CORRODED | THE HAWKINS

04.03.2018 - Berlin @ Auster-Club

Die schwedische Szene hat seit jeher für den geneigten Rock`n`Roller einiges zu bieten. Spätestens seit dem sensationellen Erfolg von Bands wie THE HELLACOPTERS stehen immer wieder neue Bands an der Pforte des Erdmantels Schlange. Bei den Nordlichtern scheint ein unerschöpflicher Nährboden an guten Rock- Bands vorzuherrschen, ob es nun die genialen THE PEEPSHOWS oder neuere Lautmacher wie HORISONT, WITCHCRAFT oder GRAVEYARD sind.

Mit einem aktuellen Langspieler und dem diesmal prägnanten Titel „Defcon Zero“ haben die bärtigen CORRODED sich wieder auf eine europäische Rundreise begeben und gleich Huckepack ihre Landsmänner von THE HAWKINS eingesackt. Die mit ihrem starken Debut, noch im letzten Jahr, ein megafettes Ausrufezeichen gesetzt haben. Ich habe schon lang nicht mehr solch ein energiegeladenes Rockalbum gehört, was vor Spielfreude nur so strotzt. „Ain`t RocknRoll“ bietet eine saftige Vollbedienung aus klassischen Rock, Blues und einer fetten Punker-Plauze!

Da mich an diesem Wochenende ein fauliger Doppeldienst heimsuchte, musste ich mich sehr wohl ziemlich sputen, um eine gute Handvoll vom Konzert noch mitzubekommen. Erster kleiner Haken, Auster-Club? What The Hell? … Wo is dat denn? Beim Schielen auf die Postleitzahl und meinem ranzigen Stadtplan war allerdings für mich recht schnell klar, es geht heute nach Kreuzberg. So tingelte ich quasi direkt von der Knechterei zum Feierabendbier, ganz wie es einst die legendären TON STEINE SCHERBEN besangen „Es ist Feierabend und die Arbeit ist vorbei, rück den Kies raus Junge und du bist dabei.

Haha, so in etwa geht das. Allerdings belief sich meine Anfahrt auf eine gute Stunde und ich habe selbst von den hier kräftig angepriesenen Rock-Jüngern THEHAWKINS, keinen einzigen Saitenschlag mehr mitbekommen. Was mich im Nachhinein doch derbst wurmte. Da will ich doch die Zeit nutzen um ein paar Worte zu dem kleinen, beschaulichen Klub loszuwerden. Der mit einer rock`n`roll`igen, familiären Atmosphäre doch ordentlich punkten kann. Das Auster ist keines dieser geleckten Alpträume, die einfach nicht Berlin sind und Rock`n` Roll schon gar nicht! Im Gegenteil, der im Kreuzberger Wrangelkiez gelegene Schuppen, befindet sich eine Treppe tiefer in einem Kellergewölbe und kann mit moderaten Schankpreisen punkten. Der auf schätzungsweise gut 150-200 Nasen ausgelegte kleine Klub war an diesem Abend nicht proppenvoll, aber für meinen Geschmack ausreichend gefüllt, um einem stilechten Konzi beizuwohnen. Beim Betreten des Klubs stolperte ich fast über eine ganze Horde von trinkfreudigen Schweden, die allesamt mit aussagekräftigen THEHAWKINS Backpatches gierig Gerstensaft schlürften.

Jetzt wurde es erst einmal Zeit für einen ordentlichen Humpen Pils, dann machten sich CORRODED lautstark bemerkbar, um einen krönenden Abschluss ihrer kleinen Rundreise zu zelebrieren. Der Sound bollerte gleich ordentlich massiv und verpackte die fettriffigen Songs absolut passend. Jens Westin ist ein wahrlich guter Frontmann, der beim Publikum nicht lang um Aufmerksamkeit buhlen muss. Die illustre Truppe hatte während des Gigs immer wieder ein paar Späße auf Lager, die von den Anwesenden mit einigen Lachern honoriert wurden. Das meist wuchtige und moderne Material, welches irgendwo zwischen Derb-Rock und zeitweisen Metal-Anleihen sich einpendelt, war auch live absolut hochwertig. Die gesamte Band wirkte absolut professionell und man merkte ihnen merklich an, dass hier keine Bruchpiloten eingestöpselt hatten. Die Livequalitäten sind jedenfalls nicht von der Hand zu weisen und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sie in dieser Form auch auf den großen Festivalbühnen zu einem lautstarken Paukenschlag ausholen können. Für mich war es beeindruckend wie textsicher der Anhang sich immer wieder zeigte und wie gut beides miteinander harmonierte. CORRODED boten hier ein gutes Miteinander von älteren Material wie „Age Of Rage“ oder neuen namens „Gun And A Bullet“. Das gesamte Set zeigte sich sehr üppig und war mit einer ordentlichen Palette an Songs ausgestattet. Selbst die Akustik-Nummer „A Note To Me“ fügte sich wunderbar in der angenehmen Mischung jenes Modern Metal Gerüstes ein. Positiv will ich den fetten Sound an dem Abend nochmals erwähnen, der weniger mit lärmender Lautstärke, sondern vielmehr mit einer fetten Heavyness überzeugen konnte. Mehr davon in den Berliner Klubs.

Das frühe Ende des gelungenen Abends will ich im Abschluß doch nochmal anmerken, kaum zu glauben wie früh neuerdings die Konzerte enden. Es war kaum 22.00 und alle Messen bereits besungen? Wahnsinn, was ist nur aus dir geworden Berlin? Was aber den positiven Eindruck, eines wunderbaren Abends, im neuentdeckten Auster-Club nicht schmälern kann.

CORRODED Setlist
Carry Me My Bones
Burnt It To The Ground
More Than You Can Chew
Believe In Me
Fall Of A Nation
Age Of Rage
Gun And A Bullet
Retract And Disconnect
A Note To Me
I am The God
King Of Nothing
6 Ft Of Anger
Time And Again

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