DEATH TO ALL

DEATH | OBSCURA | DARK RISE

13.11.2013 - Berlin @ C-Club

Da Olaf auf dem Gig der britischen Hardcore / Reggae Metaller Skindred weilte, Jette ebenfalls, Chris nicht konnte und der Rest ja außerhalb Berlins wohnt, erklärte sich mein Freund „das C“ dazu bereit, einige warme Worte über das großartige Konzert zu verfassen: Hier sein Bericht.

"DEATH TO ALL lautete der Ruf … und viele sollten dem folgen. So auch ich … aber beim Betreten des C-Clubs erst einmal Irritation: der Laden war gegen kurz vor 20 Uhr quasi noch leer - in der Halle trieben sich um die 50 Leute herum. Doch das sollte sich alsbald gehörig ändern…

Leider konnten Dark Rise als erste Vorband die Zuschauer nicht wirklich fesseln oder überzeugen – dennoch waren die Jungs sehr motiviert. Alles war etwas zu sehr vermischt und mit dem Versuch versehen, zu grooven und ebenso vertrackt wie der Headliner sein zu wollen. Dieser Plan ist nicht so richtig aufgegangen. Immerhin füllte sich die Halle und in den ersten Reihen ließen sich ein paar von den Bemühungen des Openers mitreißen. Ab und an gab es durchaus sehr groovende und arschtretende Passagen - nur konnte mich das Gesamtpaket nicht überzeugen.
Das sollte sich aber bei Obscura ändern, obwohl der erste Song mit einem ziemlich mittelmäßigen Sound ausgestattet war, den der Mixer aber über die Dauer des Sets nach und nach hinbekam. Die Soundprobleme wurden von den 4 Musikern aber mit äußerst abwechslungsreichen Songs und sehr viel Spielfreude einfach übertönt. Irritation dann bei ca. der Hälfte des Gigs … "jetzt spielen wir einen Song von der neue Scheibe, die hoffentlich nächstes Jahr rauskommt", kündigt Fronter Steffen Kummerer an. Parallel dazu erst fragende Blicke im Hintergrund … dann machte Christian Münzer ihn darauf aufmerksam, dass "der Neue" jetzt noch nicht dran ist. "gut, spielen wir den halt danach und vorher erst was anderes – aber DANACH dann den Neuen, ok?" Sympathisch, menschlich und fan-nah! Das eingestreute Drumsolo von Hannes Grossmann war erfrischend unmetallisch und er zeigte wo die Sticks hängen und die Füße rennen sollen. Wobei das mehr eher "Musiker-Porno" war – der nichtmusizierende Zuschauer hätte sich (wenn überhaupt) lieber ein groovendes "Party-Heavy-Metal-Drum-Solo" gewünscht. Ich aber war glücklich sowie demütig zugleich und Obscura haben - nicht nur wegen des Drumsolos – ab sofort einen neuen Fan!
Death haben mit dem umfangreichen Umbau etwas auf sich warten lassen. Dann ein langes Intro, wonach Sean Reinert erst einmal nur die Toms immer stärker grollen ließ, um dann so gleich mit seinen Kollegen voll auf die 12 zu geben. Die Stimme von Max Phelps war etwas fremd und man konnte sich auch später nicht so richtig daran gewöhnen. Songs aus allen Jahren wurden auf das Publikum abgeschossen - vornehmlich vom "Human"-Album und mit Blick auf die Besetzung war dies auch kein großes Wunder. Nach dem 4. Song kurze Ansage des Bassers, das man sehr froh ist diese Chance zu haben diese Songs nochmal live performen zu dürfen und natürlich ein dickes "Danke" in Richtung Chuck. Hier merkte man sofort: Auch die Menge hatte drauf gewartet, diese genialen Songs mal wieder live zu hören. So gingen die ersten 10-15 Reihen dementsprechend vom ersten bis zum letzten Song komplett ab - inkl. Circlepit-Bildung. Songwünsche in Form von Zwischenrufen konterte Steve DiGiorgio mit breitem Grinsen und der Ansage: "Das ist hier kein Wunschkonzert … wie wäre es mit Bachs Bourree (in Richtung Paul Masvidal)?" Kurzes Cleangitarren-Intermezzo und es wurde weitergeballert. Beneidenswert war die Leichtigkeit mit der alle Musiker performten und die Kilometer, die Paul Masvidal (mit der wohl hässlichsten Gitarre, die ich je gesehen habe) auf der Bühne entweder in Form von Langstrecke oder Kreisen um sich selbst absolvierte. Egal was der genommen hatte: für meinen nächsten Gig will ich das auch!

Es folgte eine Video/Dia-Show mit original Statements … beim Anblick einer Projektion fühlten sich viele in die Grundschule versetzt und mussten erst mal - (ha! wie lustig) allerlei Schattenspiel am unteren Bildrand ausprobieren - von Pommesgabel bis undefiniert Handklumpenschatten war alles dabei. Die eigentliche Diashow aus Backstage-Szenen und Livebildern war eher dokumentarisch und zum Glück ohne viel Kitsch und Schnulz angelegt. Nach den ca. 6 Minuten war am Ende wieder mal klar, dass dieser virtuose und geniale Musiker viel zu früh gegangen ist. Zwischenapplaus gefolgt von einem mächtigen Bass-Solo des noch mächtigeren Steve DiGiorgio, dem beim gesamten Gig ohnehin nahezu egal war ob er das Zeug auf seinem 3- oder 6- Saiter (beide fretless) spielen sollte. Dann die Überraschung: es folgte ein kurzer Line-up Wechsel - Obscura Sänger Steffen Kummerer und Trommler Hannes Grossmann übernahmen die Positionen Front und Back um "Spirit crusher" zu zocken. Und da – da gingen dann die Augenbrauen hoch - nicht nur wegen des etwas knackigerem Schlagwerks im Hintergrund sondern weil Steffen viel näher an der Stimme von Chuck war als Max … so stellte sich mir zumindest kurz die Frage warum er nicht für die komplette Tour den Fronter von Death machen konnte – spätestens als Max wieder am Mikrofon stand, der die weiteren Songs sowie zwei Zugaben in die Gitarre prügelte und ins Mikro jagte … bis dann endgültig das Saal-Licht wieder anging.

Man hat ja oft gehört das sich der ein oder andere Musiker im Grabe umdrehen wollte - an diesem Abend hätte sich Chuck gegen den Deckel gedrückt, um mitmachen zu können oder hätte wenigstens ein sehr breites und zufriedenes grinsen aufgesetzt. Entgegen der "Berliner Muckerpolizei", die mal wieder an sehr vielen Stellen was auszusetzen hatte (komisch, waren das nicht mal eure Vorbilder? und ja, die Herren sind älter geworden … "Früher waren die tighter" … gähn …), empfehle ich jedem, der die Chance hat, bei dieser Tour ein Konzert abzugreifen mit Nachdruck sich das zu geben. Wer weiß wie oft oder ob man noch in den Genuss des annähernden DEATH-live Sounds kommen wird. Denn auch wenn akustisch etwas fehlte war Chuck irgendwie doch die ganze Zeit zugegen.

DAS "C"

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