CRYPTOPSY | JUNGLE ROT | DISGORGE

18.09.2014 - Berlin @ BiNuu

Ein flotter, metallischer Dreier hatte sich da für den Abend des 18. Septembers im Kreuzberger binuu angesagt: Headliner Cryptopsy verstärkt durch Jungle Rot und Disgorge als Vorbands. Was als Line up in der Ankündigung schon vielversprechend klang, das war auch in der Tat so.

Im binuu (Ex-Kato, idyllisch gelegen in den gediegenen Bögen der U1 am Schlesischen Tor) traf sich eine illustre Runde aus etwa 150 Metalheads und einem Hipster. Ja, richtig: ein verwirrt aus der Second Hand Wäsche blickender Dutt tragender, bärtiger Typ trug sein Leinensakko spazieren und machte bestimmt eine für ihn bewusstseinserweiternde Erfahrung durch.

Als die 1991 gegründeten Gore-Grind-Metaller Disgorge um kurz vor Neun die Bühne betraten, schlichen eine Handvoll, noch schüchterne Metalbübchen wie fremdelnde Katzen aus dem Tierheim Ahrensfelde vor der Bühne herum und wussten nichts so recht anzufangen mit dem Brutalosound der US-Amerikaner, die routiniert und bestens eingespielt tighte Abrissbirnen wie „She lay gutted“ zum Besten gaben. Später im Gespräch zeigte sich Frontmann Angel Ochoa sichtlich angetan von der Tour und der Resonanz der Fans, auch wenn Disgorge zumindest beim Berliner Publikum nur bedingt punkten konnten. An der Band lag das nicht: Goregranaten wie „Revelations 18“, „Deranged Epedemic“ oder „Exuming the Disembowled“ veranlassten nur einen Teil der lahmen Belegschaft zu wohlwollendem Applaus. Wahrscheinlich lag es am zu niedrigen Alkoholpegel.

Denn eine Umbaupause und einen Soundcheck später sah die Sache schon merklich anders aus: die Deather Jungle Rot ballerten mit ihrem Mid Tempo Death alles in Grund und Boden und konnten mit Göttergaben wie dem eingängigen „Worst Case Szenario“ auf ganzer Linie überzeugen und das Publikum auch mal zu einem netten Circle Pit motivieren. Die wiederholten „Old School!“ Rufe von Frontgaul Dave Matrise stießen auf heftige Erwiderung seitens der Besucher und die Stimmung stieg um einiges an, wenn die Prügelmeister aus Kenosha zu ihren Death-Tiefschlägen ansetzten. Das machte Spaß, war überzeugend und sehr kurzweilig! Daumen hoch für die guten Jungle Rot! Was ein gewaltiges Groovemonster diese Band!

So, und dann war es soweit. Cryptopsy enterten die Bühne und wurden von der ersten Sekunde an abgefeiert, als gäbe es kein Morgen. Ich muss gestehen, dass ich die Band ja schon lange kenne, aber bei all den Besetzungswechseln, Stilbrüchen und Plattenfirmendesastern etwas den Überblick verloren hatte. Ich mag jede Scheibe der Kandier und für mich waren sie seit jeher die Speerspitze des Technical Death Metals. Ich verstehe die Fans, die der Band Keyboardeinlagen und die ständigen Sängerwechsel übel nehmen, aber seit 2007 ist nun mal Matt McGachy (der wie Maite Kelly aussieht) am Mikro fest verankert und er macht einen phänomenalen Job, sowohl als Frontmann wie auch als Sänger. Basta! Man merkt ihm das Selbstvertrauen in jeder Bewegung an und wenn einer Routine hat, dann er. Hier sitzt jeder Schrei und jeder Einsatz wird perfekt zelebriert. Die Band geht ultrabrutal zu Werke, ohne Kompromisse, ohne Schnick Schnack. Aber Cryptopsy haben es einfach mal drauf, dass ihr Metal nicht ausgedacht, nervig oder langweilig klingt. Authentizität nennt man sowas. Gitarrist Chris Donaldson ist eine Wucht und das Publikum geht endlich mal so aus sich heraus, wie sich das für ein Metalkonzert gehört: Circle Pits, Headbanging, Applaus, Stagediving und die Androhung von heißen Ohren…Alles dabei!

Geboten wird ein Querschnitt aus dem bisherigen Schaffen mit Betonung auf die letzte Scheibe, dem selbstveröffentlichten „Cryptopsy“. Matt betont wiederholt, wie er das bei jedem Konzert macht, das Cryptopsy eine unabhängige Band ohne Plattenlabel sind und bedankt sich dementsprechend ehrerbietig bei den Fans. Ein wunderbarer Konzertabend findet ein würdiges Ende als Cryptopsy noch Klassiker aus dem „None So Vile“ Album raus hauen und glücklich erschöpfte Fans in die laue Berliner Nacht entlassen. Fazit: ein gelungener Dreier mit abwechslungsreichen, motivierten Bands, die gerne öfter nach Berlin kommen dürfen und das bestimmt auch werden! Empfehlung von mir : HINGEHEN!!!

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