CD-Reviews Q-S

SOLSTICE – Casting the die (2021)

(7.035) Olaf (8,0/10) Thrash Metal


Label: Emanzipation Records
VÖ: 23.04.2021
Stil: Thrash Metal

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Nein, Veröffentlichung Weltmeister waren, sind und werden Solstice wohl nie sein und dennoch lechzt die Comunity immer wieder mit heraushängender Zunge nach neuem Stoff der ex-Truppe von Cannibal Corpse Gitarrist Rob Barrett, der auf dem 92er Debüt sogar noch selbst gesungen hat. Leider war das letzte Album „To dust“ aus dem Jahr 2009 mit 14 Jahren Wartezeit nicht nur viel zu lange in der Pipeline, nein, auch die Qualität war nicht mehr jene, die die Manen aus Miami zu einem gern gesehen Gast auf meinem Plattenteller machte. Dementsprechend zögerlich war ich schon, als ich erstmals die Play Taste drückte, um mir mit „Casting the die“ die neue Scheibe der Truppe um Kult Drummer Alex Marquez reinzutun, die mich nach mehreren Durchläufen dann doch ordentlich mitnahm.

Solstice nehmen uns mit auf eine Zeitreise, wo der Crossover noch in den Kinderschuhen steckte und man als „normaler“ Metalfan noch nicht so recht wusste, wie man mit solch einem Gekröse umzugehen hat. Moment mal…Crossover? Naja, die Mannen aus Florida waren gerade mit einem Album wie „Pray“ nicht ganz einzuordnen, denn neben brachialen Thrash Ausbrüchen gab es auch gerne mal einen verwegenen Ausritt in Richtung todesbleiernde Gefilde, die mir persönlich nie so richtig gefielen und von daher bin ich beruhigt und mehr als angetan, dass man auf dem neuen Rundling wieder einen Schritt zurück wagt, endlich wieder brachialen Thrash spielt, der an manchen Stellen auch eine nette Hardcore Kante aufweist und deshalb ohne schlaflose Nächte zu haben auch als Crossover bezeichnet werden kann. Puh…was für ein Satz.

Gründungsmitglied Dennis Munoz holt zusammen mit Sänger und Zweitgitarristen Ryan Taylor alles aus seiner Sechsaitigen raus und rifft sich an manchen Stellen die Seele aus dem Leib, was Senòr Marquez mit einem satten Drumspiel zielführend unterstützt. Manchmal leidet da ein wenig der heiser bellende Gesang darunter, der mir an manchen Stellen zu weit in den Hintergrund rückt. Wobei wir bei einem echten Kritikpunkt angelangt sind. Die Produktion ist sowas von steril, als ob man sich gerade in einem Corona-Impfzentrum befindet. Hier hätte eine ordentliche Schippe Dreck sicherlich gutgetan, denn Abrissbirnen wie „Scratch“, „Who bleeds whom“ oder mein Liebling „Seven“ leiden ein wenig unter diesem sehr hellen und zu sauberen Klangbild.

Dennoch ist es Solstice tatsächlich gelungen, mit „Casting the die“ ein Album zu veröffentlichen, welches sich entwickelt und bei der man gerne etwas mehr Zeit aufwendet, um alle Facetten des hier dargebotenen Thrashs zu entdecken. Die Scheibe macht definitiv ordentlich Spaß, auch wenn man etwas länger braucht, um diesen zu entwickeln. Nennt man sowas nicht Nachhaltigkeit?


Bewertung: 8,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. The altruist
02. Transparent
03. Who bleeds whom
04. Lifeline
05. Ignite
06. Outlast
07. Seven
08. Embellishment exposed
09. Cast the die
10. Eyes sewn shut
11. Scratch




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