PERSISTENCE TOUR 2017

SUICIDAL TENDENCIES | AGNOSTIC FRONT | MUNICIPAL WASTE | WALLS OF JERICHO | DOWN TO NOTHING | BURN | MIZERY

18.01.2017 - Berlin @ Astra Kulturhaus

Fast auf den Tag genau, wie 2016, geht’s mit der Persistence - Tour wieder auf Rundreise. Auftakt ist diesmal die Bundeshauptstadt. Es wurde wieder ein fettes Package geschnürt um die Hardcore – Herzen höher schlagen zu lassen. Die Veranstalter beweisen wieder Fingerspitzengefühl und präsentieren 2017 angesagte Acts die gerade ordentlich durch die Decke gehen. Sicherlich sind dieses Mal alle Augen auf SUICIDAL TENDENCIES mit ihrem prominenten Neuzugang Dave Lombardo hinter der Schießbude gerichtet. Also nix wie hin um mit der Berliner Hautevolee deftigst zu feiern. Das Zephyrs Odem entsandte mit dem Cheffe persönlich, mit Tausendsassa Timo sowie meiner Wenigkeit eine kleine Delegation. Unser flotter Dreier schlug sich standhaft, kämpfte sich durch das dicke Gewühle und verharrte standhaft in den Schlangen der Getränkeausschänker. Ein schniekes Interview mit Mike Muir himself ist inklusive und folgt auf dem Fuße. Da meine beiden Mitstreiter leider erst später unser Ratpack vervollständigte, übernahm ich den ersten Teil der Berichterstattung, quasi die Frühschicht.

Pünktlich um 18.00 starteten MIZERY aus San Diego. Leider war die Halle noch nicht wirklich gefüllt. Trotzdem fanden sich schlappe 100 Pappnasen ein um dem funkigem Hardcore zu erlauschen. Teilweise klang das Quartett wie der kleine Bruder von SUICIDAL, natürlich nicht wirklich mit derer Klasse. Nichts desto trotz ein kleines Achtungszeichen und ein guter Einstimmer für den Abend. Mehr als ein Anstandsapplaus wäre auf jeden Fall drin gewesen. Aber scheinbar musste sich das Berliner Publikum, welches auch für seine dezente Zurückhaltung bekannt sein kann, erstmal in Rage bringen.

Anschließend betraten BURN die Bühne des Astra. Leider sah es vor dieser noch nicht wirklich anders aus als bei MIZERY. In einer Stadt, die erst nachts um 23.00 Uhr so richtig erwacht, sicherlich nicht so verwunderlich, zumal auch mitten in der Woche. Den Jungs aus New York City schien dies aber herzlich wenig zu interessieren. Sie wüteten einfach drauf los. Für den, sonst so derben, Sound ihrer Heimatstadt recht untypisch, erinnerten sie eher an die Glanzzeiten von STUCK MOJO als an das übliche Tough Guy - Gedöns. Der Gesang war mir leider eine kleine Spur zu verzerrt, sollte aber laut Aussage vom Tonmann so sein. So richtig funkte es noch nicht, aber eine gute Leistung war es allemal.

Mittlerweile war der Laden auch schon recht ansehnlich gefüllt und die ersten Schweißperlen und Hitzewallungen machten sich bemerkbar. Es war mal wieder gut eingeheizt. Optimale Voraussetzungen für DOWN TO NOTHING. Die Jungs aus Richmond / Virginia tobten forsch voran und maßen jeden Meter der Bühne. Ihr Geradeaus – Hardcore schien zu gefallen und die ersten Moshpits entflammten. Sympathisch wie immer boten DTN eine solide Leistung und bereiteten Berlin auf das vor, was danach mit WALLS OF JERICHO und dem restlichen Billing Usus sein sollte. Reines Chaos. Mittlerweile waren auch meine beiden Kollegen anwesend, so dass ich in den verdienten Feierabend gehen konnte um das wilde Treiben genießen zu können. [ms]
Allright Schrod! Diesem Rummel wohnen wir doch sehr gerne bei! Das Zentrum der Erdverkrustung übernimmt dann mal und schon blitzt es auf mein verwurmtes Haupt. Uarghhh! Das Trio Infernale war dann zweifelsohne an diesem Abend komplett, auch wenn wir unsere zwischenzeitliche Eingangsblockade aufheben mussten, haha! Dafür nährte sich unser Rachen wieder von köstlichen Genüssen! Auf die Nuss gibt’s aber jetze was... Denn dass die Detroiter Hardcore/Metal Fraktion keine Leisertreter sind sollte allgemein bekannt sein. Und so zeigte Frontkehle Candace Kucsulain mit einem weit abgesteckten Aktionsradius dass von Ihnen heute mit keiner Standmiete zu rechnen ist. Da flogen die Extremitäten wahrlich derbst durch die Lüfte und da ging doch gleich von Beginn mal richtig die Post ab. Für weichgespülte Emo-Einsalbungen war heut sowieso kein Platz. Mit„Playing Soldiers Again“ begann man lautstark und mit einer gesunden und wildhaften Aggression den Gig. Keine Frage dass hier solch ein derber Arschklopper wie der Eröffnungstrack des Debutwerkes gar vollmundig passte. WALLS OF JERICHO boten einen derben Hardcore Abriss mit scharfkantiger Metalschlagseite, der einen gelungener Querschnitt der Bandhistorie aufbot. So gab es mit u.a „Relentless“ auch gleich zu Beginn eine griffige Schelle vom aktuellen Album der Band, so sollten sich auch die folgenden Songs auf die aktuelle Langrille beziehen, was dem Auftritt durchaus schmecken sollte, auch wenn dies den Partyfaktor nicht unbedingt steigerte. Denn hier hätte auch ein wenig mehr Material vom Vorzeigewerk der Band „Americam Dream“ gepasst. Dennoch war auch vor der Stage reichlich Leibesertüchtigung angesagt, ganz nach Turnvater Jan`s Geschmack! Ehe man dann einen gut getakteten Abschluss mit dem punkigen „Revival Never Goes Out Of Style“ fand, gab es gleich noch den Opener von „American Dream“ Fein!

Hail Satan! Um hier gleich mit den Worten von Tony Foresta einen rauszuhauen. Haha. Das die Crossover-Elite aus Virgina nicht auf diese Tour gelandet ist um Handtücher zu falten ist wohl klar, so lies man es von Beginn an richtig krachen und bot ein giftiges Thrashcore-Inferno. Ganz nach frisch, fromm, fröhlich und frei. Die haben doch nen Pfeil im Kopf dachten sicher auch einige der selbsternannten Pitpiloten, denn vor der Bühne zeigte man sich doch reichlich überfordert mit dem trittfesten oldschool Thrash, der allerdings auch einige alte Hardcore Verehrungen aus der Gründerzeit inne hat. Aber richtige Poser wissen das natürlich nicht, sonst währt ihr mehr abgegangen! Das will ich nun nicht verschweigen. Die Spielfreude die diese Stilistik stets offenbart merkte man den Jungs auch diesen Abend an. Da ließen frühe D.R.I und C.O.C doch heftig grüßen, was für eine Intensität. Ansonsten machte Municipal Waste auch heute was sie am besten kann, sie räucherte den Schinken mit allerbesten Crossover Aroma und das war für mich der totale Gaumenorgasmus. Diese Band kann nichts falsch machen.

Der Sound war an diesem Abend allerdings die totale Grotte. Zumindest wenn man innerhalb der Haupthalle stand. Allerdings war dröhnen statt Dröhnung nicht mein Motto des Abends. Das verbesserte sich erst zu Beginn von AGNOSTIC FRONT, eine Regulierung im erträglichen Rahmen fand endlich statt. Laut statt Maut sollte also nicht mehr die Losung für die beiden Headliner sein.

Das New Yorker Urgestein hat zweifelsohne einen handfesten Status für eine gelungene Hardcore Show zu sorgen. Das sie uns auch an diesem Abend nicht auf dem Trockenen haben sitzen lassen ist dann wohl auch klar. So dauerte es auch nicht lang nachdem die ersten Riffs von dem altehrwürdigen „Eliminator“ ertönten, bis das wohlbekannte Turnmassaker auf Touren kam. Da übernahmen Stagediver die Sangeseinlagen in reger Beteiligung, was mir auch ein griffiges grinsen in das Gesichtsorigami zauberte. Bei soviel Stimmung durften natürlich auch Songs wie „For My Family“ oder vom neuen Album „Old NY“ nicht fehlen. Auf der anderen Seite kamen solch Oldies wie „Friend Or Foe“ zur Geltung, das war ja fast wie beim Kessel Buntes! Mit dem herrlichen IRON CROSS Cover „Crucified“ fand man dann den passenden Übergang zu einen der Hits der New Yorker, denn „Gotta Go“ darf natürlich bei keiner ihrer Shows fehlen. Die Meute war ansprechend herzlichst am toben und zeigte das auch in der Hauptstadt die Locken immer noch anständig verdrahtet sind. Je später die Stunde, noch längst nicht die letzte Runde über den Tresen schlittert. Warum? Weil wir es können! Einen krönenden Abschluss bildeten dann nicht weniger ansprechende Songs wie „Police State“ oder das schmackhafte„Addiction“. Als Zubrot kam dann „Blitzkrieg Bop“ nochmal zu Ehren, was wie nicht anders zu vermuten für brodelnde Stimmung zu sorgen wusste. Eine mehr als ordentliche Festivalshow.

The Eliminator
My Life My Way
For My Family
Police Violence
Victim In Pain
Friend Or Foe
Old New York
All Is Not Forgotten
Peace
Crucified (Iron Cross Cover)
Gotta Go
Riot, Riot, Upstart
Police State
Addiction
Blitzkrieg Bop (Ramones)


Für SUICIDAL TENDENCIES muss es wie ein Neuanfang schmecken, mit Dave Lombardo hinter der Schießbude, nicht jede Crossover Meute hat einen Ausnahmetrommler auf dem Schemmel sitzen, aber ST ist ja wohl auch die Crossoverfaszination, meine Herren. Vielen alten Herrschaften waren aufgeregte Zuckungen auffällig anzumerken, es war das Resultat einer klassischen Verführung. Eine Huldigung der frühen Jahre der Band fand hier zweifelsohne statt. Immer wieder feinstens anzusehen wie sie mit „You Cant`t Bring Me Down“ starten! Mit handwerklicher Abgeklärtheit tönten sie hochklassisch weiter und „War Inside My Head“ folgte überzeugend. Der Aktivitätskreisel war spätestens jetzt komplett eröffnet, in unverblümter Weise wurde geklettert, gesprungen und Freizeitsport in einem auf und nieder ausgeübt, hier rostete so schnell keiner und Berlins Persistence Publikum hatte seine feurigste Leidenschaft aufzubieten. Gerade wenn hier ein Gassenhauer dem anderen folgt und Kaliforniens Helden sich an diesem Abend megatight zeigten. Sie wussten genau wo sie uns packen mussten. Ob es nun die Songs vom Debutalbum wie „Institutionalized“ waren, spätere Brecher aus der Freedumb Ära oder gar auch eines vom letzten Album, wie „Clap like Ozzy“. Für die kalifornischen Bengels lief das heute Abend! Aber es wurde natürlich noch viel heißer mit „Possessed To Skate“, wo wieder zahlreich die Bretter bevölkert wurden, wie immer die hellste Freude dies mit anzusehen. Auf der Zielgeraden gab es natürlich auch das unnachahmliche „Pledge For Allegiance“, was einfach nicht fehlen darf und nochmals einen saftigen Höhepunkt darstellte. Die Band hatte auch an diesem Abend nichts von ihrer Magie verloren und ist auch Jahrzehnte nach Ihrer Gründung weit mehr als die meisten Crossover Schergen heute! Klasse!

You Can`t Bring Me Down
War Inside My Head
Institutionalized
Subliminal
Trip At The Brain
Freedumb
Clap Like Ozzy
Cyco Vision
Possessed To Skate
I Saw Your Mommy
Pledge Your Allegiance
Memories Of Tomorrow

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