Ich muss unumwunden zugeben, dass ich ein mächtiger Fan der Schweden von F.K.Ü. bin, die ich mit dem 2013 erschienenen Album "Rise of the mosh mongers" erstmals so richtig kennenlernte. Ok, der Name war mir schon geläufig, doch so richtig konnte ich mit der Truppe aus Uppsala vorher nichts anfangen, da ich einfach nie was zu Gehör bekam. Für mich als absoluten Thrash Maniac natürlich ein schweres Vergehen, wie als wenn Lemmy abstinent geworden wäre und somit deckte ich mich vinyltechnisch mit allem ein, was der Backkatalog des Quartetts hergab. Das Ergebnis: Totaler Fanboy dieser verrückten Dudes.

Dementsprechend nervös wurde ich natürlich als bekanntgegeben wurde, dass nach einer vierjährigen Wartezeit mit "1981" ein neues Album auf den Markt kommen würde, welches ich dann nach Erscheinen vollends in mich aufsog und wahrscheinlich noch Jahre abfeiern werde. Das liegt nicht nur an dem Umstand, das F.K.Ü. hier nicht eine Schamhaaresbreite Platz für Pausen lassen und alles niederknüppeln, was sich wehrend entgegenstellt, sondern vor allem daran, dass hier meinen alten Horrorhelden gehuldigt wird, die ich seit Kindesbeinen an vergöttere und mir später fast alle habe tätowieren lassen. Natürlich packte ich sofort die Gelegenheit beim Schopfe und zerrte Larry Lethal vors Mikro, der sich als mehr als angenehmer Gesprächspartner entpuppte…
Larry, ähnlich wie bei Motörhead macht Ihr es Euren englischsprechenden Fans nicht gerade einfach, Euren Bandnamen richtig auszusprechen oder wie kommen die Leute mit dem U Umlaut zurecht?

Gar nicht (lacht). Die Punkte in unserem U sind einfach nur Verzierung, ähnlich wie auch bei Mötley Crüe oder die von Dir erwähnten Motörhead. Es ist einfach eine visuelle Geschichte und Du hast schon recht, denn gerade die Fans aus anderssprachigen Ländern haben keine Ahnung, was man mit einem Umlaut so anfangen kann. Den Quatsch gibt es ja nur bei Euch, hahaha.

1981 warst Du gerade mal süße 4 Jahre alt. Hast Du überhaupt irgendeine Erinnerung an diese Zeit?
Ha! Ja, habe ich, denn 1981 ist meine Familie von England nach Schweden gezogen und ich musste dann ziemlich schnell schwedisch lernen, was ich aber ganz gut hinbekommen habe. Ist als Kind eh einfacher, als wenn man bereits erwachsen ist. Also muss ich Dich in dem Fall enttäuschen, denn ich erinnere mich tatsächlich an etwas. Aber mit Horrorfilmen habe ich erst etwas später angefangen (lacht).

Welche Gründe waren denn für Dich ausschlaggebend, irgendwann mal mit diesem Genre zu beginnen?

Es war einfach aufregend, als ich meinen ersten Horrorfilm im Haus eines Freundes sah, dessen großer Bruder alles hatte, was das Herz begehrte und wir dann im Wohnzimmer seiner Eltern uns zu Tode gruselten, wobei ich meist ein Kissen vor den Augen hatte, hahaha. Es war total aufregend, da es in dem Alter ja eigentlich verboten war, solche Filme überhaupt zu schauen, aber das machte ja den Reiz aus. Ich glaube, dass es für jedes Kind aufregend ist, seinen ersten Horrorfilm zu schauen und wenn sich daraus auch noch eine Obsession entwickelt wie bei mir, ist eh Hopfen und Malz verloren (lacht).

Welcher Film war denn Dein erster?

Evildead (Tanz der Teufel) von 1981. Passt, oder? Hahaha. Er ist immer noch mein absoluter Alltime-Favorit und ich habe mich zu Tode gegruselt.

War das einer der Gründe, weshalb Ihr die Coverversion von Death‘ „Evil dead“ mit aufs Album gepackt habt oder ward Ihr einfach zu faul, selber einen Song über diesen Film zu schreiben?

Hahaha, Vorsicht! Aber nein, wir hatten tatsächlich auch selber einen Song über diesen legendären Streifen geschrieben, doch irgendwann fiel uns ein, dass es da ja einen Song mit der gleichen Thematik gibt und die Idee, von diesem Stück eine Thrash Coverversion zu machen, gefiel uns total gut und er funktioniert so wunderbar. Außerdem ist es für uns ein toller Tribut an Death und vor allem Chuck Shuldiner, den wir alle lieben und verehren.
Die Idee ist aber nicht neu, denn Dragonforce haben ja vor ein paar Monaten diesen Song selbst gecovert (hier klicken)

Was??? Ehrlich??? Davon wusste ich nichts und ich glaube auch keiner sonst aus der Band. Muss ich sofort mal antesten.

Erzähl mir mal ein klein wenig über die Entstehungsgeschichte von „1981“. Wann entstand denn die Idee ein Album aufzunehmen, welches den unsterblichen Horrorklassikern diesen großartigen Tribut zollt?

Wir haben ja bislang auf jedem Album diese Thematik in einigen Songs aufgegriffen, aber noch nie den echten Titel des Films als Song verwendet. Wir haben alle schon immer Horrorfilme geliebt und lieben diese natürlich immer noch und überlegten uns, ein spezielles Album zu diesem Genre aufzunehmen, wussten aber anfangs nicht, wie wir das umsetzen sollten oder was wir da genau machen wollten. Die Idee an sich, nur Horrorfilme als Thema zu nehmen, gefiel uns von Anfang an und als das als Grundgerüst feststand, ging das Songwriting quasi wie von Geisterhand (lacht). Wir wollten es den Leuten auch einfach machen und verwendeten dann gleich die Titel der Filme, so dass sich keiner die Mühe machen muss nachzudenken, um welchen Streifen es sich nun handelt.

Pat, unser Bassist, ist der größte Nerd dieses Genres in unser Band und er kam gleich mit der Idee um die Ecke, sich speziell auf 1981 zu konzentrieren, da dies DAS Jahr für Horror und Slasher Filme überhaupt gewesen ist und dementsprechend hatten wir natürlich aus über 200 Filmen die Qual der Wahl, geeignete Filme / Songs auszusuchen. Das war total geil und der Albumtitel stand dadurch natürlich auch sofort fest und alle waren begeistert. Das Cover sollte dann natürlich auch wie eine olle VHS Kopie aussehen, wenn dann so richtig authentisch. Wir lieben das Konzept und die Reaktionen da draußen geben uns recht…die Leute lieben es.

Wenn ich aber Eure Bandhistorie mal zu Rate ziehe…gegründet 1987, sprich in diesem Jahr 30jähriges Bestehen und dazu kamen in diesem Jahr ebenfalls großartige Filme wie Evildead 2, Hellraiser, Bad Taste oder Nekromantik…da hätte man doch gleich 1987 als Albumtitel nehmen können, quasi als Brückenschlag zur Bandgeschichte…
Das wird dann das nächste Album, hahaha. 1981 war einfach DAS Jahr…aber die Idee von Dir gefällt mir.

In meinem Review schrieb ich, dass der Sound auf dem neuen Album eine ganze Kante erwachsener klingt, dreckiger, dunkler und nicht mehr so…ich nenne es mal „happy“. Ist das eine direkte Folge Eures Drummelwechsels, da ja Dr.Killer Miller durch Emp ersetzt wurde?

Sehr gut erkannt, denn genauso ist es! Als wir mit Emp angefangen zu spielen und zu proben, haben wir darüber gesprochen, wie wir uns das nächste Album so in etwas vorstellen würden, etwas punkiger, thrashiger und dreckiger. Wir wollten die Spannung hochhalten und nicht in irgendeiner Form uns selbst kopieren, um somit langweilig zu werden. Die Songs sollten alle etwas kürzer werden...nach dem Motto „Bämm…next Song…bämm…next Song“

Was Euch wunderbar gelungen ist, denn es gibt keinerlei Pause zum Luftholen…

Richtig und das hat die ganze Planung so richtig interessant gemacht. Als ich dann die ersten 2-3 Songs geschrieben hatte fragte ich Emil aka.Emp, ob er eigentlich auch Songs schreiben würde und etwas für F.K.Ü. auf Tasche hätte. Somit kam es, das Emp als neuer Drummer gleich 4 Songs beigesteuert hat, was mich total begeisterte. Er ist großartig darin, diese Songs auch so umzusetzen, gerade in den punkigen Parts, was nicht alle Thrash Drummer so hinbekommen. Es passt einfach perfekt und gerade live kracht es an allen Ecken und Enden (lacht).

Gut, dass Du das Thema „Live“ ansprichst…warum ist es für deutsche Fans nicht möglich, Euch mal auf der Bühne zu sehen? Bislang habt Ihr ja um unser Land immer einen großen Bogen gemacht…
Da gebe ich Dir unumwunden recht. Es ist eine totale Schande, dass wir noch nie in Deutschland gespielt haben. In der Schweiz, Belgien, Italien oder wie am letzten Wochenende in Japan haben wir schon unsere Visitenkarte abgegeben. Wir haben eine interne Prioritätenliste und da stehen Konzerte bei Euch an allererster Stelle. Wir brauchen dafür nur eine Booking Agentur, die uns mal zu Euch holt.

Wenn man Euer neues Album bei den einschlägigen Firmen bestellen will, bekommt man als Goodie eine F.K.Ü. Kotztüte dazu. So schlimm finde ich die Scheibe nun wirklich nicht…

Hahaha, nein, ich auch nicht. Das war ein Einfall von Pat und dafür muss man ein absoluter Horror-Nerd sein, so wie er einer ist, um diese Idee zu verstehen. Als diese Filme in den Achtzigern in die Kinos kamen, hatten die Betreiber berechtigte Sorge, dass die Leute beim Anblick dessen, was da auf der Leinwand gezeigt wird, ihr Kino vollgekotzt wird. Dementsprechend reagierten die Marketing-Leute und packten zu der Eintrittskarte einfach eine Kotztüte mit bei. Wir fanden die Die total witzig und haben sie so übernommen, um das Album noch einen Tick authentischer zu machen. Ich find’s saukomisch (lacht).

Larry, Du bist ja nicht nur Sänger bei F.K.Ü., sondern verdienst nebenbei Deine Brötchen als Produzent, Masterer und Engineer. Ist da die Band doch mehr ein besseres Hobby oder Hauptaugenmerk für Dich?

Die Band ist ein sehr ernstes Hobby, denn leben können wir davon selbstverständlich nicht. Ich weiß auch nicht, ob es dazu jemals kommen wird, doch wenn dem so sein sollte, werde ich mich nicht dagegen wehren (lacht). Jeder von uns hat Jobs und kümmert ich dennoch so viel und oft um F.K.Ü., wie es die Zeit zulässt. Dazu kommt noch die Familie, Privates. Für mich persönlich ist es natürlich schön und erfüllend, nebenbei noch meine Brötchen mit Musik zu verdienen.
Zum Schluss habe ich noch 3 Entweder/Oder Fragen für Dich, die Du dann bitte auch kommentieren solltest. Die erste lautet: VHS oder BluRay?

Das ist eine gemeine Frage…ich werde mal Deine Regeln etwas unterwandern, denn der Vergleich hinkt einfach ein wenig. Wenn ich alte Klassiker sehen will, bevorzuge ich ganz klar VHS und dann am besten die Kopie einer Kopie einer Kopie. Klar hat man bei einer BluRay das perfekte Bild, doch da geht der Zauber eines alten Films in meinen Augen kaputt. Ich will eine durchgeschnittene Kehle bei Freitag der 13. nicht in HD sehen (lacht), Neue Filme bevorzuge ich natürlich in der perfekten Qualität…

Jason Vorhees oder Michael Myers?

Oh, da muss ich vorsichtig sein. Für mich wäre es Vorhees, doch Pat ist der absolute Halloween Fan und würde mich jetzt killen, wenn er das liest (lacht). Es ist eine harte Entscheidung, denn eigentlich bin ich selber mehr der Freddy Krüger Fan.

1981 oder 2017?

(überlegt lange) 2017, denn heute ist es die perfekte Zeit den Leuten zu zeigen, was 1981 so alles abging (lacht). Aber heute sind wir mit der Band wirklich an einem Punkt angelangt, wo es sich besser denn je anfühlt, diese Formation am Leben zu erhalten und in dieser zu spielen. Es ist spannend, aufregend, das Album ist großartig und es macht unbändigen Spaß, zusammen mit den Jungs auf der Bühne zu stehen. In der Bandgeschichte ist 2017 das wohl aufregendste Jahr überhaupt.

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