CD-Reviews T-V

VANAHEIM – Een Verloren Verhaal (2022)

(7.640) Maik (8,4/10) Folk Metal


Label: Independent
VÖ: 04.02.2022
Stil: Folk Metal

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Seit 2015 ist diese niederländische Folk Metal- Band aktiv, die sich den Namen VANAHEIM gegeben hat. Dies ist ja eine der neun Welten der nordisch/germanischen Mythologie und wird von den Wanen (Vanir) bewohnt, den alten Fruchtbarkeitsgöttern, die später von den Asen abgelöst, beziehungsweise integriert wurden. Njörd dürfte einer der bekannteren Charaktere sein, den viele auch mit dem keltischen Cernunnos vergleichen.

Nun ist es für eine Newcomerband mit genügend Hunger im Bauch sicher bitter, gleich am Beginn der Karriere von so etwas wie dieser Pandemie ausgebremst zu werden. Dennoch war der Vierer nicht untätig, und hat sich bisher mit einer EP und einer Single erste Lorbeeren verdient, bevor die Coronabremse zuschlug.

Nun haben es VANAHEIM geschafft, ihr Debütalbum aufzunehmen und dieses auch herauszubringen. Daß sich für die Veröffentlichung noch kein namhaftes Label gefunden hat, ist kein Qualitätsmerkmal, und dürfte sich sicher demnächst ändern.

Und die Kollegen haben sich ordentlich ins Zeug gelegt, und ein wirklich ansprechendes Folk Metal Album produziert, welches folkloristische Musik, klassische Elemente und teilweise an Filmsoundtracks reichende Epik mit Metal verbindet und somit Schönheit, Erhabenheit und Härte in einen gemeinsamen Schmelztiegel gießt. Dabei hat sich die Band einiger Gastmusiker bedient, die den metallischen Klang mit traditionellen Instrumenten veredelt, unter anderem die Violinistin Rikke.

Obwohl der Opener „Uit Steen geslagen“ (Aus Stein Geschlagen) heißt, beginnt man recht moderat und atmosphärisch, bevor eine opulente Soundkollage den Hörer förmlich überfällt. Pagan Metal-mäßiges Riffing und Doublebass, zusammen mit harschem Gesang paart sich mit einer gewaltigen Wand aus sinfonischer Epik und hymnischen Chören. Das verleiht dem Gesamtsound trotz des eindeutig metallischen Grundgerüstes die Breite von Filmmusik. Und nicht von ungefähr erinnert das Cello gegen Ende leicht an den Soundtrack von „Game Of Thrones“.

Episch und hymnisch, ja fast sinfonisch geht es mit “Onbevangen“ weiter. Pagan Metal, der zumeist treibenden Art, eingebettet in ein fast orchestrales Soundgewand, welches an Opulenz einige der Sinfonic- Power-Metal-Bands in den Schatten stellt. Als kleine Erholung kommt nun das rein instrumentale Stück „Rusteloos“ daher, welches man eindeutig dem Folk Music- Genre zuordnen kann. Ohne jeden Bombast, ohne Metalbezug, bevor die Videoauskopplung „Reuzenspraak“ einsetzt.

Und die Riesen sprechen, passend zu ihrer Größe, wieder eine sehr opulente Sprache, obgleich hier der metallische Aspekt stärker zum Tragen kommt, und auch die Gitarre ein paar aggressive Töne anschlägt. Dafür wird neben dem harschen auch Klargesang eingesetzt, der sich sehr gut mit den Chören arrangiert. Dann wird es wieder ruhiger. „Verloren“ ist ein rein mit traditionellen Instrumenten eingespielter und rein auf Klargesang basierender Song, und bietet den getragenen Übergang zum Albumende „Gevallen In De Nacht“.

Dieser hörspielartig beginnende Track bietet wieder die Mischung aus filmsoundtrackmäßiger Extravaganz und metallischer Breitseite. Dabei überwiegen ein weiteres Mal die bombastisch-epischen Elemente uned auch der Klargesang spielt wieder eine wichtige Rolle. Mit fast elfeinhalb Minuten addiert der Song zur epischen Breite auch eine entsprechende Länge.

Zusätzlich zu den sechs regulären Songs des Albums findet der Hörer auch noch Instrumentalversionen der Lieder, außer den schon erwähnten folklastigen Tracks „Rusteloos“ und „Verloren“auf dem Album. Die vier Musikstücke wirken dann wirklich wie Filmmusik. Dazu muß man auch noch sagen, daß hier nicht einfach nur die Mucke ohne den Gesang dargeboten wird, sondern das gesamte Arrangement neu zusammengestellt wurde. Man muss schon staunen, was diese Newcomer hier kompositorisch auf die Beine gestellt haben.

Auf jeden Fall ein sehr eindrucksvolles Debutalbum, was VANAHEIM hier auf die Beine gestellt haben. Nun gut, für meinen Geschmack ist es manchmal etwas zu viel des Guten, da erschlägt mich die kompositorische Wucht schier. Dafür könnten die Gitarren etwas mehr Biß vertragen, damit sich die Band auf Dauer in mein Herz spielt. Aber das ist, wie gesagt, nur meinen persönlichen Vorlieben geschuldet.

Hervorheben möchte ich auch noch die wirklich extrem opulente und informative Promodatei, welche an Rezensentenfreundlichkeit absolute Oberliga darstellt.

Anspieltipp: „Reuzenspraak“


Bewertung: 8,4 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Uit Steen Geslagen
02. Onbevangen
03. Rusteloos
04. Reuzenspraak
05. Verloren
06. Gevallen In De Nacht
07. Uit Steen Geslagen (Instr.)
08. Onbevangen (Instr.)
09. Reuzenspraak (Instr.)
10. Gevallen In De Nacht (Instr.)



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