SUICIDAL ANGELS | FUELED BY FIRE | LOST SOCIETY | EXARSIS

17.02.2014 - Berlin @ K17

Meine Fresse, war das eine Woche! Vier Konzerte in sieben Tagen hatte zwei unliebsame Fakten zur Folge: So langsam ging ich auf dem Zahnfleisch und meine Kohle ging für so viel Merch und Vinyl raus wie selten. Aber…SCHEIß DRAUF, denn bis auf Sepultura sah ich ausnahmslos großartige Bands, geiles Publikum und noch bessere Packages. Wie an diesem Abend im K17, als die zwei Griechen Suicidal Angels und Exarsis zusammen mit den kampferprobten Amis von Fueled by Fire und den Finnischen Thrash Hopefuls Lost Society den Laden zerlegen sollten. Doch vorher der erste „Schock“: Unfassbar geiles Merch und Vinyl im Überfluss…Menno…was soll das?

Nach einem sehr entspannten Interview mit Fronter Nick, der uns permanent Bier kredenzte (Bewirtung 10!) von den Suicidal Angels hetzten Chris und ich schnell in die Halle, um noch schnell Exarsis mitzunehmen, von denen wir allerdings nur die letzten beiden Songs mitbekamen. Und ich muss sagen…MEA CULPA, denn entgegen meines Reviews haben sich die Helenen nicht dazu durchringen können, Frontmann Alex in die weiten Ecken der Ägäis zu verbannen, was auch gut so ist, denn live passt sein Gekreische wirklich wie Arsch auf Eimer zum oldschool 80er Bay Area Thrash, der mächtig ins Bein ging und für viele hochgereckte Fäuste sorgte. Dass die Griechen auch noch von ihrem Debüt „The brutal state“ Ausgaben in Kasettenform (!!!) dabei hatten, verhalf gleich zu weiteren Sympathiepunkten und zumindest einem zufriedenen Kunden.
Was nun allerdings folgte, lässt sich schwer mit Worten beschreiben. Ich versuche es dennoch mit einem kleinen Vergleich. Anno 1989 sah ich erstmals in meinem Leben, dass eine Vorband den eigentlichen Headliner komplett an die Wand spielte und pulverisierte. Die Rede ist von Sepultura (natürlich die alten), die Sodom fast demoralisierten und an dem Tom Angelripper bis heute noch knabbert (obwohl er es nicht zugibt…). Nun kann man eigentlich nicht von Gleichem reden, wenn man sich dieses heutige Package betrachtet, doch was die Finnen von Lost Society auf der Bühne abbrannten, war ganz großes Kino und ein Beweis dafür, wie man live aufzutreten hat! Eine unbändige Spielfreude, unfassbar geile Songs, ständige Bewegung, Gitarrenduelle zwischen Frontmann Samy Elbana und Arttu Lesonen, die schon fast Maiden-artige Züge hatten und einfach nur Spaß, den man vor der Bühne greifen konnte. Was die Jungs hier abbrannten, war das mit Abstand geilste, was ich in den letzten zwei Jahren gesehen habe und woran sich zukünftig alle Bands messen lassen müssen. Chris und ich waren uns selten so einig und selbst unsere Nikotinsucht geriet in den Hintergrund weil wir einfach Angst hatten, irgendetwas zu verpassen. Ich kann es kaum erwarten, diese megageile Band so schnell wie möglich wieder live erleben zu dürfen. Nach dem Gig war natürlich eine Vinylversion von „Fast loud death“ oberste Pflicht und ein längerer Plausch mit Samy bestätigte uns nur in unserer Meinung, hier und heute die absolute Speerspitze der zukünftigen Thrash Heroen gesehen zu haben. Das war eine 10 mit Sternchen und ein Highlight sondergleichen!

Setlist:
Intro
N.W.L.
E.A.G.
KILL (Those who oppose me)
Fast loud death
Toxic avenger
Braindead
Metalhead
Diary of a thrashman
Lethal pleasure
Trash all over you
Fatal anoxia
Piss out my ass
Ehrlich, mir taten die danach auftretenden Fueled By Fire ein klein wenig leid, denn das war einfach unmöglich zu toppen, wobei man natürlich unumwunden zugeben muss, dass die permanente Tourerei der Jungs aus Kalifornien mittlerweile zu einer durchaus ansprechenden Routine geworden ist und die Mannen um Gitarrist Chris Monroy unfassbar professionell zu Werke gehen. Das Publikum ging jedenfalls mächtig ab und feierte ebenso heftig weiter, wie kurz zuvor bei den famosen Finnen, was nicht nur an einer glänzenden Songauswahl lag, sondern auch dem megafetten Sound geschuldet war, den alle Bands an diesem Abend hatten. Dennoch bleibt festzuhalten, dass Fueled by Fire nicht einmal ansatzweise an Lost Society herankamen, dennoch einen fetten Gig abrissen und erneut mehr als überzeugen konnten.

Setlist:
Catastrophe
Thrash is back
Forsaken deity
Striking death
Pharmaceutical extermination
Symbolic slaying
Inidentified remains
Obliteration
Rising from beneath
Defaced mortality
Eye of the demon

Dass die Suicidal Angels trotz des momentan anhaltenden Konzertbooms in Berlin an diesem Abend so viele Zuschauer ins K17 lockten zeigt deutlich, was sich die Band durch das permanente Touren für einen Status bei den Fans erarbeitet hat. Und das vollkommen zu Recht, denn die Thrashbolzen, die die Helenen an diesem Abend in das partywütige Volk abfeuerte, verfehlten ihre Wirkung nicht einmal ansatzweise. Es bildeten sich Pits und Granaten wie „Bleeding holocaust“, „In the grave“ oder das alles überstrahlende „Moshing crew“ verfehlten ihre Ziele nicht. Das Stageacting war gut, die Spielfreude ebenso und man merkte dem Vierer deutlich die Spielfreude an. Vielleicht lag das auch an den unzähligen Energy Drinks, die sich zumindest Frontmann Nick vor dem Konzert zuhauf einverleibte. Eigentlich auch wurscht, denn alles in allem bildeten die Suicidal Angels auf ihrer ersten großen, eigenständigen Headliner Tour den krönenden Abschluss eines Packages, welches jeder Thrash Fan landauf, landab, eigentlich gesehen haben müsste! Großartiger Abend mit großartigen bands und vielen Freunden, die ebenso wie wir, gänzlich begeistert von diesem tollen Abend waren. Cheers!

Setlist:
Marching over blood
Bloodbath
Bleeding holocaust
Seed of evil
Devide and conquer
Reborn in violence
Control the twisted mind
In the grave
Beggar of scorn
Chaos (The curse is burning inside)
Moshing crew
Apokathilosis

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