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CRYSTAL VIPER – The Silver Key (2024)

(8.980) Jörn (8,0/10) Heavy Metal


Label: Listenable Records
VÖ: 28.06.2024
Stil: Heavy Metal






Ach herrje. Ein bisschen musste ich schon Schlucken, als ich gelesen habe, dass CRYSTAL VIPER mittlerweile schon seit 20 Jahren ihr Unwesen treiben. Für mich waren sie immer eine Band der 2000er Jahre. Das sind sie natürlich auch. Aber unterbewusst hatte ich wohl noch nicht kapiert, dass das aktuelle Jahrtausend nun auch schon die ein oder andere Dekade auf dem Buckel hat. In solchen Momenten bemerke ich, dass ich halt nicht mehr der allerjüngste bin.

Aber bevor es jetzt hier zu semi-philosophisch wird und mich die Frage danach, wo denn nur die Zeit geblieben ist, im Selbstmitleid versinken lässt, schmeiße ich lieber das neue Werk besagter polnischer Combo ein und freue mich auf eine Dreiviertelstunde melodischen Heavy-Metal mit starker True- und Powermetal-Schlagseite, den Frontfrau Marta Gabriel und ihre Jungs einem immer mit verlässlich hoher Qualität in die Ohren knallen und so bei mir stets für gute Laune sorgen. Ihren Stil verändern sie dabei eigentlich grundlegend so gut wie nie. Und auch wenn das Intro von „The Silver Key“ mit seinen Synthie-Vibes versucht mir weiszumachen, dass es diesmal alles anders wird, bin ich beim darauffolgenden „Fever Of The Gods“ doch direkt schon wieder in vertrauten Gefilden gelandet. Der Song ist ultra schnell, blitzsauber gespielt und Martas unverkennbare Reibeisenstimme fräst die gute Melodie metertief in meine Hirnrinde. Geiler Opener. So soll es sein.

Danach geht es hochwertig weiter. Das Riffing bei „Old House In The Mist” klingt für mich ziemlich nach RUNNING WILD. Fast so, als hätte Rock 'n' Rolf seinen Piratenkutter für einen kurzen Landbesuch im Studio der Polen verlassen. Ein weiterer Treffer.

„The Key Is Lost“ nimmt dann zum ersten Mal den Fuß etwas vom Gaspedal, spielt mit verschiedenen Rhythmen und hat eine interessante Hookline. Nicht schlecht. Als nächstes kommt „Heading Kadath“ an die Reihe, dass wie die Powermetal-Version eines Legend-of-Zelda-Soundtracks aus den 80ern klingt und mir nicht nur deswegen richtig Spaß macht und mich die Faust gen Himmel recken lässt. Wenn das so weiter geht, schwingt sich die Platte in Richtung Spitzenbewertung. Denn viel besser kann man diese Art von Musik nicht darbieten.

Aber leider verliert das Album ab der Mitte stellenweise etwas von dieser durchgehend sehr hohen Qualität und Originalität. Der Titeltrack ist mir im Refrain ein bisschen zu nah an MANOWARs „Warriors Of The World“ angelehnt und irritiert mich dadurch eher, als dass er mich begeistert. In der gelungenen Pianoballade „Wayfaring Dreamer“ zeigt Marta, dass sie ihre Stimme auch sanfter einsetzen kann. Aber danach zündet das abschließende Duo aus „Escape From Yaddith“ und „Cosmic Forces Overtake“ nicht mehr richtig bei mir und versucht für meinen Geschmack etwas zu gezwungen mit den stärkeren Nummern des Albums mitzuhalten. Je nach Ausgabe gibt es dann obendrauf noch eine Coverversion eines BATHORY-Songs (nur auf der CD-Version) oder eines MISFITS-Stücks (auf der Vinyl-Version), die beide nett sind, aber jetzt nicht unbedingt zu den Highlights zählen.

Auch wenn meine Review zum Ende hin etwas negativ ausklingt, möchte ich noch einmal klarstellen, dass mich Album Nummer neun keineswegs enttäuscht. CRYSTAL VIPER ist es einfach sehr früh in ihrer Karriere geglückt, ihren ganz eigenen Stil zu finden. Etwas, was anderen Bands, während deren gesamter Laufbahn manchmal nicht gelingt. Das führt zwar dazu, dass Marta und Konsorten womöglich schon längst am Ende ihrer Entwicklung angekommen sind, liefern dafür aber jedes Mal ordentlich ab. Und so ist auch „The Silver Key“ wieder eine wirklich gute Platte, die nur ein paar Schritte davon entfernt ist, ein richtiges Klassealbum zu sein.

Anspieltipps: „Fever Of The Gods“ und „Heading Kadath“


Bewertung: 8,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Return To Providence
02. Fever Of The Gods
03. Old House In The Mist
04. The Key Is Lost
05. Heading Kadath
06. Book Of The Dead
07. The Silver Key
08. Wayfaring Dreamer
09. Escape From Yaddith
10. Cosmic Forces Overtake
11. Gods Of Thunder Of Wind And Of Rain (CD Bonus Track)



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