt. Der letzte wichtige Aspekt sind die Bass-Soli, die den Songs immer eine besondere Note verleihen.

Was wolltet ihr mit der Wahl eures Bandnamens ausdrücken, standen auch andere Namen zur Auswahl? Was hat euch dabei bestärkt, Bücher oder besondere Filme?

Sepulcrum drückt die Agonie des Menschen und seine immerwährende Vereinigung mit dem Tod aus, die Erkenntnis, dass wir ihn niemals leugnen können und dass er immer eine Konstante in unserem Leben sein wird, so hartnäckig wie der Gestank der Fäulnis. Sepulcrum ist der Sarkophag, der die Gedanken der gequälten menschlichen Verdorbenheit und Obszönität enthält.

Ein anderer Name, der sehr passend gewesen wäre, hätte Exhumation sein können, weil er auch dieses Konzept der Nähe zum Tod innehat. An der Idee dazu haben wir als Band konzeptionell gemeinsam gearbeitet.

Sind euch Vorbilder wichtig? Haben bestimmte Musiker & Bands euch in irgendeiner Weise beeinflusst, wenn ja welche wären das? Wenn es diese musikalischen Ziehväter bei euch nicht gibt, was ist es dann?

Es gibt persönlich viele der klassischen Death Metal-Fronter, wie David Vincent, Glen Benton, aber vor allem Chuck Schuldiner, ich könnte auch Chris Barnes (Cannibal Corpse-Ära) und Masse Broberg (Hypocrisy-Ära) nennen. Mein Gesangsstil bei Sepulcrum war jedoch immer mit dem Gesangsstil von „Altars of Madness“ verbunden, es ist ein immenser Einfluss für mich.

Unser Drummer Sebastián hebt als Einfluss: Lee Harrison von (Monstrosity) und Pete Sandoval (Morbid Angel) hervor. Aber auch Drummer aus anderen Genres wie Buddy Rich und Dave Weckl! Oscar Gibert ist als unser Gitarrist geprägt von: Trey Azagthoth (Morbid Angel), Trevor Peres (Obituary) und Erik Rutan (Hate Eternal, Cannibal Corpse). Als persönliche Einflüsse nennen wir gern: Sean Kinney (Alice in Chains) und Steve Tucker (Morbid Angel). Nicolás Espinoza ist von Bassisten wie Alex Webster (Cannibal Corpse), Jason Hellman (Morta Skuld) und Chris Richards (Suffocation) beeinflusst.

Erzählt uns auf was legt ihr beim Songwriting besonderen Wert? Wie entstehen eure Songs, wer von euch ist dabei insbesondere beteiligt?

Das Rohmaterial der Songs sind die Riffs, auf deren Grundlage die Texte, Leads und Drums entstehen. Wenn wir dann die Skizzen zusammenstellen, finden wir weitere Dinge, die wir hinzufügen oder entfernen können, und wir verfeinern technische und Ausführungsaspekte, bis es schließlich so klingt, wie wir es wollen, und unseren Vorstellungen perfekt entspricht. Viele der kompositorischen Grundlagen werden zwischen Nicolás Espinoza und mir geschaffen, So bekommen die Songs den besonderen Touch von Sepulcrum.

Daran anknüpfend, was sind die Themen, die euch in lyrischer Hinsicht beschäftigen, woraus zieht ihr dabei eure Ideen? Gibt es Texter und Autoren, die euch dabei besonders imponieren?

Textlich sind wir stark von Lovecrafts Texten geprägt, sowie einigen Horrorfilmen, wie „The Thing“, „Evil Dead“, „Hellraiser“, „The Exorcist“ und den meisten Horrorklassikern.Ich mag die Idee, Lovecraft-Texte oder groteske Szenen aus Horrorfilmen musikalisch einzufangen, und zwar nicht auf eine nachgezeichnete Weise, sondern als Inspiration, um neue Erzählungen und Ideen zu schaffen, die diese Grundlagen fortsetzen, ergänzen oder einfach einige Aspekte davon haben.

Ich spreche auch sehr gerne über Krankheiten und psychische Störungen, weil es ein Thema ist, das viel zu erzählen gibt und sehr interessant ist. Stellt euch vor, ihr versucht, durch die Augen eines Schizophrenen oder durch eine mehrfach deformierte Person zu sehen. Und sogar bis über den Tod hinaus.

Wo fand euer erste und auch beste Auftritt statt? Bevorzugt ihr eher Club oder Festivalauftritte? Welche wären das? Und wieso eigentlich?

Unsere erste Show war im Kroovy Club, am 3.November 2019, hier in Puerto Montt. Sie brauchten eine Band, um einen anderen zu ersetzten, die Probleme hatte. Zu der Zeit hatten wir bereits fünf Songs, die vier von der EP und den Song „Lamentation of Immolated Souls“, darunter ein Cover von Nunslaughters „Death by the Dead“ und dem Morbid Angel Klassiker „Lord of All Fever and Plague“, genaues Datum am 03.11.2019.

Wir würden gerne mehr Festivalshows spielen, da wir erst auf einem aufgetreten waren. Alle anderen Shows waren in Clubs, obwohl es großartig wäre, in Clubs außerhalb unserer Stadt und außerhalb unseres Landes zu spielen.

Gibt es Bands, mit denen ihr gern mal auf Tour gehen würdet? Und falls euch ein Veranstalter mal buchen möchte, was müsste er dafür auf die hohe Kante legen?

Es gibt großartige Bands in unserem Land, mit denen man touren kann, wie Blood Oath, Mortify oder Antagonyze. Es gibt sogar Bands, die auf Hochtouren für ihre neuesten Veröffentlichungen sind, wie Suppression mit ihrem Album „The Sorrow of Soul Through Flesh“, Exanimatvm mit ihrem Album „Sollvm Ipsa Mor“ und Inanna mit ihrem Album „Void of Unending Depths“. Deals mit den Organisatoren sind völlig verhandelbar, aber das Wesentliche sind natürlich: Aufenthalt, Essen und Flug-Tickets.

 Was ist das Besondere an eurer Metalszene, in Eurer Heimatstadt? Welche Clubs oder Bands gibt es bei Euch, die man sich unbedingt merken sollte?

In unserer Stadt stechen am meisten die Bands hervor, die großartige Veröffentlichungen hatten, wie Infernal Slaughter mit dem unaufhaltsamen „Spilling Blood and Hate“ und Satanic Ripper mit dem mythischen „Southern Black Spells“. Aber Bands, die sich auch in der Szene bewegen sind die bereits erwähnten: Hallux Valgus, Death Metal mit progressiven Nuancen und einigen Überraschungen. Oscar Gibert als Sänger und Gitarrist. Andere Bands aus unserer Stadt, die sehr aktiv sind: Soul's Pyre, Rotten Hate, Osculum Obscenum, Regnum Et Mortem, Mortuary Hex, um nur einige zu nennen.

Nach bzw. mit dem aktuellen Release, was sind eure Pläne?

Nun, das Ideal wäre, Shows im ganzen Land zu planen, um unser neues Album zu präsentieren und unser Material zu bekannter zu machen. Wir haben derzeit ein Festival namens „Hellraiser“ im Februar 2024 bestätigt, dass in Laja, in der Nähe von Concepción, Chile, stattfindet. Und auch einige internationale Überraschungen, die folgen werden. Aber momentan konzentrieren wir uns darauf, alle Vorbereitungen für die Album-Release-Shows zu treffen.

Zum Abschluss, ihr könnt ein paar letzte Worte an unsere Leser richten.

Nochmals vielen Dank, dass ihr unsere Musik unterstützt. Danke auch unseren Freunden, dass sie immer bei uns sind und uns unterstützen, sowie unseren Familien, die unseren Lärm ertragen haben. Den Bands, die die Bühne mit uns geteilt haben, und mit uns verbunden sind. Den Labels, die mit uns gearbeitet haben und Vertrauen in unsere Arbeit haben. Und alle, die Sepulcrum bei unserem Weg bisher begleitet haben, und uns vorankommen sehen. Das ist erst der Anfang! Das ist Sepulcrum! Völlig morbider Death Metal!


TIMO

Interviewpartner: Nicolás Miranda (Vocals/Guitars)



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