CD-Reviews Q-S

SIJJIN – Sumerian Promises (2021)

(7.457) Patrick (9/10) Death Metal


Label: Sepulchral Voice Records
VÖ: 12.11.2021

Stil: Death Metal

 

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NECROS CHRISTOS sind tot! Lang lebe SIJJIN!

Meine Vorfreude steigerte sich ins schier unermessliche, als ich davon Wind bekam, dass Mors Dalos Ra (Bass, Vocals) und Iván Hernández (Drums) von nun an zusammen unter dem Banner von SIJJIN wieder zu den Instrumenten greifen. Als NECROS CHRISTOS zu Grabe getragen wurden, verlor die gesamte deutsche Metal Szene eine der interessantesten und wahrhaft einzigartigsten Death Metal Kapellen und ich damit eine meiner absoluten Lieblingsbands.

Im Vorfreudemodus zwölf, auf einer Skala von eins bis zehn und einem dicken Grinsen im Gesicht, legte ich die Scheibe auf den Teller und war von der ersten Sekunde an völlig geplättet. Unabhängig davon, dass man nicht den Fehler begehen sollte, beide Bands direkt miteinander zu vergleichen, hört man trotzdem tatsächlich sofort, wessen schöpferischem Geist die dargebotenen Klangwelten entsprungen sein müssen, denn allein die Stimmfarbe der völlig genialen Vocals macht, unmissverständlich klar, wer hier vorm Mikro steht.

Im Gegensatz zur kürzlich beerdigten Vorgängerband, klingt das gesamte Material auf „Sumerian Promises“ allerdings ein bisschen so, als hätte die Band sich hier ganz bewusst von dem manchmal schwer ausufernden okkulten „Ballast“ gelöst. SIJJIN wirken auf mich, wie ein musikalischer Befreiungsschlag der beiden Okkultmetaller. Auf dieser Scheibe gibt es (bis auf ein kurzes akustisches Gitarren-Intermezzo) keinerlei Zwischensequenzen (Temples & Gates), keine mystischen und Atmosphäre erzeugenden, oder gar fremdartig wirkenden Instrumente und auch sonst verzichtet man auf allerlei Experimente und/oder Spielereien. Hier herrscht von Anfang an das volle Death Metal Brett. Die Jungs bieten uns auf ihrem Debutalbum elf großartige Songs, verteilt auf knapp 46 Minuten, die es sich ausschließlich zum Ziel gesetzt haben, die rohe und reine Old School Death Metal Keule zu schwingen und gerade dieser Umstand wirkt in diesen Zeiten, auf eine angenehme Art und Weise sehr erfrischend.

Die Handschrift von MORBID ANGEL klang ja auch früher schon des Öfteren mal durch den dichten Sound der Berliner, tritt bei SIJJIN aber noch wesentlich stärker in den Vordergrund und somit sei ausnahmslos JEDEM, der sich die alte Schule der todesmetallischen Kunst, völlig fernab von HM2 Sounds, auf die Fahnen geschrieben hat, uneingeschränkt ans Herz gelegt. SO und nicht anders MUSS diese Mucke klingen! Punkt.

Solch grandiose Kracher, wie der brachiale und irgendwie seltsam eingängige Opener „Demon Blessex“, der fantastische Titeltrack, das extrem abwechslungsreiche und fast schon progressiv anmutende „Angel Of The Eastern Gate“, sowie der absolute Hit „Darkness On Saqqara“ fahren einem sofort in Mark und Bein und versetzen selbige Extremitäten in einen Rausch aus unkontrollierbaren Zuckungen. Hinzu kommt die Tatsache, dass einfach jeder Song mit total einprägsamen Momenten, bzw. mit Refrains aufwartet, welche sich Dank der enorm verständlichen Stimme des Meisters sofort im Kopf einnisten, nur um dann beim nächsten Hördurchgang lauthals und aus voller Kehle…..sehr zum Leidwesen aller Anwesenden…..mitartikuliert werden müssen. Großartig! Dazu werden uns permanent Riffs, Riffs und Riffs um die Ohren geblasen. Das Schlagzeug wütet sich prügelnd und mit viel Ufta-Ufta durch die Songs und bildet mit dem vorzüglich hörbaren Bass ein dichtes und unfassbar treibendes Grundgerüst. Zudem wurde die Platte auch noch in eine wahnsinnig klare, aber niemals zu sauber klingende Produktion gegossen und somit bietet „Sumerian Promises“ einfach alles, was das Death Metal Herz begehrt.

Im direkten Vergleich hat NECROS CHRISTOS bei mir einen etwas größeren Stellenwert und liegt aufgrund der Einzigartigkeit und der dichteren Atmosphäre eine Nasenlänge weiter vorn. Das ändert aber überhaupt nichts an der Tatsache, dass SIJJIN als völlig eigenständige Band verstanden werden sollen, die lediglich in gewissen Teilen dieselbe Handschrift trägt und uns hier mit „Sumerian Promises“ ein wirklich geniales Death Metal Brett zwischen den Kiefer gekleistert hat. Aus diesem Grund erübrigen sich eigentlich auch sämtliche Vergleiche mit Vergangenem und Verblichenem. Was kümmert uns das Geschwätz von gestern? Wir leben im Hier und Jetzt und somit schließt sich der Kreis!

NECROS CHRISTOS sind tot! Lang lebe SIJJIN!

Ihr wollte Death Metal? Dann kauft euch sofort diese grandiose Platte!
Viel besser kann man diese Art Musik nicht spielen.

Anspieltipps: „Darkness On Saqqara“ und „Demon Blessex“


Bewertung: 9,0 von 10 Punkten


Tracklist:
01. Demon Blessex
02. Dagger Of A Thousand Deaths
03. Those Who Wait To Enter
04. Sumerian Promises
05. Angel Of The Eastern Gate
06. Hunting The Lizard
07. Unchain The Ghost
08. Darkness On Saqqara
09. White Mantras Bleed From Black Magic
10. Outer Chambers Of Entity
11. Condemned By Primal Contact



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