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FRIISK – …un torügg bleev blot Sand (2021)

(7.208) Patrick (9/10) Black Metal


Label: Vendetta Records
VÖ: 02.07.2021

Stil: Black Metal

 

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Einklang“…..wohlige Stille macht sich breit. Sanftmut. Die Ruhe vor dem Sturm. Von einem Moment auf den nächsten stehe ich „dem Wind entgegen“ und werde völlig unvorbereitet aus dem Leben gerissen. Blitzartig fegen orkanartige Böen über mich hinweg. Wolkenbruchartige Regenfälle prasseln unermüdlich auf mich herab. Ein gewaltiger und scheinbar undurchdringlicher Wall aus Wasser türmt sich über das weite Meer. Wellen brechen und zerbersten an den mächtigen Planken des schwankenden Schiffes. Ich sehe die Hand vor Augen nicht mehr, höre kein Wort. Blind und taub auf dem Schachbrett der Gewalten. Den Göttern hilflos ausgeliefert. Die salzige Gischt des sich immer weiter aufbäumenden Ozeans peitscht mir ins Gesicht und kurz bevor ich in den tiefblauen, kalten und schier endlosen Moloch eintauche und immer weiter in die Tiefe gezogen werde, wird mir gewahr, dass meine winzige, nichtsnutzige und erbärmliche Existenz diesen Naturgewaltigen Eruptionen völlig hilflos ausgeliefert ist. Es gibt kein Zurück. Salzig rinnt das feuchte Element die Kehle hinab, füllt die Lungen und lässt das irdische Dasein verblassen. Ein letztes Zucken. Mein letzter Kampf. „Versunken“. Der Sturm flaut ab……..Stille!

So fühlt es sich an, wenn man sich diese Mammutwerk von einem Album durch die Gehörgänge spült. Wahnsinn. Was uns die friesischen Unholde von FRIISK, nach ihrer ebenfalls sehr gelungenen EP aus dem Jahre 2018 nun auf ihrem Debütalbum „…un torügg bleev blot Sand“ bieten, ist einfach nicht von dieser Welt. Unglaublich intensiver, z.T. aufgrund der grandiosen Gitarrenmelodien unfassbar eingängiger und wahrhaft fantastisch arrangierter Schwarzmetall, der uns einlädt auf einer Reise durch die Abgründe des Menschlichen Seins zu segeln. Musikalisch wird uns hier eine schier unfassbar eigenständige Form der schwarzen Kunst geboten, welche in einigen Momenten an solch glorreiche Glanztaten von Bands wie HELRUNAR, oder NAGELFAR erinnern. Auf der lyrischen Seite präsentiert man sich auf „…un torügg bleev blot Sand“ in Deutsch, saterfriesisch und plattdeutsch, was ein wenig die Nähe zu den bayrischen LUNAR AURORA aufrufen mag, ohne dabei deren musikalisches Erbe in den Bandsound zu integrieren. Ein derart intensives und seelisch durchdringendes Werk hat selten mein schwarzes Herz so mitreißend umgarnt. Ich bin absolut begeistert. Diese geniale Geistestat ist ein dunkles Manifest, welches sich vorzüglich zum Träumen, zum Genießen, oder einfach zum Entfliehen aus dieser elenden und immer schlimmer werdenden Kackwelt eignet. Ein Album, in dessen wahnwitzigem Tiefgang man sich völlig verlieren kann. Grandios.

Songs wie der absolute Überhit „Mauern aus Nebel“ oder der Titeltrack „Torügg bleev blot Sand“ sind so dermaßen abwechslungsreich, auf den Punkt komponiert und wirken trotzdem zu keiner Zeit zerfahren oder gar in irgendeiner Form progressiv. Trotz der recht langen Spielzeit der einzelnen Songs und den sehr vielfältig und verspielt anmutenden Arrangements fühlt man sich als Hörer niemals überfordert oder verlassen……nein, man vermag den Gebotenen Untergangshymen zu jeder Zeit völlig gebannt und gefesselt folgen zu können. Treibende Rhythmen, atmosphärische Parts, ausufernde Raserei, völlig am Rande der Verzweiflung stehende und verdammt abwechslungsreiche Vocals lassen die Songs zu wahren Meisterwerken der dunklen Künste erwachsen und über allem stehen diese unglaublich intensiven Gitarrenharmonien, die mir schier den Verstand rauben und die „…un torügg bleev blot Sand“ zu einem derart eigenständigem Meisterwerk heranreifen lassen, welches letztendlich in einem furchtbar eindringlichem „Fiebertraum“ gipfelt. Was für ein Wahnsinns Album!

Als wäre das nicht alles schon genug, wurde die Platte zusätzlich von ULTHA´s Andy Roszyk in eine so großartige, wundervolle und derart passende und luftige Produktion gegossen, dass es ein wahres Fest ist, diesem Ohrenschmaus zu lauschen. Gestalterisch vertraut man auf altbewährtes und hat sich somit abermals in die fähigen Hände von „Misanthropic Art“ begeben und weiß auch hier mit einem stimmigen Artwork vollends zu überzeugen, welches die drückend schwere Grundstimmung des Albums absolut zu unterstreichen weiß.

Selten…..oder schon wirklich lange nicht mehr, wurde Black Metal aus deutschen Landen so dermaßen mitreisend inszeniert, intensiv gespielt und einzigartig dargeboten. FRIISK haben uns hier ein Debütalbum präsentiert, an dem sich in Zukunft so einige Bands (und auch sie selbst) zu messen haben. Die Latte liegt jedenfalls verdammt hoch!

Während ich noch sehnsüchtig auf mein Vinyl / Hoodie / Shirt Bundle warte, sichere ich diesem Album einen definitiven Platz in meiner Top Ten Liste 2021. Das ist ganz, ganz große Kunst. Ich neige mein Haupt und ziehe ehrfurchtsvoll meinen Hut. Danke! Für alle anderen schwarzen Seelen gilt eine uneingeschränkte Kaufempfehlung!

Anspieltipps: „Mauern aus Nebel“ und „Fiebertraum“


Bewertung: 9,0 von 10 Punkten


Tracklist:
01. Einklang
02. Dem Wind entgegen
03. Hoat
04. Versunken
05. Mauern aus Nebel
06. Torügg bleev blot Sand
07. Fiebertraum





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Tja...wohl doch erst wieder 2022...



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