BORKNAGAR | KAMPFAR | DIABOLICAL

15.04.2016 - Berlin @ K17

Es war mild an diesem Tage, wo die Nordmänner aus dem mir sympathischen Skandinavien uns in der Hauptstadt einen Besuch abstatteten. Zu mild. Unter dem Tourbanner „Winter Thrice“ stellt man sich ungemütlichere Bedingungen vor. Doch kurz vor Einlass ins K17 begann es wie aus Kübeln mit leichtem Gewitter zu regnen. Na wer sagt’s denn.

Nachdem man sich einen ersten Überblick über die Merchandise-Situation gemacht hat und das erste Getränk genüsslich als Wochenendstart zelebriert hat, begannen Diabolical ziemlich pünktlich. Lange Verzögerungen, wie es früher des Öfteren vorkam, gibt es im K17 nicht mehr. Mit der Einstellung „die fangen eh nicht pünktlich an“, hat man sich in letzter Zeit schön oft ins Knie geschossen.
Mit voller Inbrunst versuchten Diabolical die noch überschaubaren Besucher von ca. 50/60 Mann zu animieren. Ein Trauerspiel. Nüchterne Metaller sind zu cool um mindestens mit dem Fuß zu wippen oder leicht mit dem Kopf zu nicken. Lediglich der noch mäßige Applaus hindert die Band daran eingeschnappt die Bühne zu verlassen. Doch jede Minute erreichen immer mehr Besucher den Saal, als hätten soeben zwei Reisebusse vor dem Laden gehalten. Ratzfatz ist der Laden ganz gut gefüllt. Ab der Hälfte der Show wurde der Jubel dem Opener dann auch grad so angemessen. Damit stieg auch sichtlich die Laune der Band.
Als nun Kampfar nach kurzer Pause die Bühne enterten, war das K17 erneut angenehm gefüllt. Es ist halt auch Freitagabend. Es scheint zeitweilig als wären Kampfar der Headliner der Tour. Entpuppen sich doch einige Besucher als sehr textsicher und mittlerweile auch bereit die Fist of Death oder Mano Cortuna (a.k.a. Pommesgabel) gen Hallendecke zu strecken. Da ich kein großer fan der Band bin, waren mir vorher keine Songs bekannt. An dem Titel „Ravenheart“ muss wohl was dran sein, wurde er doch energiegeladen von der Meute mit gebrüllt. Nach dem Song wurde auch ich mitgerissen, dank der Aussagekraft dieser epischen Songs, dem ungewöhnlich gut ausgesteuerten Sound (ja, im K17! Unglaublich, ich weiß.) und der hingebungsvollen live Darbietung Kampfars. Das sah wohl auch die erhöhte Anzahl der Damen im vorderen Bereich so, die spätestens dahin geschmolzen sind, als der Sebastian Bach des Black Metal sein zerrissenen T-shirt-Fetzen auszog. Aus dichter Nähe zu mir wurde lautstark die "Hymne" gefordert. Und ab dafür. Band und Publikum wurden zu einer Symbiose.
Ungewöhnlich unspektakulär beginnen Borknagar. Es dauerte einen Moment sich an die Änderungen auf der Bühne zu gewöhnen. Die Hauptband an dem Abend wirkte anfangs so, als würden sie noch Soundcheck machen. Etwas überrascht musste ich feststellen, dass es das schon ist. Doch wo ist Vintersorg? Nicht da. Ich habe leider nicht mitbekommen was der Grund dafür war. Vortex saß auf einem Barhocker mit legerer Dutt Frisur und einer Weste die nach Angler aussah.

Als dann auch erklärt wurde, dass Vortex einen angeknacksten Fuß/Knöchel hat, sind wohl bei einigen die Fragezeichen erloschen. Es war ein Gänsehautgefühl, als dessen erste Gesangspassage einläutete. Nach „Oceans Rise“ gab es einen wohl speziell Vortex gewidmeten Applaus. Die Stimmung wird von Song zu Song euphorischer. Ist „Ad Noctum“ nicht mein liebster Song der Band, stellte er aber für einige andere anscheinend einen weiteren Höhepunkt dar. Mit „Eye of Oden“ und später „Dawn of the end“ wurden auch die old school fans bedient.

Leider konnte ich mich mit Athera (auch bekannt als Shady Blue von Chrome Division) als Ersatzmann für Vintersorg nicht anfreunden. Völlig kraftlose screams, lediglich einige Klargesänge funktionieren. Schade. Doch ICS Vortex und Lazare bringen mit ihren Passagen/ Songs das Gesamtbild wieder ins Reine. Ganz großes Kino. Abgerundet wird diese Leistung durch eine tief entspannte und zufriedene Band die auch auf Zurufe aus der Menge witzig kommentarfreudig sowie anprostend reagiert.

Rhymes of the Mountain
Epochalypse
Oceans Rise
Cold Runs the River
Ad Noctum
Universal
Eye of Oden
Frostrite
Icon Dreams
Ruins of the Future
Dauden
Dawn of the End
Colossus
Winter Thrice

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