CD-Reviews E-G

FESKARN – Raven’s way (2021)

(6.858) Olaf (8,6/10) Viking Folk Metal


Label: DIY / Against PR
VÖ: 05.02.2021
Stil: Viking Folk Metal

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Die Idee eines schwarz angehauchten Mixes aus fetten Riffs und Synth-Einlagen ist durchaus geil, doch leider nur, wenn die Keyboards nicht klingen wie in der Dorfdisko Mitte der Neunziger, in der man krampfhaft auf einen AC/DC Song wartete, während man mit Dr.Alban oder 2 Unlimited penetriert wurde. Nur gut, dass nach 2 Songs vorerst Schluss war mit diesem Quatsch und plötzlich mit “Sigur” ein Song auftauchte, der so in seiner Form durchaus auch auf einem der letzten Alben von Bathory hätte stehen können. Auch das folgende “Vägen framat” klingt anfangs wie Lagerfeuerromantik zu Zeiten Ragnar Lodbroks und wird dann zu einer pechschwarzen Beschwörung uralter Walddämonen. Ja, das gefällt dem Papa. Und die Überraschungen gingen weiter und ließen mit wirklich dran zweifeln, ob die beiden Opener eventuell von einem anderen Album stammen könnten.

Parasite”" entpuppt sich nämlich als großartiger Ohrwurm, der alles beinhaltet, was den außergewöhnlichen und vielleicht anfänglich gewöhnungsbedürftigen Sound der (Land) ausmacht. An einem krank die Platte dennoch ein wenig. Mir ist da manchmal zu viel computergenerierten Gedudel und krakelnde Waldtierchen, statt rasender Wut in den Songs, was dem Gesamteindruck doch besser getan hätte, denn das Feskarn gute Ideen haben, zeigt sich während der gesamten Spieldauer, auch wenn der Mastermind und Alleinunterhalter mit dem gleichen Namen wie seine Band, mit seinem Schamanentum doch etwas übertreibt. Aber Odin sei Dank kriegt er oft genug noch die Kurve und konnte mich dann wieder mitnehmen. Dazu trägt auch seine Madame bei, die bei ”Yggdrasil” mit ihrem Gesang dem Ganzen noch mehr Mystik verleiht, als ohnehin schon vorhanden ist. Und ja, der Gag ”Ein Bier” lies mich zum Schluss noch einmal kräftig lachen was beweist, dass auch Nordmänner einen coolen Humor haben.

Was anfangs nach einem derben Verriss duftete, entpuppte sich mit fortwährender Spieldauer als faustdicke Überraschung, denn Feskarn merkt man während des gesamten Albums seine tiefe Verbundenheit zur Natur und zur nordischen Mythologie an, die niemals aufgesetzt, sondern authentisch und tief verwurzelt klingt. Zum Nebenbeihören eignet sich „Raven’s way“ wenig, vielmehr sollte man bei der nächsten Sommersonnenwende nackt ums Lagerfeuer tanzen, das Methorn kreisen lassen und ein halbes Rentier verspeisen. Richtig starkes Ding!


Bewertung: 8,6 von 10 Punkten


Tracklist:
01. Raven’s way
02. Broken world
03. Sigur
04. Vägen framaat
05. Parasite
06. War
07. Relics from the past
08. Livets tid
09. Strong from nature
10. Destroyed
11. Yggdrasil
12. The frost of the fallen
13. Ein Bier




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