BARGE TO HELL

03.-07.12.2012 - Nassau (Bahamas) @ Kreuzfahrt

Text: Remi Cote

Übersetzung: Na icke!!!

Hi Leute, mein Name ist Remi, bin 43 Jahre alt und ein Metal Fan aus Quebec, Kanada. Da ich bereits seit über 30 Jahren in der Szene aktiv bin, haften mir einige „Etiketten“ an. Zum einen arbeite ich für einige Plattenfirmen und PRC Music, zum Anderen hatte ich mit PROFUSION einen Plattenladen 2003 eröffnet, den ich aber 2011 verkaufte. Ich lebe für die Musik, sie fließt durch meine Adern und ich werde versuchen, Euch in meinem Bericht eine kleine Vorstellung vom Alltag bei der erstmals stattgefundenen BARGE TO HELL zu übermitteln. Ich bin kein Journalist, einfach nur ein Metalfan und ich maße mir dies auch nicht an. Ich verkaufe und vertreibe Musik und das ist das Beste, was ich kann. Also habt Geduld mit mir, wenn mein Artikel nicht auf Augenhöhe mit dem ist, was Ihr im Terrorizer oder Decibel zu lesen bekommt.

Ich kann im Nachhinein nicht wirklich sagen wie und warum, aber wir haben es irgendwie geschafft, diese Reise zu überleben und sicher nach Hause zurückzukehren. Warum „überleben“? Es gab keine Flugzeugabstürze, Tsunamis oder Titanic-like Katastrophen aber wie man sich denken kann, hinterlassen einige der besten Bands der Welt, viele Freunde, Bars ohne Ende und ein Haufen Metalheads seine Spuren. Dies sind auf jeden Fall alles Gründe, warum ich der Barge to hell 2 schon entgegenfiebre, denn dies war das verdammt beste Festival, auf dem ich je war. Ihr solltet das nächste Mal unbedingt dabei sein…

So flogen nun am 01.Dezember ich und meine 6 Freunde von Montreal aus los und konnten bereits im Vorfeld sagen, das uns eine Menge Chaos und Spaß erwarten würde, denn bereits beim Check in lachten wir uns die Ärsche ab. Die Party begann also bereits um 4:30 Uhr morgens und nach einer gründlichen Leibesvisitation von mir und meinem Metalbrother Eric durch den sehr coolen und gesprächigen Kerl an der Grenze (nennen wir ihn einfach „Dick“), konnten wir endlich das Flugzeug besteigen und kamen so über New York nach Fort Lauterdale in die Sonne, um die Strände und kistenweise Bier vor unserem Trip zu genießen. Mission bis dahin vollstens erfüllt.

An unserem persönlichen D-Day am 03. Wachte ich bereits früh auf, „genoss“ ein tolle Frühstück (Muffins und Cereals), um dann endlich in Richtung Hafen aufzubrechen. Als wir mit unserem privaten Shuttle dort ankamen, sah man nur schwarze Shirts, Tätowierungen und Shane von Napalm Death, die Jungs von Krisiun und Enslaved machten Fotos mit den Fans und wir wussten: Wir sind Zuhause. Home sweet home!

Exodus im Dustern

Nach dem Check-in und der Suche nach unserer Kabine war es Zeit, das Boot mal auszuchecken und eine Menge cooler Leute zu treffen. Exodus standen bei mir ganz oben auf dem Zettel, um den Reigen im Chorus Line Theater zu beginnen. Ein sehr cooler Club und mein Lieblingsplatz auf dem Schiff, sehr bequeme Sitze, man konnte von überall super sehen und der Sound war fantastisch, egal wo man sich gerade aufhielt. Leider war es mir natürlich nicht möglich, alle Shows zu sehen, da sich vieles überlappte, doch am ersten Tag gabe es wie bereits erwähntExodus (solid as usual), Soilwork (Dirk ist GOTT und Speed war mehr als beeindruckend), ein bisschen Holy Moses, bei denen ich buchstäblich in kleine Stücke gerissen wurde, ein wenig Enslaved (Killer show).

Sodom killten auf dem Pooldeck alles und jeden, doch mein erstes großes und persönliches Highlight wurden (wie bereits von mir im Vorfeld erwartet)Behemoth. Ich schwöre beim Kopf meiner Frau, dass ich die Polen noch nie so stark, so unfassbar böse gesehen habe wie hier. Der Teufel quoll fast aus jeder Ritze der Wände um uns herum aufgrund der Härte und Präzision…ich wurde vollkommen umgehauen und das nach vielleicht 5 Stunden Schlaf in den letzten 48 Stunden. Somit wurde es dann für mich Zeit, mein Etagenbett für eine Mütze voll Schlaf zu entern in der Gewissheit, einen genialen ersten Tag erlebt zu haben…jedenfalls schlief ich mit einem fetten Grinsen auf meinem Gesicht ein.

Am Morgen des 4. begannen die Dänen von Artillery den bunten Reigen, die ich allerdings verpasste, da ich mich bereits in die Schlange vor dem Merchstore einreihte, der ebenfalls gegen 10 seine Pforten öffnen sollte. Yeah, ich bin 43 Jahre alt, brauche aber unbedingt mein Merch. Leider war es für mich ziemlich hart, denn Größen XXL suchte man fast vergeblich. KeinBehemoth Shirt, keins von Graveund schon gar nicht von Enslaved…fuck! Lediglich ein geiles Possessed, einMonstrosity und natürlich das offizielle Barge to hell Shirt inklusive Basecap fanden den Weg in meinen Beutel…Life goes on.

Auf dem Pooldeck zerlegte nunMorgoth das Schiff in seine Einzelteile, denn sie waren absolut fantastisch, großartig und ihr Set war ein Killer! Danach überraschten mich die Franzosen von Loudblastkomplett und traten mir gepflegt in den Arsch. Eine mehr als angenehme Überraschung soweit es mich betraf, da ich seit gefühlten Ewigkeiten von den Jungs nichts mehr gehört hatte. Klasse! Sacred Reich waren danach der absolute Irrsinn und killten ebenfalls alles um sich herum. Es machte unfassbaren Spaß die Band zusammen mit den Jungs von Municipal wastevom Pool aus zu beobachten, denn Phil Rind und seine Jungs hatten mächtig Bock und zeigten das auch. Nach 20 Jahren der fast vollständigen Abstinenz ging ich komplett steil!


In der Spectrum Lounge gab’s dannNecronomicon (meine kanadischen Landsleute), die ich bereits vorher schon sehr oft gesehen hatte und denen ich ihren momentanen Erfolg mehr als gönne. Allerdings war es kein Vergnügen, auf dieser Bühne zu spielen, denn erstens war der Sound schlecht und zweitens konnten wir von ihnen nicht allzu viel sehen, da der Laden richtig voll war und uns eine Barriere die Sicht erschwerte, was es natürlich mehr als erschwerte, die Band in vollen Zügen zu genießen. Bitte liebe Verantwortliche: Nehm diesen Zaun nächstes Jahr weg, denn er ist ärgerlich und absolut unnütz! Als nächstes gab es Brujeria, die mir allerdings nichts gaben und somit ging es zusammen mit Corrosion of conformity für mich auf einen Trip zurück in die Zeit, denn die Jungs traten in Originalbesetzung auf, wie ich sie erstmals Mitte der Achtziger in einer kleinen, verkackten Bar in Montreal zu sehen bekam…und das war pure Glückseligkeit! Unglaublich und reines Gold für einen alten Wiederling wie mich. Immer noch beseelt von diesem fantastischen Auftritt hechteten wir zum Chorus Line, wo Napalm Death zum Tanz aufspielten. Ich habe sie in der Vergangenheit unzählige Male gesehen, aber dieser Auftritt war völlig göttlich! Ich liebe die Jungs einfach dafür, dass sie Material von all ihren Klassikern spielten und Barney so intensiv wie noch nie auf der Bühne abging. Mayhem haben wir nach diesem Inferno übersprungen und sind gleich rüber zu Sanctuary, die scheinbar trotz fast 20jähriger Abstinenz, nie weg gewesen zu sein schienen.


Sehr intensiv, ebenso wie At the gates, die danach das Pooldeck zerlegten und ebenso wieMoonspell danach wieder im Chorus line die Leute in Bewegung brachten. Der Sänger dwer Portugiesen hatte eine seltsame Wirkung auf die Damen…In der Lounge baten Municipal waste zum Tanztee, die wir allerdings kaum erkennen konnten, weil sich so viele Leute vor der Band tummelten. Ich verstehe nicht, warum diese Killerband nicht im großen Auditorium gespielt hat. Sepultura auf dem Pooldeck als Nächstes und ich muss sagen, dass ich kein großer Fan der Band mehr bin. Sie spielten zwar eine recht erstaunliche Setlist, doch irgendwie hatte ich mehr das Gefühl, eine gute Coverband zu sehen. Possessed zerlegten danach das Chorus line in all seine Einzelteile. Als ich sie ebenfalls Mitte der 80ger letztmalig sah, waren sie gut…20 Jahre später fantastisch! Jeder Song ein Klassiker und allein Jeff Becerra auf der Bühne zu sehen, war ein Erlebnis. Dies war dann auch mein letztes Konzert für heute, denn ich konnte mich kaum mehr auf meinen Füßen halten…

Unser dritter Tag war der sogenannte „Day off“ und wir verließen das Schiff, um Nassau unsicher zu machen. Ab zum nächsten Starbucks für eine endlich vorhandene WiFi Verbindung und einen wohlverdienten Kaffee. Danach nahmen wir uns ein Taxi und starben gefühlte 25x auf dem Weg zum Strand. Von diesem Höllenritt erholten wir uns dann an einem schönen Fleckchen am Meer. Das Wetter war fantstisch und wir hatten eine tolle Zeit. Allerdings kann ich, da ich 1-2x im Jahr selbst in den Süden fahre ganz klar sagen, dass ich die Bahamas und vor allem Nassau als Urlaubsziel empfehlen würde, denn es ist lächerlich teuer und in Mexiko als Beispiel bekommt man für erstaunlich weniger extrem mehr geboten. Unser Taxifahrer erzählte uns, dass Michael Jackson einmal 25.000 Doller pro Übernachtung auf Paradise Island gezahlt hat. Ich entgegnete, dass Onkel Tom bei uns umsonst schlafen würde!

Zurück auf dem Boot, mit weißen Sand in den meisten unserer Körperöffnungen rannte ich zu meinem neuen Freund Andrew, um mit ihm Monstrosity zu schauen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich vorher nie die Möglichkeit hatte, die Jungs mal live zu begutachten und daher war die Band meine absolute Priorität Nummer Eins. Ich wurde nicht enttäuscht, denn die Jungs ballerten solide von Anfang bis Ende und zerkleinerten Alles auf jede erdenkliche Art und Weise. Erstaunliche Musiker, die eigentlich weitaus mehr Aufmerksamkeit verdient hätten, als wie sie ihnen zuteilwird. Auf dem Rückweg gelang es mir noch, ein paar Songs vom zweiten Morgoth Gig in der Spectrum Lounge zu erhaschen und erneut killten die Jungs gewaltig. Nach einer schnellen Dusche ging ich rasch zurück, um Grave zu sehen, die mit einem genialen Set aufwarteten und ihr neues, geniales Album vorstellten.Grave sind GOTT und sie machten mich an diesem Abend zu einem sehr glücklichen Seemann. In der Chorus Line griff ich noch Paradise Lost ab, denn ich war schon immer ein Fan der Briten, kaufte mir sogar Tags zuvor noch ein Shirt von den Jungs, doch was da auf der Bühne abging, war die größte Enttäuschung der gesamten Kreuzfahrt. Ich werde dazu nicht weiter ins Detail gehen, da ich gewöhnlicher weise keine Bands verreiße…doch das war ganz großer Mist und ich war total enttäuscht. Dafür holten michSanctuary erneut aus meiner Trauer und präsentierten sogar einen neuen Song. Himmel, ich kann es kaum erwarten, dass neue Album in den Händen zu halten. Beim Herausgehen nahm ich noch ein paar Songs von Bonded by blood mit, die ebenfalls großartig waren, nahm ein paar Drinks und war irgendwie glücklich, wieder in der Koje zu liegen…

Der vierte Tag am 06.Dezember sollte brutal werden…und er begann auch mit einem lauten Knall:Solstafir! Das war die absolut beste Band, um diesen Tag zu beginnen. Auf der Bühne sehen sie jedenfalls sehr viel relaxter aus als wenn sie versuchen, einen Jetski zu steuern…ich gehe da mal nicht weiter ins Detail. Zu Solstafir sei noch zu sagen, dass sie die perfekte Band waren, um den Tag mit einem Glas Milch (!!!) und einem glasierten Donut auf dem Liegestuhl liegend zu beginnen. Die Jungs haben einen großen Fan mehr! Dark sermon im Spektrum waren super und das obwohl ich mit ihrem Mix aus modernem Detah Metal und Deathcore eigentlich nicht allzu viel anfangen kann, doch sie haben eine Killer Bühnenpräsenz, sehr intensiv und saucoll. Ich empfehle Euch, die Jungs mal etwas eingehender unter die Lupe zu nehmen.


Nun rannte ich aber schnell in Richtung Pooldeck, wo die zweite meiner absoluten Favoriten nun spielen sollten: November’s Doom. Paul ist Gott und singt wie ein ganz großer Meister seines Fachs. Solide ist kaum der passende Ausdruck, um die Livepräsenz dieser genialen Band zu beschreiben und da ich alle ihre Alben besitze und jeden Song auswendig kenne, war dies mein absolutes Highlight des gesamten Trips. Sogar „Woods of ypres“ wurde gespielt…ein verdammt magischer Moment und ich hoffte, dass sie noch zwei Stunden hätten weiterspielen können. Ich werde jedenfalls versuchen, die Jungs alsbald wieder live zu begutachten. Hackneyed konnte ich noch ein klein wenig abgreifen, doch das war nicht unbedingt meine Art von Musik, ebenso wie Holy Moses, die allerdings erneut eine Menge Leute vor die Bühne zogen und durchaus super Musiker sind, die den Aufenthalt sichtlich genauso genossen, wie ihre Fans. Wir legten dann erstmal bei Johnny Rocket einen kleinen „Burger Zwischenstop“ ein, um danach im Spektrum Headcrusher zu sehen, einer großartige Band mit unfassbar viel Präsenz und musikalisch ähnlich zu At the gates. Gegen halb drei ging ich dann zurück zum Pool, um mir Rotting christreinzuziehen, die von den Fans euphorisch empfangen wurden, richtig gut taten und soweit es mich betrifft ruhig öfter aufspielen könnten. Die Griechen hatten sich ihren Slot auf dem Schiff redlich verdient.


Neugierig war ich endlich mal Vital remains live zu sehen, obwohl ich nie ein allzu großer Fan ihrer Musik war und dementsprechend ging ich ohne große Erwartungshaltung an den Gig heran. Überraschenderweise spielten sie im großen Chorus line und ich kam mir danach ziemlich dumm vor. Warum? Wie zum Teufel konnte ich diesen freakigen Tornado all die Jahre verpassen? Ich schäme mich. Das war ein unglaublicher Auftritt von A-Z und Jeff Gruslin ist in meinen Augen eine Neudefinition des Begriffs „Frontmann“. Verdammt intensiv, klasse. Dieser Moment war eine der bösesten und dunkelsten der gesamten Cruise und ruckzuck hatte ich zwei Alben der Jungs bestellt, um mein Versäumnis wieder gut zu machen. Großartige Band! Auf dem Pooldeck gab es dann nochmal eine satte Portion Possessed, die noch beeindruckender war, als die erste Show. Unfassbar! Und zum Wohle der gesamten Metalszene brauchen wir umgehend ein neues Album dieser Legende…SOFORT! Völlig erschöpft wankte ich dann noch zu Krisiun, die dann nochmal alles gaben. Tolle Show, toller Sound, tolle Songs und erneut der Beweis, dass die Brasilianer live um eine ganze Ecke geiler sind, als auf CD.

Danach guckte ich nochmalEnslaved, die wirklich beeindruckend auf der Bühne sind und erneut einen Bombengig hinlegten, ganz im Gegensatz zuLock up, die in diesem schrecklichen Spektrum spielten, zu viele Menschen da waren und der Sound absolut furchtbar herausquoll. So schaffte ich es wenigstens nach einem famosen Abendbrot und ein paar Bier mir noch Havokreinzuziehen, die mich ebenfalls begeisterten. Danach ging es auf eine schnelle Dusche, um meinen letzten Gig auf diesem Festival zu erleben:Behemoth, die Zweite, die erneut überirdisch waren. Völlig erschöpft kamen wir danach zu dem Resümee: Auftrag ausgeführt!

Mit ein paar Zeilen diese großartige Veranstaltung Revue passieren zu lassen, ist unmöglich. Ich bin glücklich darüber, was ich für mein Geld gesehen und geboten bekommen habe, doch es gab auch Negatives: Es macht keinen Sinn, für mich unbekannte Bands wie beispielsweise Kampfarmorgens um viertel vor Vier auf dem Pooldeck spielen zu lassen oder Abiotic gegen 4:15, das ist lächerlich. Ebenso ist die Spektrum Lounge nicht die optimale Option für ein Konzert und vor allem muss dieser dämliche Zaun weg. Ich weiß, dass die Logistik eines solchen Unternehmens Schmerzen bereiten kann und Verzögerungen teilweise unvermeidlich sind, doch ich kenne Jungs, die verdammt angepisst waren, 2-3 Stunden auf die Öffnung des Merch Stores zu warten. Die Restaurants und die Buffets waren hervorragend und wenn man sich mal zur Ruhe in seine Kabine verpissen wollte, konnte man sehr gut schlafen. Das Personal war hilfreich, zuvorkommend…also alles paletti und aufgrund der von mir gemachten Erfahrungen, werde ich nächstes Jahr definitiv wieder mit von der Partie sein. Metal on!!!

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