CD-Reviews E-G

THE GASÖLINES – Cannonball Run (2021)

(7.285) Maik (9,0/10) Hi Octane Rock


Label: Independent
VÖ: 10.09.2021
Stil: HI Octane Rock

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Hatten mich letztes Jahr die Norway-Rocker PAIN CITY mit fetzigem MOTÖRHEADeskem Rock schon begeistern können, legt Herr Morten Nilsen, hier unter dem Namen Morten Gasöline noch eine weitere Schippe dreckigen Rock’n’Rolls in den glühenden Schlund der stampfenden Hardrocklokomotive.

Das Projekt firmiert unter dem Namen THE GASÖLINES und gießt ordentlich Treibstoff in den V8. Musik aus einer Zeit, wo wir uns nicht darum geschert haben, was wir essen und trinken, was wir hören, sagen, fahren dürfen. Als Rock’n‘Roll noch Rebellion war, und man gar nicht genug Mittelfinger hatte, die man einer langweiligen Spießergesellschaft entgegenrecken wollte.

Und so starten THE GASÖLINES ihren aufgemotzten Hotrod in den Fünfzigern mit einer Rockabilly-Attitüde, streifen die 80er und schnappen sich ein paar Garagenrocker. Weiter geht’s es in die Siebziger, wo man Punks, Punkrocker und ähnliches Gelichter einlädt. In den Achtzigern steht Lemmy am Straßenrand, die Jacky Coke in der Hand, die Kippe im Mundwinkel. Der steigt auch noch flink zu. Die Achtziger packen noch ein bisschen Metal und Thrash dazu, und schon hat man eine ordentliche Mischung zusammen. Und auch genügend Mittelfinger.

Denn aus all diesen Ingredienzien mixen die Norweger eine recht explosive Gasolin-Zaubertrank zusammen, und rasen ungebremst in unser von digitalem Firlefanz verklebtes drittes Jahrzehnt des zweiten Jahrtausends. Rock’n’Roll – so dreckig, wie es nur geht, die Whiskyflasche in der Hand, ein paar sexy Chicks auf dem Rücksitz, und das Gaspedal des mit einem Achtliter- Chevy-Triebwerk aufgebrezelten Hotrods voll durchgetreten. Acht Liter Hubraum, wohlgemerkt. Live fast, die young! No remorse, no regret. Hi Octane Rock nennen die Knaben ihre Mixtur, und dem kann man eigentlich nichts hinzufügen. Schon die Benennung des Albums nach den legendären Roadmovies zeigt, wohin die Reise geht.

Dabei sollte man nicht besonders viel Originalität oder Innovation suchen. Die wird nämlich genauso in den Asphalt gestampft wie Political Correctness und soziales Angepasstsein. Und das braucht es auch nicht, denn die Mucke auf „Cannonball Run“ macht einfach Spaß, rockt sich unaufhaltsam in die Gehörgänge und fühlt sich dort schon beim zweiten Durchlauf wie zu Hause. Die Scheibe macht einfach S.P.A.S.S.! Ich höre die jetzt schon zum vierten Male hintereinander, und das Einzige, was jetzt noch fehlt, ist eins oder mehrere der kühlen Hopfensmoothies, die ich angesichts der frühen Stunde aber erst einmal auf die Warteliste schreibe.

Wer eine ordentliche Breitseite dreckigen Hard Rocks/Punkrocks vertragen kann, der so zwischen MOTÖRHEAD, THE RAMONES und MISFITS liegt, mit einer heftigen Portion thrashy Punk garniert, der straight auf den Punkt gespielt ist, und sich außerdem gern an die Zeiten erinnert, als man noch nicht alle drei Meter auf irgendwelche Wichtigtuer mit erhobenen Zeigefingern traf, vor denen man sich zu rechtfertigen hatte, was man für Musik hört, wie man aussieht, was man trinkt oder wieviel fossilen Brennstoff der fahrbare Untersatz abfackelt, der sollte hier schleunigst zusehen, sich ein Exemplar dieser Bratpfanne in die gute Stube zu holen.

Also, Bier auf, Motor an, Musik auf Maximallautstärke (wegen dem Motor) und ab durch die Mitte!

Anspieltipp: „“Autobahn Outlaws“ und „Speed Freaks“…aber eigentlich alle


Bewertung: 9,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Autobahn Outlaws
02. Go! Go! Go!
03. Last Dollar
04. Booze, Gambling & Hotrods
05. Chicken Race With The Devil
06. Speed Freaks
07. Demolition Derby
08. Fireball Garage
09. Queen Of Hearts
10. Whisky Blues




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