Auf den Spuren des Mitclan

Albez Duz ist eine Berliner Band, die ihren eigenen Weg durch den Underground sucht. Wie beispielsweise Kadavar auch eine Berliner „Doom“ Band, die national kaum Beachtung findet aber fröhlich mit Ihrem Retrosound durch das Ausland tourt und an den Mainstream Medien vorbei rauscht. Albez Duz als Retro Doom Band zu bezeichnen wäre totaler Schwachsinn. Man spürt diese Gruppe sucht Ihren eigenen Sound und Ihr eigenes Publikum. Mit Ihren zweiten Album "The coming of Mictlan" habe Sie Ihre Audiovisionen ins World Wide Web geschickt. Ich sitze jetzt hier im Westend Friedhof und unterhalte mich mit Alfonso und Impurus , um zu erfahren, was hinter AD so alles steckt.
Hello ihr beiden, Albez Duz haben ein neues Album rausgebracht, das meiner Meinung nach genial ausgefallen ist und wenn ich die Platte höre, spüre ich die Präsenz des verstorbenen Lord Petrus?

Impurus
; Gewisse Ähnlichkeiten sind sicherlich da, aber da ist vor allen Dingen Alfonso, der ja singt und Pete Steel (Peter Steele, früher Lord Petrus Steele, eigentlich Peter Ratajczyk, (* 4. Januar 1962 in Brooklyn, New York; † 14. April 2010) ist natürlich irgendwo ein Einfluss,, aber nicht nur er. Wir machen DOOM und diese Musik braucht nicht nur verzerrte Sounds, es braucht auch Tiefe und ja, Peter Steel ist natürlich ein Einfluss, keine Frage“. (Legt die Hände zusammen, hebt sie und schaut nach oben in den Himmel und verneigt sein Haupt).


Ich denke es kommen die gleichen Emotionen der gleiche Eindruck rüber wie bei Hören der alten Sachen von Type-O-Negative oder bei Carnivore ?

Impurus: Also, das kann ich bestätigen, allerdings hat das jetzt auf die Musik selber keinen Einfluss. Dieser Einfluss kommt vor allen Dingen, würde ich sagen, durch den Gesang hervor. Die Musik selber ist eher von anderen Sachen beeinflusst, als jetzt speziell Type-O-Negative habe ich auch gerne gehört, aber da sind alle möglichen Sachen, speziell die frühen 90er Jahre, Paradise Lost, Tiamat, bis hin zu ganz alten Geschichten, aus den 70er Jahren wie Pink Floyd, solche Geschichten beeinflussen die Musik von AD
2009 habt ihr euer Debüt-Album aufgenommen. Welche Erfahrungen habt ihr mit diesem Album gemacht?

Impurus
: Die Idee mal in die Richtung zu gehen gab es eigentlich bereits 2006. Ich mache auch andere Musik, bzw. habe bisher andere Musik gemacht, eher Black Metal, aber Doom und so alte Sachen von früher haben mich immer gereizt. 2009 war es dann so weit. Damals hatte ich einen anderen Sänger, Lars (Lars Kaeding † 28.01.2011), und mit dem hatte ich diese erste CD aufgenommen, die keinen Namen hat, die heißt nur Albez Duz.


Ja und der (Lars) ist kurz, nachdem die CD 2011 herauskam, gestorben. Das war sehr tragisch, wir waren schon Freunde, aber unter Musikern ist man halt nicht so am dicksten befreundet, sondern hat eben vor allem musikalisch miteinander zu tun. Von daher war die Motivation erst mal unten, ich hatte nicht vor weiter zu machen, aber die Zeiten sollten sich ja doch noch ändern.

Und dann hast du Alfonso getroffen

Impurus: Richtig. Dann haben wir uns getroffen, auf einem Konzert war das. Wir haben vorhin überlegt, aber wissen nicht mehr genau, welches das war.

Alfonso Wahrscheinlich waren wir beide ein bisschen dicht (beide lachen)“...Ja und so kam das dann eben.


Also ihr habt euch getroffen und was war dann euer nächster Schritt?

Alfonso
: Das war einfach, Musik zu machen. Er sagte er hätte so ein Doom Projekt. Wir haben uns bei ihm getroffen, hatten ein paar Biere intus und hörten Mucke. Dann hat er mir 2 Songs vorgespielt und ich dachte; Das klingt geil, also war ich sofort dabei. Das war der nächste Schritt, alles funktionierte spontan und sehr locker und ’Zack Zack’ standen wir zusammen im Proberaum.

Wo habt ihr dann die Platte aufgenommen?

Impurus
: Das haben wir selber aufgenommen, das heißt, für den Probenraum habe ich mir mittlerweile ein Equipment besorgt, mit dem man Schlagzeug und Gitarre in echt aufnehmen kann und von daher ist das jetzt auch meine erste eigene Produktion. Da muss ich ganz klar sagen, das hatte auch finanzielle Gründe. Wo kriegt man heutzutage 4 - 5 Tausend Euro für eine Produktion her? Die hatten wir nicht, wir hatten auch keinen Deal (Plattenvertrag) zu dieser Zeit.

Und da hatten wir uns eben gesagt; Gut. Dann nehmen wir das selber auf. Das war sehr mühsam, also ich kann nur jedem davon Abraten das zu machen, das ist irgendwann völlig geistesgestört.. Aber es hat dann doch geklappt. Das Mastering haben wir nicht selber gemacht, das hat ein guter Bekannter von uns, der Andy Claasen (ex-Holy Moses sein Stage One Studio ua. Asphyx, Destruction, Dew-Scented, Disbelief, Malignat Tumor) gemacht. Der hat noch einiges herauszuholen können und zum Schluss - Ja, es klingt nach einer CD. „ (beide lachen)
Was wolltet ihr eigentlich mit dem Titel des Albums sagen? Es geht dabei doch um die Unterwelt der Azteken oder?

Alfonso
Ganz genau. Natürlich hat es mit den Geschichten der Azteken zu tun, Mitclan ist die aztekische Unterwelt; und es ist so als ob diese Unterwelt nach oben, hier her zu uns kommt und Teil von einem anderen Teil wird....so in etwa, aber es ist offen für eigene Interpretationen. Wir wollen auch nicht viel darüber sagen was Mictlan bedeutet, das ist interpretativ und wir wollen auch, dass die Leute das selber erfahren.

Kommt das in allen Songs vor?

Impurus
: Das „Coming of Mictlan“ ist eher allgemein gedacht, also kein Konzept Album und der Track „Mictlan“ ist der Song den wir als erstes promoten werden.

Alfonso:
Naja, letztendlich wollen wir alle promoten hahaha. Es sind 7 Lieder, aber besonders hervorheben würde ich zum Beispiel „Firewings“ (dazu gibt es eine akustische Version von OURVISION.it im Netz), das ist das erste Lied auf der Platte, einfach weil es zuerst entstanden ist. Das hatte ich ihm (Alfonso), glaube ich, als erstes vorgespielt, der Song war seit längerer Zeit fertig und das hatten wir dann auch relativ schnell im Kasten. Und dann natürlich auch Mictlan selber, das ist als zweites entstanden: Das ist im Prinzip die Reihenfolge wie es entstanden ist und wie es jetzt auch auf der CD gelistet ist – von Firewings bis hin zum letzten Lied, „Twist in My Sobriety“, diese Coverversion, die ist ganz zum Schluss entstanden.

Wie kamt ihr eigentlich dazu, dieses Lied auszuwählen?

Impurus:
Das ist ja schon von 1988, das Lied kenne ich seit frühester Kindheit und man hat es immer wieder im Radio gehört.

...also mehr musikalischer Natur, nicht dass ihr etwas mit dem Text verbindet?

Impurus:
Ja, mehr so musikalisch.

Alfonso:
Als Impurus zu mir sagte er wolle diesen Song covern, habe ich sofort gesagt: Ja, Man. Wir waren anfangs ein bisschen skeptisch, Coverversionen zu machen und so aber ich habe es mir genau vorgestellt und meinte machen wir es.

Gibt es eine Geschichte hinter dem Albumcover bzw. wer hat es gemacht?

Impurus:
Den Künstler, der das gemacht hat, kenne ich bereits seit 12, 13 Jahren. Der hat jetzt keinen Künstlernamen, der heißt einfach nur Philipp und ist auch nur ein Künstler aus Berlin. Wer meine alten Arbeiten kennt (Dies Ater als Drummer- 1994-2014) da hat er schon ab der dritten CD die Cover gemacht.

Die (Albumcover) haben einen so ganz speziellen Touch, weil er eigentlich so ganz miese Comics malt und so hast du ein bisschen davon auch mit drinnen. Das unterscheidet sich so schon von anderen Covern. Das, was er da jetzt gemacht hat, ich weiß nicht genau wie er das gemacht hat. es ist handgemalt und irgendwas rein gebastelten, keine Ahnung wie diese Technik funktioniert.

Es gab also keine Vorgabe seitens AD?

Impurus
: Doch, Der Schwan kommt aus dem Mund dieser Mumie. Diesen Schwan hat man schon auf der ersten CD gesehen. Das war mir wichtig und diese Mumie soll schon den Mictlan symbolisieren.

Alfonso “
Mictlantecuhtli (Herr des Todes) ist der Herr der Unterwelt fast eine Art Mumie und insofern hat das perfekt zusammen gepasst. Das entstand spontan. Wir haben nicht gedacht wir wollen eine Mumie sondern der Philipp S. Neundorf kam und zeigte uns die Vorlagen.. es war Mictlantecuhtli (Herr des Todes) für mich.

Ist Okkultismus in eurer Musik, in eurem Leben ein Thema, das ihr gerne bearbeiten würdet?

Alfonso:
Ja schon, aber Konzept Alben wollen wir nicht machen. Aber wenn wir über Okkultismus oder auch Magie dem so genannten Okkultismus (Wissen des Verbotenen -rp) reden ist es für uns ein Thema und es wird ein auch Thema für uns bleiben.
LaVey oder Crowley?

Alfonso “
Ich denke mehr LaVey

Ist für dich LaVey ( Anton Szandor LaVey (Howard Stanton Levey am 11. April 1930- † 29. Oktober 1997), war Gründer und Hoherpriester der Church of Satan) mehr ein Humanist oder ein Satanist?
Alfonso:
LaVey ist eigentlich nur LaVey.

Impurus:
Da kann ich mich nicht anschließen, aber das ist meine persönliche Meinung.

Und eure Meinung zu Philosophie? Zum Beispiel Nietzsche?

Alfonso:
Nee. Ich denke Philosophie ist nicht mehr unser Ding. All diese Fragen und so weiter, stellen wir uns nicht mehr. Nee.

Und hat auch dann das Nichts für euch keine Bedeutung?

Alfonso:
Das Nichts. Das ist doch das Alles. Das Nichts und das Alles sind miteinander verbunden.

Was sind eure musikalischen Wurzeln? Was macht ihr momentan noch nebenbei AD?

Alfonso:
Die 70er Jahre sind für mich ganz wichtig. Auf jeden Fall Black Sabbath und dann Led Zeppelin, Deep Purple, The Doors und so weiter. Und dann kommen die 80er und so weiter, aber meine Leidenschaft sind auf jeden Fall die 70er

Also definitiv Vinyl?

Alfonso:
Ja. Vinyl auf jeden Fall.

Impurus: ja,70er, da kann ich mich nur anschließen aber auch nicht alles, also so Krautrock und solche Geschichten sind schon schwer verdaulich. Ich finde nur manche Sachen gut. Geil finde ich zum Beispiel Jefferson Airplane und natürlich Black Sabbath oder Black Widow. Die haben wir zum Beispiel auf dem ersten Album gecovert. Das war eine lustige Geschichte danach hat sich der Flötenspieler, Cliff, von Black Widow bei uns gemeldet hat und meinte das er unser Cover sehr geil fand, das hat mich natürlich sehr gefreut. Oder Hawkwind.. da könnte man jetzt ins Unendliche gehen. Fakt ist, die alte Musik ist viel interessanter für mich als all der neue Scheiß. Es war auch mein Ziel, mit Alfonso zusammen etwas kreieren indem man weggeht von diesen neuartigen Produktionen, die erst-mal knallen und super bombastisch klingen, aber keine so richtige Langzeitwirkung haben. Das heißt das Schlagzeug muss nach einem Schlagzeug klingen und keine Triggerscheiße und so weiter.

Wann stellt Ihr Euch live dem Publikum vor?

Impurus
: Das kann schon passieren. Zumal wir mit zwei guten Freunden, die jetzt fest in der Liveband drinnen sind, schon geprobt haben. Zurzeit fehlt uns noch ein Lead-Gitarist, aber ich denke das wird sich relativ schnell ergeben. Ja und dann werden wir 2015, hoffe ich, vielleicht sogar eine kleine Tour spielen.. Man kann sagen Alfonso und ich sind sozusagen unterforderte Musiker, die zu viel Drang haben, als jetzt nur Sachen aufzunehmen, sondern wir wollen das auch live präsentieren und Alfonso hat, genau wie ich, schon Live-Erfahrung und das macht natürlich schon Bock.

Habt ihr euren Zuhörern noch was zu sagen, denen etwas mit auf den Weg geben?

Impurus:
Nö, Nix.

Das war also alles?

Impurus:
Na ja was soll man sagen?; So ’Geht auf unsere Facebook Seite’ oder so einen Scheiß, machen wir nicht. Es gibt nichts weiter zu sagen.

Also. Fuck Facefuck und hört euch die Platte an....

Alfonsos
letzte worte DOOM ON! Doom fucking on man!.. Langsam und tief.

PASCAL ROGL

CHIARA MAZZOCCHI (Fotos)

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