CANNIBAL CORPSE | THE BLACK DAHLIA MURDER | NO RETURN

24.02.2018 – Magdeburg @ Factory

Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg. Im Falle der aktuellen Tour von Cannibal Corpse stand ich also vor der Wahl, entweder Hamburg oder Magdeburg und da die anhaltinische Landeshauptstadt ja quasi zum Speckgürtel der bundesdeutschen Hauptstadt zählt, fiel die Wahl relativ einfach und die Factory kannte ich auch noch nicht. Also ab ins Vehikel und die 135 Kilometer runtergeschrubbt, um mich bereits vor dem Konzert zu freuen, dass die Parkplatzsituation kurze Wege versprach, was aufgrund der klirrenden Kälte durchaus vorteilhaft erschien.

Die Magdeburger Factory entpuppte sich, trotz äußerer Hässlichkeit, als echt geiler Laden, groß, dennoch gemütlich und das in der hauseigenen Küche kredenzte Gulasch mundete vorzüglich. Am Merch dann aber Ernüchterung: Warum schaffen es Corpse seit Jahren nicht, vernünftige T-Shirt Motive zu kreieren, die mich auch mal ansprechen. Somit blieb es lediglich bei Vinyl und der Gewissheit, einen Haufen Geld gespart zu haben.

Im Gegensatz zu vielen Anwesenden freute ich mich diebisch auf No Return, die erste Band des Abends, die ich Anfang der Neunziger schätzen gelernt hatte und deren 91er Werk „Contamination rises“ immer noch zum Standardprogramm gehört. Allerdings muss ich erwähnen, dass viele der hier versammelten gar nicht wussten, wer die Franzosen überhaupt sind und somit sah ich viele verdutzte Gesichter, als Ur-Mitglied Alain Clement mit seiner runderneuerten Mannschaft zur Attacke blies und Clemens 4 Punkte Review zum aktuellen Album „The curse within“ ad absurdum führte. Hier war Schmackes drin, der Sound war mächtig fett und die Band super aufeinander eingespielt. Ok, der brachiale Todesblei aus den Anfangstagen musste einer etwas melodischeren Schiene weichen, die aber dennoch immer noch so viel Kante hatte, dass es mir den Pudel verwuschelte. Starker Auftritt, den ich gerne nochmal in einem kleinen Club erleben würde.

Da ich persönlich absolut gar nicht mit The Black Dahlia Murder anfangen kann (und will) übergebe ich den Schreibblock an den ebenfalls anwesenden Lucas. [od]

Endlich war es soweit: Bier war vorhanden, die lange Haare fehlen zwar und durchnässt vom Drängeln um die erste Reihe kamen die Jungs von THE BLACK DAHLIA MURDER nach No Return auf die Bühne. Das Intro war natürlich das vom Openertrack des neuen Albums und somit wusste ein jeder Fan, dass der Spaß also mit „Widowmaker“ beginnt. Wie auf Platte nur mit tausend Mal mehr Krawall dahinter, hämmerte sich der erste Song in mein Gehör. Brandon Ellis, der „Neuling“ der Band, welchen ich schon im Lido live gesehen hatte, überzeugte mal wieder mit einer Performance und riss die Factory in Magdeburg durch jedes gelungene Solo in Stücke. Wie man der Setlist entnehmen kann, wurde sehr viel vom neuen Album gespielt. Ich persönlich hätte mich auch über ältere Klassiker wie „Statutory Rape“ oder „Necropolis“ gefreut, aber das ist ja auch Geschmackssache, außerdem waren sie nur Support. Auch die Fans wurden mit eingebunden und wenn man Trevor´s Gestik nachmachte, erhielt man von der Bühne einen Daumen nach oben oder sogar ein symbolisches Herz von der langhaarigen Stimmungskanone.

Manche Leute stört es, wenn die Band live so klingt, als würde man sich die Scheibe ins Radio schmeißen, aber nach dem dritten Mal live muss ich einfach sagen: Respekt an die Jungs. Wie man live so eine Show abziehen und dabei jeden Ton treffen kann, ist mir bis heute unbegreiflich, vor allem wenn man weiß, was und wie viel die vor der Show intus hatten. Schlussendlich für jeden Fan ein gelungenes Konzert. [ls]

Widowmaker
Contagion
When the Last grave Has Emptied
Jars
Kings Of The Nightworld
What a Horrible Night to Have a Curse
Nightbringers
Matriarch
On Stirring Seas Of Salted Blood
Catacomb Hecatomb
Everything Went Black
Warborn

Es war schön zu sehen, dass das Jungvolk nach diesem für mich persönlich vollkommen belanglosen Geschwurbel den Weg Richtung Bierstand und Abort antrat, so dass ich mich gemütlich und mit leerer Blase (gaaaanz wichtig) links vor der Bühne auf einem Podest platzieren konnte, um so ganz entspannt dem nun folgenden Abriss beizuwohnen, der da folgen sollte.

Und was soll ich sagen: Wo Corpse draufsteht ist auch Corpse drin! Egal wann und wo ich diese Killertruppe schon gesehen habe (und das war oft): Ich kenne keine andere Death Metal Band, die so routiniert ihr Ding runterzieht und dabei alle anderen gnadenlos an die Wand klatscht, wie der Trupp um den Corpsegrinder, der zwar vollkommen verrotzt mit allerlei Viren zu kämpfen hatte, dennoch wie ein angeschossener Pitbull durch die grandiose Setlist raste. Erschrocken war ich ein wenig von Alex Webster, der ganz schön alt geworden ist und vor allem irgendwie ungesund dünn, was allerdings seinem famosen Bassspiel keinerlei Abbruch tat. Ok, dass Stageacting fand gefühlt auf einem Din A 5 Blatt statt, Bewegung war lediglich in der vollkommen ausverkauften Halle zu erleben und das aber richtig. Schön zu sehen, dass ein Pit auch mal über mehrere Songs Bestand hat und die Leute trotz der musikalischen Brutalität frei nach Exodus „good friendly violent fun“ hatten.

Der Sound drückte einem die Maden aus dem Wanst, die Riffs waren messerscharf und trotz dem erwähnten grippalen Infekts wusste Mr.Fisher genau, wie er die Massen zu mobilisieren hat. Die neuen Songs fügten sich ebenso perfekt in die vorhandenen Greatest Hits ein und so wurde ein Schuh draus. Natürlich drehte die ausverkaufte Halle bei den drei letzten Megahits vollkommen am Rad, mobilisierte noch einmal sämtliche Kräfte und riss die Factory letzten Endes vollkommen ab. Ebenso wie Corpse, die kamen, sahen und siegten!

Code of the slashers
Only one will die
Red before black
Scourge of iron
Evisceration plague
Scavenger consuming death
The wretched spawn
Pounded into dust
Kill or become
Gutted
Corpus delicti
Devoured by vermin
A skull full of maggots
I cum blood
Make them suffer
Stripped, raped and strangled
Hammer smashed face

Normalerweise schreibe ich ungern irgendein Fazit, doch ich möchte mal erwähnen, dass im Gegensatz zum teilweise ziemlich satten und verwöhnten Berliner Publikum die Magdeburger wissen, wie man einen zünftigen Abriss veranstalten und die Bands alle gleichermaßen gnadenlos abfeiert. Fand ich überragend, habe ich lange so nicht mehr erlebt und bestärkt mich in meinem Unterfangen, definitiv der Factory noch ein paar Besuche mehr abzustatten.

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