Eine gute Melodie ist wie ein guter Kleber

19 Jahre, 9 Alben, das Attribut als eine der besten Bands der Welt und von den Fans und vor allem den Kritikern heiß und innig geliebt. Thresholdkönnten sich eigentlich gemütlich zurücklehnen und das genießen, was sie bereits erreicht haben, doch fürs Altenteil scheinen sich die Sechs aus Südengland wohl doch noch zu schade. Gut so, denn sonst müsste die Welt auf ein weiteres Klassealbum namens „March of progress“ verzichten, was einem akustischen Weltuntergang gleichkommen würde. Gut, in meinem Review habe ich immer wieder die Vergleiche zum überragenden Vorgänger „Dead reckoning“ angestellt, an den das neue Album nicht heranreicht, was aber aufgrund der Genialität des 2007 veröffentlichten Meisterwerks nicht ganz so dramatisch ist, doch merklich auffällt. Dies ist mit Sicherheit aber auch dem Umstand geschuldet, dass ich ein großer Fan von Andrew „Mac“ McDermotts Stimme war, der allerdings kurz danach die Band verließ und durch den Ex-Frontmann Damian Wilson ersetzt wurde, der nun sein bereits 5 Jahre dauerndes Comeback endlich auch auf Polykarbonat gibt. Auf jeden Fall ergab sich eine Menge Stoff, um bei Richard West mal nachzufragen, was im Lager der Prog-Metal Kings so abgeht.
Ich freue mich sehr darüber, endlich mal mit Euch sprechen zu können, da ich selbst seit langem Fan Eurer Musik bin, doch verzeiht mir bitte, wenn ich mit zwei Fragen zu Eurer Vergangenheit beginne: Der 3.August 2011. Was ging an diesem Tag in Euch vor, als Euer alter Sänger Andrew McDermott verstarb?


Ich war total schockiert und traurig. Nachdem er 2007 die Band verlassen hatte, haben wir den Kontakt zueinander verloren. Letztmalig sah ich ihn im Frühjahr 2007, als wir das Video zu „Pilot in the sky of dreams“ gefilmt haben. Wir hatten zusammen eine tolle Zeit und haben einige mehr als wunderbare Alben aufgenommen und daher ist es sehr traurig, dass es vorbei und er nicht mehr unter uns ist.


Als danach Damian Wilson erneut in die Band einstieg war es da bereits abzusehen, dass er zukünftig auch als fester Bestandteil von Threshold agieren würde?


Anfangs nicht. Zunächst kam er ja nur in die Band, um die bereits gebuchten Shows durchzuziehen, doch je mehr er zeigte, was er noch so drauf hat wurde es immer klarer, dass er erneut ein Teil der Band werden würde. Es war also kein Schnellschuss, sondern eher ein langsamer Prozess.


Nach 5 Jahren endlich mit „March of progress“ ein neues Album. Seid Ihr da völlig unbefangen herangegangen oder war auch für Euch der Druck groß, nach dem Jahrhundertalbum „Dead reckoning“ einen ebenbürtigen Nachfolger präsentieren zu müssen?
Der Druck war auf jeden Fall groß, denn „Dead reckoning“ war ein wunderbares und großartiges „Mac“ Album. Dementsprechend hatte wir jetzt die Aufgabe, ein ebensolches „Damian“ Album zu machen und alle Einflüsse, die wir uns in all den Jahren angeeignet hatten und den Klang der früheren Tage komplett einzubeziehen. Natürlich hatten wir dabei die alten Alben mit ihm am Mikro im Hinterkopf und es dauerte eine ganze Weile um herauszufinden, wie das wohl klingen würde.

Wie sind denn die Reaktionen bislang? Ich habe ja schon viele Reviews gelesen, die Euch über den grünen Klee loben, doch nur wenige (mich inbegriffen) der ein wenig Kritik äußert.

Die Reaktionen bislang haben uns komplett umgehauen, denn damit hatten wir so massiv nicht gerechnet. Wir haben unglaublich viele „Album des Monats“-Awards eingesackt und tierisch viele Chart Platzierungen. Ich würde lügen wenn ich sagen würde, dass es nicht gut für uns laufen würde (grinst).

Ist es eigentlich eine große Bürde, sich immer wieder übertreffen zu müssen, um es den Fans und vor allem den Kritikern recht zu machen? Ich stelle es mir recht stressig vor, oder prallt sowas an Euch ab?
Eine Bürde weniger, dafür ziemlich viel Stress, denn es ist immer und für jede Band ein Problem, wenn eine solch tiefgreifende Veränderung vonstatten gegangen ist wie ein Sängerwechsel. Doch wir haben uns konzentriert daran gemacht, die besten Songs zu schreiben die es für uns gibt und das ist einfach eine Formel innerhalb der Band, die sich nie verändert hat und sich über all die Jahre mehr als bewährt hat. Es ist ein linearer Prozess, denn wenn unsere Qualitäten als Songwriter wachsen, wächst auch die Qualität des jeweiligen Albums. Daran arbeiten wir ständig.

Erklärt mir doch bitte mal Euer Albumcover. Dornen an den Handgelenken, dazu der Versuch einen Schmetterling zu fangen. Was habt Ihr Euch dabei gedacht?

Da musst den Künstler fragen, denn wir haben ihm lediglich ein paar Zeilen über die Inhalte der Albumtexte mit auf den Weg gegeben und diese hat er dann in dem Cover selbst interpretiert. Allerdings hat er das mehr als gut hinbekommen und das Konzept, das wir Alle denken, unsere Ziele bereits erreicht zu haben, diese allerdings noch außer Reichweite legen, klasse umgesetzt.

Bitte erzählt mir ein klein wenig über meine drei Lieblingssongs auf dem Album, beginnend mit „Ashes“.

„Ashes“ war das erste Lied, was mir Karl (Groom) vorspielte und schon in der Rohfassung war uns sofort klar, dass dies der Opener sein würde. Wir lieben es einfach, unsere Alben mit einem solch großen Ausbruch an Energie und Melodie zu starten.
Den absoluten Zungenbrecher „Liberty Complacency Dependency

Den wir nur „LCD“ nennen (grinst). „LCD“ ist eigentlich das zentrale Thema des Albums. Es geht in diesem Stück um das Konzept, dass ein Imperium auf Knechtschaft, Glauben, Mut, Freiheit, Fülle, Egoismus, Selbstgefälligkeit, Apathie und Abhängigkeit besteht, um dann wieder zurück zur Knechtschaft zu gelangen.

Und meinen absoluten Favoriten „The hours

Ein Song über Beharrlichkeit und da es eine recht lange Zeit dauerte, diesen Song zu schrieben, ein mehr als passendes Thema (lacht). Ich habe eine menge Ideen unseres Bassisten Steve Andersen hier mit eingebaut, der somit erstmals als Co-Writer auf einem Threshold Album auftaucht

Wie schafft Ihr es eigentlich immer wieder, Eure mehr als komplexen Songs so einfach klingen zu lassen?

Ich glaube es liegt einfach daran, dass es immer melodisch bleibt, denn eine gute Melodie ist wie ein starker Kleber, der alles zusammenhält. Wenn Du einen Song erstmals hörst, erkennst Du als Erstes die Melodie, doch je öfter man den Song dann hört, desto mehr erkennt man die Komplexität, die dem jeweiligen Stück zugrunde legt.
So langsam wird es auch mal wieder Zeit für eine flächendeckende Tour. Wie sehen da die Planungen aus?

Die laufen auf Hochtouren und ich kann bereits jetzt verraten, dass wir im März 2013 eine Europa Tournee starten werden, gefolgt von einigen Festivals, wobei das Rock hard bereits bestätigt ist. Ich freue mich wahnsinnig darauf, die neuen Songs live auf der Bühne zum Leben zu erwecken.

Ich muss immer wieder schmunzeln, wenn andere Leute über Euch als Thresh Band sprechen. Ein wunderbares Wortspiel.

Ich manchmal auch. Um den Stempel des „Progressive metal“ den wir aufgedrückt bekommen haben, haben wir lange gekämpft und obwohl ich eigentlich generell gegen jegliche Kategorisierung bin, habe ich mich mit diesem „Titel“ abgefunden, denn er umschreibt einfach am besten unsere Musik. Aber ein bisschen „thresh“ darf es auch sein. Es passt beides und umfasst beide Genres, die wir mit unserer Musik abdecken wollen.

Ich bedanke mich für das wundervolle Gespräch und bitte Euch um die letzten Worte:

Ich bedanke mich bei allen, die uns immer unterstützt haben und auch zukünftig werden. Es ist einfach schön zu wissen, dass die Fans selbst nach einem Sängerwechsel immer noch loyal zu uns stehen.

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