BATTLE OF THE BAYS

OBITUARY | EXODUS | PRONG | KING PARROT

09.11.2016 - Berlin @ Postbahnhof

Vorweg sei gesagt, dass ich mich persönlich sehr darüber freute, dass dieses außergewöhnliche Konzert an diesem Abend vom Huxley’s in den etwas kleineren Postbahnhof verlegt wurde, da dort der Sound und die Atmosphäre einfach um ein Vielfaches fetter ist und die Bands dadurch in ein besseres Licht gerückt werden. Dafür müssen natürlich aber auch die jeweiligen Combos ihren Teil zu beitragen, doch so ganz wollte das beim Opener nicht gelingen. Trotz ihrer zuweilen guten Extreme Noise Terror / Napalm Death Anleihen wollten sich die Australier von King Parrot nicht unbedingt in meinem Gehörgang festsetzen und das obwohl die Truppe mächtig Alarm machte, musikalisch aber irgendwie nicht ins Gesamtkonzept passen wollte. Sah die anwesende Belegschaft scheinbar ebenso, die den Jungs nicht mehr als den obligatorischen s angedeihen ließen.

Da ist Tommy Victor mit seinen beiden Mitstreitern natürlich eine ganz andere Hausnummer, doch ich hatte Im Vorfeld so meine Bedenken, ob sich Prong nicht langsam etwas abnutzen würden, habe ich das Trio doch nun in den letzten 2 Jahren nunmehr 5mal gesehen. Doch meine Bedenken wurden gleich mit dem Opener „Eternal heat“ in alle Winde zerstreut, freute ich mich doch sehr darüber, dass der Dreizack mit einem ziemlich ungewöhnlichen Song den Reigen eröffnete. Natürlich konnten viele der nunmehr zahlreich Anwesenden nicht viel mit dem New Yorker Trio anfangen, doch die, die sich ein klein wenig auf die Truppe einließen, erlebten musikalischen Spaß in Länderspiel Format. Natürlich fanden eine Menge Hits den Weg in die Setlist und Drummer Art Cruz, ausgestattet mit seiner Danzig-Gedächtnis Tolle, brillierte mit fliegenden Drumstick-Einlagen, die aber weniger seinem Ego, sondern der Tatsache geschuldet waren, dass der Gutste fast alle seine Hölzer fachgerecht zerlegte. Mit dem schon fast obligatorischen „Snap your fingers, snap your neck“ wurden dann die Raucher in die Eiseskälte verabschiedet, während sich der Rest zur Bar trollte und den Mannen aus Big Apple viel Anerkennung zollten.

Eternal heat
Beg to differ
Unconditional
Ultimate authority
Turnover
Cut and dry
Sense of ease
Another worldly device
Whose fist is this anyway?
Snap your fingers, snap your neck

Exodus als Support von Obituary? Mutet irgendwie merkwürdig an, doch da es sich um eine Co-Headliner Tour handelt, waren heute die Bay Area Heroen als erstes an der Reihe und nutzten die recht frühe Spielzeit gekonnt dazu, der ausrastenden Meute tierisch das Haupthaar zu rasieren. Allerdings wunderte mich doch der recht sperrige Opener ein klein wenig, hat die Legende doch viele andere vergiftete Pfeile im Köcher, die durchaus passender gewesen wären, den Pit zu eröffnen, doch was soll’s, das ist Jammern auf extremst hohem Niveau. Auch stört es mittlerweile nur noch peripher, dass Gary Holt scheinbar gar nicht mehr mit seinen ehemaligen Amigos um die Welt zieht, was vor allem an der exzellenten Darbietung von Kragen Lumm liegt, der sich mit seinem Heathen Bruder Lee Altus diverse Riff-Duelle an diesem Abend lieferte. Und natürlich Zetro…DIE Stimme Exodus‘, der an diesem Abend einmal mehr die unsägliche Rob Dukes Episode ad acta legte und sich witzig und spritzig durch den Gig kalauerte und ganz nebenbei eine großartige Performance bot. Natürlich ging ich persönlich bei den Klassikern steil und renkte mir fast die Faust aus, als das abschließende „Strike of the beast“ ertönte, einer meiner absoluten Lieblungssongs überhaupt, bei dem es dann sogar noch eine kleine Wall of death gab. Meine Güte…wie sollten Obituary diese extremst hochgelegte Messlatte, die Exodus hier aufgelegt hatten, überspringen?

The ballad of Leonard and Charles
Blood in, blood out
And then there were none
Deranged
Body harvest
Piranha
Blacklist
War is my shepherd
Bonded by blood
The toxic waltz
Strike of the beast

Tja…was soll ich sagen. 28 Jahre im Business und ehrlich…nach dem bereits überragenden Auftritt beim diesjährigen Party San legten die Jungs aus Tampa noch ein Schippchen drauf und verwandelten den Postbahnhof in eine bangende Masse. Unfassbar tight, voll auf den Punkt, perfekt aufeinander eingespielt zerlegte die Todesblei Legende den Laden nach Strich und Faden. John Tardy glänzte einmal mehr mit einer unfassbaren Stimme, Trevor Perez war in Dauerrotation und überhaupt glänzten Obituary in allen Ebenen. Die Setlist war ein Hochgenuss, der Sound megabrutal, klar und differenziert und die Leute nahmen dieses Geschenk der Götter dankend an und feierten den Fünfer gnadenlos ab. Vollkommen zurecht denn auch ich konnte mich dieser Magie einfach nicht widersetzen. Warum auch? Ich bin seit 1989 Die Hard Fan der Jungs und wusste heute Abend auch warum, denn wo andere Bands im Death Sektor darum wetteifern, wer sich bei halsbrecherischen Leads als erstes die Finger verknotet, ballern Obituary einfach drauf los, grooven wie Earth Wind and fire in der Disco-Ära und scheren sich einen Dreck um momentane Trends. Gut so, denn „Bloodsoaked“, „Slowly we rot“, „Chopped in half“ oder das mittlerweile fest okkupierte „Circle of the tyrants“ gehören einfach in jeden gut sortierten Todesblei-Haushalt. Nach diesem Gig fordere ich nun vehement: Obituary verdienen den Titel WELTKULTURERBE! Hugh, ich habe gesprochen. Ein sensationeller Abend in allen Belangen…

Internal bleeding
Words of evil
Chopped in half
Turned inside out
Intoxicated
Visions in my head
Deadly intentions
Bloodsoaked
Dying
Find the arise
Til death
Don’t care
Circle of the tyrants
Slowly we rot

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