Am kommenden Freitag ist es endlich soweit und das neue Baby aus der Altenessener Thrashschmiede erblickt die Welt und schickt sich an, als erstes Album überhaupt, die deutschen Charts zu erobern. Das liegt in der Luft und wer bereits in den Genuss von „Gods of violence“ gekommen ist, wird mir sicherlich (naja…bis zu einem gewissen Grad) beipflichten. Frisch, herrlich spritzig und wie aus einem Jungbrunnen entstiegen kredenzt das Quartett bereits früh in diesem Jahr ein mächtig steiles Teil, welches zum Jahresabschluss in vielen Polls weltweit eine führende Position einnehmen wird. Die logische Konsequenz? Ein Interview muss her, welches ich voller Spaß mit einem mächtig gut aufgelegten Sami führte, dessen hervorragende Deutschkenntnisse mich doch etwas überraschten, war ich doch komplett auf Englisch eingestellt…

Am kommenden Donnerstag spielt Ihr als eine Band, die mittlerweile große Hallen füllt erstmals seit langem in einem sehr kleinen Club und zwar im Berliner Musik & Frieden. Habt Ihr Bock auf richtig derben Körperkontakt? Keine Angst, dass der Laden danach Schutt und Asche ist?

Ahh, Du kommst also auch zum Musik & Frieden? Sehr cool, freut mich. Schutt und Asche…natürlich haben wir absolut nichts dagegen, wenn es so kommt, hahaha. Wir freuen uns sehr auf die Intimität dieses Clubs und haben absolut nichts dagegen, auch solch kleine Shows zu spielen. Ich weiß nicht, wer ursprünglich auf diese Idee kam, doch ich finde sie klasse, auch um die neuen Songs live zu testen. Das macht schon alles Sinn, denn danach haben wir, nach einer Woche Pause, bereits die Pre-Produktion zur anstehenden Tournee. Ja, es macht immer noch Bock…

Werdet Ihr denn auf diesem außergewöhnlichen Event ausschließlich neue Songs präsentieren oder auch auf älteres Material zurückgreifen?
Wir waren vorhin noch im Proberaum und werden insgesamt 6 neue Songs spielen und natürlich auch eine Menge altes Zeugs, denn dafür bleibt immer Zeit, hahaha. Ich freue mich darauf zu sehen, wie die neuen Songs ankommen werden.

Sami…16 Jahre Kreator, 5 Alben, unzählige Tourneen rund um den Erdball und du siehst immer noch jung und frisch wie am ersten Tag aus. Erzähl mir bitte, wie man das macht? Die Finnischen Gene?

(lacht sich kaputt) Glaub mir, dass sagt man mir nicht jeden Tag, im Gegenteil. Ich sag mal…Photoshop, hahaha. Halt, Moment…äääh…Musik und Metal hält jung, das wäre wohl die passendere Antwort (lacht wieder ansteckend). Aber vielleicht liegt das Aussehen auch daran, dass wir Blonde etwas langsamer grau werden. Ich mache mir darüber keinerlei Gedanken. Vom Kopf her bin ich eh noch ein verrückter Teenager, hahaha.

„Gods of violence“ war ja nun schon eine Weile für die Presse verfügbar und wird jetzt endlich für die Masse am Freitag veröffentlicht. Ist bei Euch noch die Spannung da? Auch wenn die Scheibe schon seit geraumer Zeit fertig ist?

Die meisten Plattenfirmen, wie auch unser Label Nuclear Blast, wollen meist bereits ein halbes Jahr vorher Material haben, damit die Promotionmaschine angeworfen werden kann. Das macht schon Sinn, denn die Leute sollen ja schon irgendwie erfahren, dass etwas Neues im Anmarsch ist. Das ist auch für eine etablierte Band wie uns immer wieder ein Neustart, der natürlich auch mit Nervosität verbunden ist, vor allem, wenn man die neuen Stücke dann live dem Publikum präsentiert und die Reaktionen sieht. DAS ist der beste Moment überhaupt, DAS hält die Spannung hoch und wir freuen uns darüber immer wieder.

Wie lief denn das Songwriting zum Album? Ihr hattet Euch ja ein klein wenig rargemacht, nur vereinzelt Festivals gespielt…und dennoch klingen die neuen Songs frisch, spontan und irgendwie gar nicht wie am Reißbrett konzipiert...
Dankeschön, sind sie ja auch nicht. Mille hat als Hauptsongwriter immer mal wieder Songideen an alle geschickt und nach deren Meinungen gefragt und ob irgendwer da was zusteuern will…

Sehr nett von ihm, dass er Euch noch fragt…

Hahaha…genau. Naja, wir dienen ihm schon manchmal als Inspiration. Nee, er fragt schon oft während des kreativen Prozesses nach unseren Meinungen, so demokratisch sind wir. Manche Ideen von mir sind auch auf der Platte gelandet, manche halt nicht, so ist das nun mal. Die Arrangements haben wir dann zusammen im letzten Winter im Proberaum ausgearbeitet. Wenn ich es mir recht überlege befinden sich auf dem Album Ideen, die durchaus schon 2-3 Jahre auf dem Buckel haben und deshalb haben wir uns wirklich etwas weniger auf Konzerte, sondern auf das Songwriting konzentriert.

Was sich ja gelohnt hat, denn Ihr seid unsere CD der Woche. Aufgenommen habt Ihr ja im Fascination Studio in Örebro. Für dich ein Vorteil als Skandinavier?

Vielleicht ein bisschen, denn es war näher zu meiner Heimat und ein wenig schwedisch kann ich auch sprechen, aber die Arbeitssprache war Englisch, dass versteht ja nun wirklich fast jeder. Das Schlagzeug haben wir in Stockholm direkt aufgenommen, denn Jens Bogren hat nunmehr sogar 2 Studios, doch das war von der Umgebung nicht vergleichbar mit Örebro, denn dort bist du inmitten der Wälder, das nächste Dorf ist 30 Kilometer entfernt, da kannst du so richtig fokussiert arbeiten. Das hat sich auch auf das Gitarrenspiel ausgewirkt, den Gesang und das ganze Tralala, hahaha.

Also hat Euch die Ruhe gutgetan?

Auf jeden Fall. Beim letzten Album hingegen war es tiefster Winter und nicht so schön wie jetzt bei den Aufnahmen im Sommer 2016. Sommer ist immer besser, ob nun in Skandinavien oder auch hier in Deutschland. Nein, es war wirklich schön und eine tolle Zeit.

Wie Du ja bereits sagtest, hat Jens Bogren das Album produziert und ich finde…saustark! In einer Zeit, wo fast jede Metalband mit Andy Sneap arbeitet eine willkommene Abwechslung. Wie war das Arbeiten mit ihm und konnte er alle eure Vorstellungen umsetzen?
Das Arbeiten mit ihm war sehr entspannt, denn er war bereits im Entstehungsprozess der neuen Songs eingebunden. Er hat früh schon Songfragmente von uns bekommen, hat diese editiert, Vorschläge gemacht, wo man etwas hätte verbessern könnte oder stattdessen arrangieren könnte. Er war eigentlich die ganze Zeit ein kreativer Begleiter. Er hat nichts komponiert, aber in Bezug auf die Songstrukturen durfte er sich immer einbringen. Er ist ja selbst sehr musikalisch und von daher ein wichtiges Bindeglied gewesen…außerdem brauchte man bei der zweiten Produktion nicht mehr ganz so höflich zueinander sein, hahaha.

Intern haben wir in der Reaktion auf die Chartplatzierung gewettet. Ich sage, dass „Gods of violence“ auf Platz 1 einstiegen wird. Was glaubst du?

(lacht sich wieder kaputt) Das wäre natürlich sehr cool, glaub ich aber nicht…obwohl…

Powerwolf waren mit ihren letzten beiden Alben, davon eine Live CD, zweimal auf der Pole Position in Deutschland…

Ok, es ist vielleicht nicht ganz unmöglich. Klar hoffe ich es, aber ich Realist. Naja…eigentlich interessiert es mich nicht sonderlich. Nein…stimmt nicht, habe gelogen, hahahaha. Ich erwarte nicht viel, freue mich aber trotzdem, wenn es klappen sollte. Deutschland und Finnland sind METAL LÄNDER (lacht wieder, dass man unwillkürlich mitlachen muss…)

Ihr habt für den Song „Side by side“ sehr viel Lob aus der schwul/lesbischen Szene geerntet. Habt Ihr mit solch einer Resonanz für diesen Song für Toleranz und ein friedliches Miteinander gerechnet?

Der Chorus ist da sehr direkt und für jedermann verständlich und die Reaktionen darauf haben mich und auch die anderen Jungs sehr gefreut, da wir uns alle ganz klar von Homphobie distanzieren und abgrenzen. Wir verurteilen alles, was beispielsweise in der Richtung in Russland abgeht, aufs schärfste. Ja, mich haben die Reaktionen wirklich sehr gefreut, vor allem wenn man bedenkt, dass die Leute vorher noch nie was von Kreator gehört hatten…zum größten Teil zumindestens.
Kurz nach dem Release geht es ja bereits auf große Rundreise zusammen mit Sepultura, Aborted und Soilwork. Macht Dir persönlich diese Rumreiserei noch Spaß?

(atmet schwer durch…) Jaaaa….doch. Es macht mir immer noch Spaß, vor allem ist der Tourstart für mich optimal, denn wir sind anfangs in Helsinki und Finnland unterwegs und danach halt im Rest Europas, wo mir das Touren viel mehr Spaß macht, als beispielsweise in Amerika…

Warum?

Es ist einfach langatmiger. Die Fahrten zwischen den Auftrittsorten sind länger. Mir persönlich liegen Festivalauftritte am meisten, wenn man ein paar Tage dazwischen hat, sich erholen und die Gegend auskundschaften kann. Der Höhepunkt des Tages sind dann natürlich die anderthalb, zwei Stunden auf der Bühne, wo hingegen man die restlichen 22 Stunden irgendwie rumkriegen muss. Aber das erzählt ja jeder und ich will echt nicht jammern…

Hört sich aber ein klein wenig so an…

Hahahaha…NEIN!!!

Du hast ja mit Barren Earth und vor allem Waltari noch zwei Standbeine, wobei mich am meisten interessiert, ob es mit Waltari in der Zukunft weitergeht?

Gute Frage. Beim Live Line Up bin ich nicht mehr dabei, weil mir dafür einfach die Zeit fehlt, doch im letzten Oktober hatte wir in Helsinki mit vielen Freunden eine 30 Anniversary Show, bei der wir von vielen Leuten unterstützt worden sind. Beispielsweise hatten wir mit den Jungs von den Hellacopters tatkräftige Unterstützung oder auch eine finnische Opernsängerin war zusammen mit einem klassischen Streicher Quartett am Start, um mit uns Teile aus unserer Death Metal Oper „Yeah! Yeah! Die! Die!“ zu performen. Das war ein großartiger und nostalgischer Abend, doch leider bleibt für mehr keine Zeit bei mir. Der Kalender hat nur 12 Monate und der Tag leider auch nur 24 Stunden…obwohl manchmal etwas mehr echt gut wäre, hahaha.

Vielen Dank Sami für ein tolles, lustiges und hoffentlich für Dich nicht langweiliges Gespräch…

Ich danke Dir und nein, es war überhaupt nicht langweilig, im Gegenteil. Wir sehen uns am Donnerstag in Berlin!

Social Media

Album der Woche

Album des Monats

Album des Jahres

The new breed

P P P

Z.O.F.F. 2020

alter Z.O.F.F.

On Tour

VERLOSUNGEN

ZO SONGCHECK

V.I.P.

Schrod's...

wo wir sind

Der Patch

Join the Army

Damit das klar ist