CD-Reviews T-V

TORTURIZED - Aftermath (2022)

(7.865) Olaf (9,6/10) Death Metal


Label: Apostasy Records
VÖ: 08.07.2022
Stil: Death Metal


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Überragende Veröffentlichungen, Rückschläge und immer noch nicht der Erfolg, den die Magdeburger eigentlich seit Jahren verdient hätten. Doch das nun erscheinende dritte abendfüllende Machwerk „Aftermath“ könnte die ganze Geschichte auf links drehen, denn die Wartezeit von knapp 5 Jahren hat sich nicht nur gelohnt, sondern sie beweist, dass Hartnäckig- und Zielstrebigkeit, gepaart mit Geduld und Ausdauer sich letztendlich doch bezahlt machen könnte. Die Gründe hierfür sind vielschichtig, doch allen voran steht der Umstand, dass Torturized nicht nur ihr bestes Material ihrer Karriere auf Band gezimmert hat, sondern mit einem kurzweiligen Songwriting, vielen Veränderungen in ihren Songstrukturen und einem damit einhergehenden Abwechslungsreichtum das bislang beste Tech Death Album Deutschlands, wenn nicht sogar Europas in diesem Jahr veröffentlichen.

Teils simple anmutende Riffs werden durch ein präzises und technisch hochwertiges Drumming zu einem fingerverknotenden Abenteuer, dem man sich so leicht nicht entziehen kann. Als Referenz hierfür steht ganz klar „Inversion“, der sich bereits jetzt einen Platz in meiner „Pest-of-Liste“ gesichert hat. Doch was wäre die Musik ohne eine vernünftige Produktion, für die die Elbstätter diesmal getreu dem Motto „Warum in die Ferne schweifen, denn das Gute liegt so nah“ zu Christoph Brandes ins Iguana Studio gereist sind, der ihnen eine soundtechnische Wand auf den Leib geschneidert hat, bei dem jeder Musiker zu seinem Recht und sein Instrument klasse zur Geltung kommt.

Doch nicht nur die Musik ist überragend und könnte mit seinen kleinen Interludes durchaus auch bei „Stranger Things“ Anwendung finden, auch die Stimme von Lu ist im Vergleich zu früheren Schandtaten differenzierter, klarer akzentuiert und nicht mehr so Scream-lastig wie auf früheren Werken. Auch kann man bei der Platzierung der Songs klar einen roten Faden erkennen, der sich zu keinem Zeitpunkt verknotet oder in die Irre führt. Dafür sorgen auch mal etwas ruhigere Momente wie etwa das getragene „Maelstrom“, welches mit seinen kleinen elektronisch erzeugten akustischen Spielereien ebenfalls zu den Highlight des mit grandiosen Momenten gespickten Albums gehört.

Mit „Asylum“ hat sich allerdings ein Song auf das Album geschlichen, der mir trotz mehrfacher Versuche einfach nicht so ins Ohr gehen will wie der Rest, allen voran das überragende „Nebula“, welches Torturized anno 2022 am besten umschreibt und als Visitenkarte von „Aftermath“ angesehen werden muss. Hier vereint das Quintett alles, was ihren speziellen und nackenbrechenden Sound seit Jahren ausmacht. Die knapp sechseinhalb Minuten sind von daher fast schon zu kurz geraten, denn das Teil macht einfach gigantisch viel Spaß.

Ebenso wie der etwas längere Titeltrack, der fast noch einen Tick stärker ausgefallen ist und dessen Mittelpart ein bisschen an Mekong Deltas „The Hut of Baba Yaga“ erinnert. All das und der Umstand, dass nunmehr mit Apostasy Records auch noch ein verdammt innovativer und starker Partner an der Seite der Jungs steht, dürfte dazu beitragen, dass das mit der Weltherrschaft doch nur noch eine Frage der Zeit sein sollte, oder?

Manchmal ist weniger mehr und im Falle von Torturized sowieso, denn wo die Band mir in der Vergangenheit manchmal zu verkopft und zu überladen erschien, so hat man nun alle Stärken punktuell gebündelt und daraus ein Paket geschnürt, welches jedem Death Metal Fan das Herz aufgehen lässt. Die atmosphärischen und space-ige Elemente wirken nicht aufgesetzt, als Mittel zum Zweck oder Effekthascherei, sondern passen sich dem Gesamtkonzept hervorragend an und lassen „Aftermath“ zu einem großartigen und mehr als vergnüglichen Hörerlebnis werden. Selbst das etwas an „Blade Runner“ erinnernde Instrumental „Insomnia“ mundete hervorragend und wer mich kennt weiß, was ich generell von Songs ohne Gesang halte…


Bewertung: 9,6 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Caustic
02. Inversion
03. Haven
04. Ecocide
05. Maelstrom
06. Asylum
07. Nebula
08. Dissolution
09. Insomnia
10. Aftermath



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