Wir haben ein ziemlich gutes Gesamtpaket hinbekommen

Seit nunmehr 2001 treiben sich Discreation im todesbleiernden Untergrund herum, veröffentlichten dabei bis zum heutigen Tage 3 EP's und zwei komplette Alben, konnten mich überzeugen und meine Aufmerksamkeit erlangen. Allerdings hatte ich mitnichten damit gerechnet, dass die Hanauer Jungs nun mit "The silence of the gods" eines der besten Death Metal Alben des Jahres raushauen. Begeisternde Songs, mitreißendes Riffing und eine unfassbare Hitdichte machen diese Scheibe zu einem absoluten Ohrenschmaus. Ein Gespräch mit Gitarrist Sebastian Schilling war da die logische Konsequenz.

DISCREATION - The silence of the gods (Review)


Sebastian, seit 2001 gibt es Discreation, die immer wieder mit überdurchschnittlichen Releases begeistern konnten. Dennoch seid Ihr weiterhin irgendwo weiter im Untergrund, statt an vorderster Front mitzumischen. Frustriert das nicht?

Erst mal denke ich, dass wir uns nicht beschweren können. Es gibt die Band seit mittlerweile zwölf Jahren, und wir sind immer noch am Start und spielen Gigs und veröffentlichen Musik. Das ist ja auch schon ein Grund zur Freude. Ich denke auch, dass nach der Veröffentlichung von „Withstand Temptation“ einiges passiert ist. Wir haben viel mehr Gigs gespielt als in den Jahren zuvor, darunter die beiden „The Coming Death“-Touren mit Damnation Defaced und Voice Of Revenge. Bei der Coming Death Tour 2012 waren sogar Lay Down Rotten als Headliner dabei. So wollen wir das auch weiter durchziehen: so viel spielen wie möglich und weiterhin Mucke aufnehmen und veröffentlichen. Und natürlich hoffen wir, dass wir mit der Band weiter vorankommen!

Als Ihr 2010 „Withstand temptation“ veröffentlicht habt, war ich recht angetan. Dann kam Eure kostenlos downloadbare EP „Plague and fire“ und ich war mehr als positiv überrascht. Nun „The silence of the gods“ und ich bin begeistert. Innerhalb von drei Jahren habt Ihr einen musikalischen Quantensprung hingelegt. Erkläre mir mal diese exorbitante Steigerung?
Die „Withstand Temptation“ ist noch komplett im alten Line-Up entstanden. Die Songs sind über einen Zeitraum von mehreren Jahren geschrieben worden, dann hat es nach den Aufnahmen nochmal zwei Jahre gedauert, bis die Platte veröffentlicht worden ist. Die Songs von „Plague And Fire“ entstanden dann mit neuem Line-Up. Wir wollten geradliniger, düsterer und härter werden, was uns auf „Plague And Fire“ auch gelungen ist, wie ich finde. Kurze Zeit nach der Veröffentlichung verließ uns dann unser Drummer, und wir mussten erst einen neuen finden und einarbeiten. Nachdem das passiert war, haben wir sofort mit dem Songwriting für „The Silence Of The Gods“ begonnen. Wir haben uns bewusst selbst ein bisschen Druck gemacht und das Studio schon gebucht, als erst ein oder zwei Songs fertig waren. Die Steigerung, die du empfindest, würde ich daher auf die Neujustierung unseres Sounds und den Input der neuen Band-Mitglieder zurückführen.
Nochmal kurz zurück zu „Plague and fire“. Warum habt Ihr das Teil damals eigentlich kostenlos unters Volk geworfen?

Einerseits wollten wir, dass so viele Leute wie möglich die neuen Songs hören. Andererseits wäre es uns auch komisch vorgekommen, nur drei Songs auf eine CD zu pressen und dafür Geld zu verlangen. Zusätzliches Material hatten wir leider nicht, so dass wir schließlich entschieden haben, die EP als kostenlosen Download anzubieten. Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass die Songs vielleicht nochmal auf einer physischen Veröffentlichung ihren Platz finden.

Das neue Album…aufgenommen zusammen mit Jörg Uken, in meinen Augen für diese Art von Musik der fähigste Mann in Deutschland. Wie war die Zusammenarbeit? Ich habe Jörg als äußerst entspannten, angenehmen und vor allem extrem fähigen Menschen kennengelernt…
Das kann ich nur bestätigen. Wir haben zum ersten Mal komplett bei ihm im Studio aufgenommen, davor hat er lediglich Mix und Mastering übernommen. Es war sehr entspannt, Jörg hat alles im Griff, und man hat jederzeit das Gefühl, dass alles nach Plan läuft. Wir hatten drei Wochen gebucht, haben aber letztendlich nur etwa zwei Wochen gebraucht. Der Sound auf „The Silence Of The Gods“ ist definitv der Beste, den wir je hatten.

Die bisherigen Pressereaktionen waren allesamt hervorragend. Das muss doch trotz des kaum zu erwartenden kommerziellen Erfolges Wasser auf Euren Mühlen sein.

Klar, die bisherigen Reaktionen sind wirklich total abgefahren. Offenbar machen wir ja doch ein paar Sachen richtig, und das so euphorisch bestätigt zu bekommen, macht schon Spaß. Was den kommerziellen Erfolg angeht, muss man sich natürlich keine Illusionen machen. Wir wären schon froh, wenn alle Beteiligten ihre Kosten wieder reinbekommen und vielleicht ein bisschen was für die nächste Platte hängenbleibt.
Was mir unglaublich gut bei Eurem Album gefällt ist die Rifflastigkeit, die niemals zu Lasten eines Songs geht, sondern vielmehr jedes Eurer Stücke einzigartig und wiedererkennbar macht. Gehe ich vielleicht Recht in der Annahme, dass Ihr auch gerne mal ein gepflegtes Thrash Brett hört?

Unbedingt! Thrash ist schon auch ein wichtiger Einfluss. Zusätzlich stehe ich auch sehr auf die frühen Death Metal-Platten aus den USA, die ja auch immer eine starke Thrash-Kante hatten. Wichtige Einflüsse waren in unseren Anfangstagen zum Beispiel auch Vader oder God Dethroned, bei denen der Thrash ja im Grunde auch immer latent dabei ist.

Die Produktion, das Albumcover und extrem gute Songs…Ihr müsstet doch eigentlich rundum zufrieden sein, oder?


Im Großen und Ganzen ja. Es gibt natürlich immer hier und da Kleinigkeiten, die man anders hätte machen können. Aber ich glaube auch, dass wir ein ziemlich gutes Gesamtpaket hinbekommen haben.
Ich würde gerne ein klein wenig mehr über meine drei Lieblingssongs erfahren, wenn’s genehm ist: Anfangen tu ich mal mit „Tombworld“…

Der Anfang von „Tombworld“ stammt von unserem Gitarristen Dave. Der darauffolgende Blast greift das orientalische Flair auf und danach mussten wir sicherstellen, dass wir das Brutalitätslevel des Songs halten können. Insgesamt haben wir an „Tombworld“ relativ lange herumgewerkelt, weil wir nicht recht wussten, wie wir den Song beenden sollen. Ich glaube, wir haben es ganz gut hinbekommen. Der Text handelt von einer Welt, die im Prinzip ein einziger Friedhof ist. Eine gigantische Necropolis sozusagen.

I reign supreme“, der vor Wahnsinnsriffs nur so wimmelt.

„I Reign Supreme“ hat sich quasi von selbst geschrieben. Ich kam mit dem Anfangsriff in die Probe, Peter (Bass) steuerte die Strophe bei und der Mittelpart war auch schnell gefunden. Sowas passiert ziemlich selten und ist deswegen schon etwas Besonderes. Den Text sollte man nicht ganz ernst nehmen. Wir müssen selbst immer breit Grinsen, wenn wir den Song spielen. „I am the wasteland warlord, I am the outlaw king“…
Und mein absoluter Lieblingssong, der Nackenbrecher und Ohrwurm „Silent hunger“.

„Silent Hunger“ stammt komplett von Dave. Er meinte eigentlich, dass der Song nicht so gut zu uns passt, aber wir anderen fanden ihn einfach zu gut, um ihn nicht mit auf die Platte zu nehmen. Der Song hat besonders durch das Riffing am Anfang ein ganz spezielles Flair.

Was erwartet Ihr von „The silence of the gods“?

Wir hoffen, dass möglichst viele Leute unser neues Album hören. Und vor allem hoffen wir, dass wir noch mehr als bisher für Konzerte gebucht werden. Toll wäre auch, wenn wir auf dem einen oder anderen Sommerfestival spielen könnten.

Wenn ich es richtig mitbekommen habe, habt Ihr „The silence of the gods“ komplett in Eigenregie verwirklicht, seid aber bei Remission Records unter Vertrag. Wie sieht da die Zusammenarbeit aus?

Das stimmt. Die Platte und das Cover waren bereits fertig als wir begonnen haben, verschiedene Labels zu kontaktieren. Remission Records hat uns ein sehr faires Angebot gemacht, weswegen wir auch nicht lange überlegen mussten, ob wir es annehmen. Bisher läuft die Zusammenarbeit sehr gut und wir hoffen sehr, dass es sich für beide Seiten auch auszahlt.

Was muss man als Fan tun, um Euch schnellstens live mal in Augenschein nehmen zu können?

Zu einem der nächsten Gigs kommen. Wir haben für dieses Jahr noch zwei Konzerte ausstehen. Am 9.11. in Hünfeld bei Fulda und am 23.11. in Gelnhausen. Ansonsten auch gerne die lokalen Veranstalter ansprechen, dass sie uns buchen sollen.

Was muss man als Booker tun, um Euch auf die Bühnen zu lotsen?

Das ist ganz einfach, man muss uns nur kontaktieren und sagen, wann wir wo sein sollen.

Hier hast Du jetzt noch die Möglichkeit, Dich auszulassen. Also quasi Deine letzten Worte…

Vielen Dank für das Interview und dein Interesse an Discreation. Kauft unsere neue Platte „The Silence Of The Gods“. Death Metal Victory!

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