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WARDRESS – Metal Til The End (2023)

(8.240) Maik (8,7/10) Heavy Metal


Label: MDD Records
VÖ: 17.03.2023
Stil: Heavy Metal






Es gibt doch immer wieder etwas, womit man nicht rechnet im stromgitarrenbasierten Metallgeschäft. So ging es mir mit der Band WARDRESS. WARDRESS? Nie gehört. Und dann musste ich feststellen, dass das Gründungsjahr der Nürtinger 1984 war, und bekam so langsam Schiss, ob ich nicht demnächst meinen Klugscheißerstatus einbüße.

Doch des Rätsels Lösung fand sich bald. Denn besagte WARDRESS hatten sich bereits 1986 schon wieder aufgelöst, bevor es zu irgendeiner Veröffentlichung kam. Über dreißig Jahre später fanden die fünf, dass es Zeit wäre, das alte Kriegskleid wieder überzustreifen und, ja, eben klassischen Metal zu spielen. „Dress For War“ hieß das Debütalbum dann auch passenderweise. „Metal Til The End“ heißt nun das zweite Album von WARDRESS, und wusste mich doch ziemlich zu begeistern.

Das beginnt schon mal mit dem Kracher „Berserk“, mit dem WARDRESS schon zu Beginn klarmachen, dass sie ordentlich Arsch treten wollen. Schon teilweise an den Grenzen des Speed und Thrash kratzend, sägen sich die Knaben mit Vehemenz in mein metallisches Herz. Leichte Arrangemantparallelen zu meinen Faves JUDAS PRIEST goutiere ich dabei natürlich auch.

Um unmissverständlich zu zeigen, dass sie mit dem ersten Song ihr Pulver noch nicht verschossen haben, legen WARDRESS mit dem Titelsong den nächsten Hammer nach. Wer hier etwas IRON MAIDEN und MANOWAR heraushört, hat sicher keinen Hörschaden. Den kriegt man, wenn man den Regler auf Anschlag dreht. Ein schöner Tod!

Dass Heavy Metal und hubraumstarke Boliden bzw. Zweiräder gut zusammengehen, ist ja kein Geheimnis. Und diesem Umstand widmet sich das leicht punkig/MOTÖRHEADlike „Motorlust“, welches sich der rituellen Verbrennung fossiler Energieträger widmet. Da geht der Gedanke doch sehnsüchtig gen Frühling und die unten vorm Haus wartende Harley.

Und dann wird es Zeit für großes Kino. WARDESS covern einen meiner Lieblingssongs von OZZY, „Mr. Crowley“. Bei dem Song ist der Erpelpulli bei mir obligatorisch. Und in Hommage an den Großen des Metal, der vor Kurzem aus gesundheitlichen Gründen seine Live-Karriere an den Nagel hängen musste, wird auch der Text ein klein wenig angepasst. Natürlich ist Erich Eysn – Kultname übrigens- kein ‚Mr. Osbourne‘ und auch kein Ripper Owens, mir gefällt aber gerade das besonders. Denn Herr Eysn hat eine Voice, die nicht wie zig andere Metalsänger klingt, mit aggressiver Note auch keine Weichspülmomente zulässt und eben richtig rockt.

Als nächstes recyclen WARDRESS einen Song vom Debütalbum, eben „Wardress“, und mir scheint, sie haben das Teil noch mal etwas aufgehübscht. Brennt ordentliche Schneisen ins Synapsengestrüpp und macht Spaß wie Ratte. Und dann wird es doomig. „Serpent’s Kiss“ kommt so richtig apokalyptisch düster rüber, drückt ordentlich und zeigt WARDRESS von einer epischen Seite.

Dann wird mit „Serves You Right“ das Tempo wieder angezogen, und leicht angespeeded die Fahne des traditionellen Metals durch die rauchgeschwängerte Luft – man erinnere sich an „Motorlust“- geschwenkt. Den Abschluss bietet wieder ein Song, der auch schon auf „Dress For War“ zu hören war. Doch „Metal Melodies“ sind ja überall passend, hilfreich und stressabbauend.

Insgesamt muss ich sagen, dass den Nürtingern zum Vergleich zum Debüt eine massive Steigerung gelungen ist. Das beginnt schon damit, dass „Metal Til The End“ richtig rund, kompakt und wie aus einem Guss wirkt. Originalitätspunkte kann man in diesem Genre sicher nicht mehr einholen, und auch WARDRESS bedienen sich aus dem reichhaltigen Fundus metallischer Standards, schaffen es allerdings, eine eigene Identität aufzubauen.

Und wer den obigen Text aufmerksam gelesen hat, wird feststellen: keine Balladen. Und das ist auch gut so, denn Sänger Eysn ist definitiv am besten, wenn er den bösen Buben raushängen lässt. Sägende Riffs, ab und an überraschende Breaks und griffige Arrangements runden die Scheibe angenehm ab, und lässt einen automatisch nach Ende der Platte zum Repeatknopf greifen. Da ist der abschließende Beifall am Ende der Scheibe nur gerechtfertigt. Insgesamt: kein Meilenstein, aber geil. Und so muss das, finde ich.

Anspieltipp: „Berserk“ und „Metal Til The End“


Bewertung: 8,7 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Berserk
02. Metal Til The End
03. Motorlust
04. Mr. Crowley
05. Wardress
06. Serpent’s Kiss
07. Serves You Right
08. Metal Melodies



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