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DARK MILLENNIUM – Acid River (2022)

(7.535) Olaf (9,7/10) Progressive Doom/Death Metal


Label: Massacre Records
VÖ: 07.01.2022
Stil: Progressive Doom/Death Metal

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Am 21.Oktober 1992 erschien ein Album, welches mich bis heute packt, beeinflusst hat und von dem ich mit meiner alten Band mit „The atmosphere“ sogar einen Song gecovert habe. Ein Jahr später sah ich die Jungs sogar live bei einem Festival in der Nähe von Bad Salzungen, in einem Freibad in Tiefenort und meine Begeisterung wuchs immer mehr. Ja, ich war ein totaler Fanboy von Dark Millennium und war tieftraurig, als sich diese großartige Truppe nach dem 93er Album „Diana read peace“ sang-und klanglos verabschiedete, auflöste und den kleinen Olaf bedröppelt zurückließ.

Umso mehr frohlockte ich, als die Truppe um Ausnahmesänger Christian Mertens dann 2016 mit einem zwar nicht ganz so fulminanten Comeback namens „Midnight in the void“ wieder auf der Bildfläche erschienen und erneut um meine Gunst buhlten. Diese stellte sich dann aber erst wieder mit „Where oceans collide“ ein, die schon einen ganzen Schlag mehr nach dem klang, was ich früher so an der Band liebte. Doch das ist alles Schnee von gestern, denn mit „Acid river“ haben mich Dark Millennium wieder komplett an den Eiern gepackt und ein Album rausgerotzt, welches schon zu Beginn des Jahres in meiner Blaupause zum Jahrespoll 2022 recht hoch angesiedelt wird.

Die Jungs aus dem Sauerland haben nichts…absolut NICHTS an ihrer Faszination, an ihrer Tiefe, an ihrer Experimentierfreudigkeit, ihrer Progressivität eingebüßt und ich mag mir nicht ausmalen, wo diese überragende Truppe heutzutage stehen würde, hätten sie nicht damals so abrupt die Reißleine gezogen.

Dieser herrlich heisere Krächzgesang von Christian, dazu wunderschöne, akustisch dargebotene Gitarrenmelodien, grandios virtuose Songs, bei denen man selbst nach dem dröfzigsten Mal hören immer wieder neue Nuancen entdeckt und eine Produktion, die sich wunderschön von vielen Einheitssounds abhebt und Dark Millennium den Freiraum lässt, um mit ihrer atmosphärischen Dichte für Gänsehautfluten zu sorgen.

Ich hatte bereits Mitte dieses Jahrs bei „The apocryphal wisdom“ die Hoffnung, dass das neue Album ein Burner sondergleichen werden würde, und ich wurde nicht enttäuscht, obwohl dieser Übersong, den die Jungs zusammen mit den Legenden Alex Krull, Marc Grewe und Christian Müller (Night in Gales) eingespielt haben, nicht auf der Scheibe Platz gefunden hat. Deshalb…hier isser nochmal, für alle Interessierten. Doch weiter im Text.

Auf „Acid river“ tummeln sich so unfassbar viele Facetten, dass man Angst haben muss, irgendwo auf halber Strecke den Anschluss zu verlieren, doch das passiert zu keinem Zeitpunkt. Im Gegenteil. Gerade ein Song wie „Essence“ mit seinem fünf oder sechs verschiedenen Tempi ist in sich geschlossen, erzählt musikalisch eine Geschichte und ist mit seinen knapp 7 Minuten fast zu kurz geraten für all das, was darin passiert.

Oder das tieftraurige "Death comes in waves", bei dem ich fast Tränen in den Augen hatte, der etwas schnellere und dadurch etwas untypische Opener "The verger", das fast rockige "Godforgotten", oder, oder oder....jeder Song ist für sich eine in sich geschlossene Angelegenheit und dennoch fügen sich alle Stücke perfekt zusammen und herausgekommen ist eine Scheibe, sich mich von der ersten bis zur letzten Minuten vollkommen begeistert.

Dark Millennium ist ein Überalbum geglückt, welches andere Bands vielleicht einmal in ihrer Karriere vorweisen können. Nach dem überragenden und legendären Debüt ist dieses Meisterwerk für mich allerdings erneut der unumstößliche Beweis dafür, dass man musikalische Genialität auch über Jahrzehnte noch abrufen kann, sich seinen Wurzeln besinnt und solch mitreißende Musik schreibt, die ins Hirn, ins Herz und in die Seele fährt, sich dort festsetzt und immer wieder aufs Neue begeistert.

Für mich eines der besten Alben in diesem Sektor der letzten Jahre überhaupt von einer Band, die immer eine besondere war, weil sie gegen den Strom schwamm, vor Innovation strotzte und dies nun wieder tut. Die restlichen 0,3 Punkte hebe ich mir mal für die nächste akustische Meisterleistung auf, die ich jetzt natürlich voraussetzen muss. Danke!


Bewertung: 9,7 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. The verger
02. Godforgotten
03. Threshold
04. Lunacy
05. Essence
06. Vessel
07. Death comes in waves




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