Als Harmony Dies 2003 mit „Impact“ ihr drittes Machwerk aus der Taufe hoben hätte ja wohl kaum jemand damit gerechnet mal locker 13 Jahre auf ein Folgewerk zu warten. In Zusammenarbeit mit dem neuen Label Defying Danger wurde in diesem Jahr "Indecent Paths Of A Ramifying Darkness“ veröffentlicht. Dies zeigte das Berlin`s Harmony Dies auch 2016 noch ein feines Death Metal Brett in ihrer ureigenen Art abliefern können! Das Interview führte ich mit Gründungsmitglied Kai Mertens.

Salute, Kai! Es sind nun schon einige Monate seit dem Release von "Indecent Paths Of A Ramifying Darkness“ verstrichen. Wie siehst du mit ein wenig Abstand die Veröffentlichung?

Hi Timo, da hast Du recht und hätte vor einiger Zeit gar nicht gedacht, daß es nochmal soweit kommen würde. Aber ich muss sagen ich bin immer noch sehr zufrieden mit der Veröffentlichung. Wir hatten uns ja einige Zeit damit genommen, nachdem wir uns wieder zusammengefunden hatten, aber für uns hat es sich gelohnt nicht schnell irgendwas zu machen.

Wie kam der der Titel des Albums zustande? Der doch auf den ersten Eindruck ein wenig lang und sperrig wirkt, aber auf der anderen Seite sicher auch ein Kontrast zu euren letzten Werk wie „Impact“ ist.

Der Titel, ja da bin wohl ich verantwortlich, Ich setz mir da immer so Ideen in den Kopf und wenn alle dabei sind ziehen wir das auch durch, bei Impact sollten halt alle Titel aus einem Wort bestehen, eigentlich war meine Idee für eine neue Veröffentlichung alle Titel sehr lang zu gestalten, na zumindest den Titel konnte ich retten. Bei den anderen Songs ist es nun doch im üblichen Rahmen geblieben. Ich hätte ja noch einige Zungenbrecher parat gehabt.

Nach dem Release habt ihr auch einige Shows gespielt, wie war das für Euch mit neuen Songs wieder auf den Brettern zu stehen?

Ja es ist ja nicht so, daß wir die Songs nicht vorher gespielt hätten. Live kann man immer ganz gut abschätzen ob die Umsetzung so für uns passt und ob der Song Spaß macht. Darum geht es uns ja Spaß zu haben, im Proberaum und erst recht auf der Bühne und wenn dann noch ein paar Nasen vor der Bühne das ganze genauso sehen, dann passt es doch. So sind die Songs alle durch die Live Probe gegangen und selbst dabei merkt man dann auch nicht alles was noch verbessert werden könnte.

Wie setzt sich die Setlist auf euren Gigs zusammen, kann man hierbei auch mit Überraschungen rechnen, vielleicht ein paar Titel aus der „Slaughtered“ Zeit?
Es ist schon gut durchmischt, Neues und von alten Scheiben und auch „slaughtered“ Songs sind mit dabei, wir hatten für den Release Gig sogar die ganze Scheibe am Stück gespielt, um das 20 Jährige Jubiläum der Scheibe zu begehen. Da mussten die Leute durch.

Als ihr in den frühen 90er Jahren angefangen hattet war die Szene und Klubkultur sicher anders strukturiert als heute, was würdest du nun als positive und negative Entwicklung erwähnen wollen?

Ich glaube das kommt immer auf den Betrachter an, in den 90ern haben wir noch Kassetten rumgeschickt, um Auftritte klarzumachen und Sampler zusammengestellt um sich bekannt zu machen. Und in den Briefen waren dann immer Tonnenweise Flyer, mal abgesehen von der Resend my Stamp Geschichten. Das ganze hatte genauso seinen Reiz wie heute halt heute mit FB und Youtube. Man kann heute leichter und schneller viele Leute erreichen, ob man diese Leute aber wirklich erreicht steht auf einem anderen Blatt. Allerdings gab es bis Anfang der 2000er noch mehr Möglichkeiten aufzutreten. In kleinen Klubs und Jugendzentren oder auch mal in nem besetzten Haus. Es kommt mir so vor als ob es wesentlich weniger geworden ist und hier viel weggespart, oder durch organisatorische Hürden kaputt gemacht wurde. Schade denn ich glaube schon Live spielen macht doch die Bands aus. Darum ist es gut wenn die kleinen Klubkonzerte von den Leuten unterstützt werden und nicht nur die großen „kommerzielleren „Touren oder diese ganzen Pay to Play Touren / Festivals.

Fandet ihr das 13 Jahre Kunstpause nun wirklich genug sind mal wieder von sich hören zu lassen? Wie seid ihr wieder in die Spur gekommen? War es schwierig die passenden Mitglieder für diesen Neustart in Position zu bringen? Wie seid ihr zusammengekommen? Wann hattet ihr mit dem Songwriting für die neue Scheibe begonnen, seid ihr mit einer bestimmten Vorstellung an die Erarbeitung dessen herangegangen?

HD hatte sich ja nach der Impact immer rarer gemacht und ist im Endeffekt auseinander gebrochen, Ich wollte HD aber irgendwie weitermachen wenn es sich ergibt. 
Thorsten und Ulf haben mit einigen anderen ja Dehuman Reign gestartet. Der eigentlich Grund aber war Marco(bass), der zu seinem runden Geburtstagskonzert , HD nochmal gerne in alter Besetzung der „Dont Trust“ Zeit zusammenführen wollte.

Es wurden alle alten Männer kontaktiert und Irgendwie hatten alle Bock drauf und da alle noch irgendwie musikalisch aktiv waren, wurde die ganze Sache reaktiviert. Es lief auch gleich gut an und als Zusatz kam noch der Mike , Gitarre auf der „slaughtered“, mit rein. Das Konzert lief gut und brachte jede Menge Spass und so auch die Entscheidung noch ein wenig weiter zu machen, es folgten Ideen für Songs und mit viel Zeit und Spucke sind wir dann nun mit der fertigen Scheibe dabei.

Klingt halt komisch aber irgendwie war es als ob man das Feeling der „dont Trust“ und „I´ll be your Master“ Zeit beim Proben und Song schreiben herausgelassen hatte. Und jetzt stehen wir alten Männer da und machen diese inzwischen ja auch alte Musik. Und so sind auch die Songs in dem alten Style der damaligen Scheiben entstanden. Irgendwie macht uns diese Musik so gemeinsam einfach Spass.

Eine Art von Eigensinnigkeit kann man euch gewiss nicht streitig machen, der präzise Cocktail aus amerikanischer und harmonischer Todeskeule ist 2016 noch klar zu vernehmen. Aber was ist deiner Meinung nach das besondere an eurer Inszenierung der todesmetallischen Klangform? Was hat sich im Vergleich zum letzten Werk „Impact“ geändert bzw. was wurde fortgeführt?
Gute Frage, ich glaube wenn es etwas Besonderes gibt, dann ist es das Grobmotorisch wirkende Stakkato Drumming, welches uns immer wieder begleitet und sicherlich die relativ einfach gehaltene Songstruktur und Spielweise ohne extrem vertracktes Songwriting, die die Musik relativ einfach erfassbar macht. Aber im Endeffekt muss die Sache Spass machen beim Spielen. Ich glaub das sieht man dann auch auf der Bühne und manchmal springt der Funken über. 

Wie hat sich der musikalische Einfluss, durch eure Hörgewohnheiten auf HD verändert? Welche Scheiben waren für dich in den letzten Jahren unentbehrlich?

Ich glaube so richtig neue Einflüsse gibt es da nicht, hier fallen eher immer noch alte Sachen von Suffocation, Cannibal Corpse aber auch Bolt Thrower u.s.w. Ins Gewicht. Die Hörgewohnheiten der Einzelnen sind wirklich sehr unterschiedlich in den verschiedensten Richtungen von Metal und Rockmusik, was uns halt vereint ist die gemeinsame Affinität zur brutalen Kelle Death Metal.

Mit Defying Danger ist die Labelwahl auch wieder überaus lokal ausgefallen. Neben Ars Metalli und Morbid Records habt ihr euch auch wieder für eine familienfreundliche Firma aus der Region entschieden, was ist euch hierbei wichtig?

Ich glaube über die Jahre hat es sich immer ausgezahlt einen guten Kontakt zum Label zu haben und sich auch mal persönlich sehen und sicherlich im Notfall auch mal ein direktes Wort sprechen zu können. Auch ist die Zusammenarbeit immer familiär und einfach gewesen, außerdem konnten wir unsere Vorstellungen immer gut einbringen. Also warum nicht mit einem guten Bekannten zusammenarbeiten. Und bei Jens von DDR passt das, den kennen wir ja nun auch schon fast ein viertel Jahrhundert.

Die Berliner Klubszene hat sich sichtlich verändert seit den frühen 90er Jahren, als ihr mit Harmony Dies die Bretter zum bersten brachtet. Welche Bilanz würdest zur heutigen Zeit ziehen?

Das Schöne an Berlin ist das es immer wieder wilde und verrückte Typen gibt die sich den ganzen Stress mit dem Underground geben und so immer mal wieder ein Hotspot aufflammt, der parallel zu den etablierteren Klubs läuft.

Viele der besagten Leader bei den Labels sind in den letzten Jahrzehnten von jeher sich auch häufige Wegbegleiter gewesen, oder? Gibt es noch Kontakt zu dem einen oder anderen?

Das kommt auch mal vor, aber nicht wirklich regelmäßig. Einige haben sich ja auch ein wenig aus der Szene zurückgezogen. Aber es ist ja allgemein cool alte Wegbegleiter wieder zutreffen und zum Glück kommt das immer wieder vor.

Bei Defying Danger ist eine CD und Tapeversion eures aktuellen Werkes erschienen, wie schaut da nun die Zukunftsplanung aus? Wann darf mit Vinyl gerechnet werden?

Vinyl wird es leider nicht geben, das passt einfach von der finanziellen Lage nicht. Aber wir haben weiter Lust neue Sachen zu machen und streben eine weitere Aufnahme an, wie die dann veröffentlicht wird haben wir noch nicht entschieden. Mal sehen was zu dieser Zeit dann möglich ist.

Fünf neue Songs befinden sich auf eurer aktuellen EP, hattet ihr die Länge des Neuwerkes mit einem bestimmten Gedanken gewählt? Also eine Art Demo für einen Neuanfang?

Irgendwie so in der Richtung, wenn man zurückblickt waren unsere Scheiben ja nie so lang, wir machen uns da auch nie solch ein Kopf drum. Wir peilen so ca. die 30 Minuten an. Vielleicht ist man bei den heutigen Hörgewohnheiten da ganz gut dabei.

Welche gedanklichen Sphären werden lyrisch mit euren Songs bereist? Welche Themen rücken hierbei stärker in den Fokus? Gibt es Thematiken die ihr dabei bewusst ausklammert?

Da sind wir in verschiedenen Bereichen unterwegs, aber oftmals sind es dunkle Themen des Menschseins. Endzeitstimmungen mit barbarischen Kriegsgerät, dunkle Gedankenwelten oder auch Beschreibungen unterdrückter Lebenswelten.

Der Sound auf „Indecent...“ ist zweifelsohne als knackig und weniger digital poliert zu bezeichnen, der zu gefallen weiss. Habt ihr darauf ein besonderes Augenmerk gelegt? Wer zeigt sich dafür verantwortlich?

Wir haben die Aufnahme und das Mischen komplett in Eigenregie gemacht, hier konnten wir auf unseren langjährigen Erfahrungen zurückgreifen und mit den heutigen Möglichkeiten des Homerecording wollten wir das auf jeden Fall probieren und somit auch genug Zeit für Aufnahme und Mixing zu haben. Ich denke das Ergebnis ist uns gut gelungen. Mit dem Feinschliff von Vintage Mastering hat das Ganze noch seine Politur bekommen.

Was steht bereits für die kommende Festival und Konzertsaison 2017 an?

Wir konnten 2016 ein paar Konzerte machen und für ein paar Festivals 2017 sieht es auch schon gut aus. Wir werden auch 2017 versuchen einige Gigs zu machen und mit möglichst vielen Leuten Spaß an Death Metal zu haben!!!

Soweit von mir, lasst es krachen! Death Metal kick your ass!

Danke auch von mir Timo, Keep it fucking Metal !!!

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