CD-Reviews K-M

MATT PIKE – Pike vs The Automaton (2022)

(7.621) Niclas (6,0/10) Doom/Sludge Metal


Label: MNRK Heavy
VÖ: 18.02.2022

Stil: Doom/Sludge Metal

 

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­Wenn man als Musiker irgendwann Legenden-Status erreicht hat, kann das sowohl ein Segen als auch ein Fluch sein. Einerseits bedeutet dies gewissermaßen einen künstlerischen Freifahrtschein, da Labelchefs und Produzenten an diesem Punkt wahrscheinlich weniger Einfluss auf den künstlerischen Prozess nehmen werden. Andererseits Trägt ein solch legendärer Status aber auch einige Erwartungen beim Hörer mit sich, die zuweilen schwer zu erfüllen sind.

Der Name MATT PIKE löst bei mir definitiv solche Erwartungshaltungen aus. Bekannt durch seine Rolle als SLEEP-Gitarrist und Frontmann von HIGH ON FIRE gibt es nur wenige die von sich behaupten können, mehr Einfluss auf das härtere Spektrum der Stoner- und Sludge-Szene gehabt zu haben. Mit „Pike vs The Automaton“ erscheint nun sein erstes Soloalbum. Naja, das „Solo“ sollte man hier vielleicht in Anführungszeichen setzen, denn neben seinem Schwager und ehemaligen LORD DYING-Drummer Jon Reid holt sich Pike noch einige andere illustre Kollaborateure ins Haus, so etwa MASTODON-Klampfer Brent Hinds auf der bluesigen Country-Rock-Ballade „Land“.

Moment mal – Country – Rock? Ja lieber Leser, das ist richtig. Während „Land“ wahrscheinlich der Titel ist, der musikalisch am weitesten heraussticht, erweitert so gut wie jeder Titel hier das pike'sche Stoner-Doom-Thrash-Gemisch um einige experimentellere Klangelemente, was die Platte recht abwechslungsreich und experimentierfreudig erscheinen lässt. Dennoch bleibt die Formel „MOTÖRHEAD meets BLACK SABBATH“ die Pikes Output in den letzten zwanzig Jahren gekennzeichnet hat im Kern erhalten. Man könnte „Pike vs The Automaton“ glatt für ein verlorenes HIGH ON FIRE-Album halten. Genauer gesagt eine Sammlung von ungenutzen Demos und B-Sides. Die Idee entstand aus Jam Sessions während des COVID-Lockdowns und man hört es. Die Produktion befindet sich weitgehend auf Garagenband-Niveau und die Tracks wirken allesamt unpoliert. Manchmal ist solche musikalische Spontanität ein Qualitätsmerkmal, in diesem Fall bedeutet sie aber lediglich dass ein Großteil der Songs einfach unfertig wirkt und vielleicht noch etwas mehr Politur hätte vertragen können. Viele der Titel fangen gut an, aber verlieren sich dann in musikalischen Ideen die nicht wirklich passen wollen oder mäandern ziellos und ohne wirklichen Höhepunkt dahin. Vor allem die längeren Titel wie „Apollyon“ oder „Leaving the Wars of Woe“ werden so zu echten Geduldsproben.

Heißt das, „Pike vs The Automaton“ ist ein schlechtes Album? Nein das nicht unbedingt, aber definitiv ein enttäuschendes. MATT PIKE wird hier seinem eigenen Legenden-Status nicht wirklich gerecht und so ist das Produkt letztendlich sehr halbgar. Fans von HIGH ON FIRE werden hier ein paar unterhaltsame Momente finden, alle anderen können das Album aber getrost skippen.


Bewertung: 6,0 von 10 Punkten


Tracklist:
01. Abusive
02. Throat Cobra
03. Trapped In A Midcave
04. Epoxia
05. Land
06. Alien Slut Mum
07. Apollyon
08. Acid Test Zone
09. Latin American Geological Formation
10. Leaving the Wars of Woe



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