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ANGELUS APATRIDA – Angelus Apatrida (2021)

(6.816) Olaf (9,5/10) Thrash Metal


Label: Century Media
VÖ: 05.02.2021
Stil: Thrash Metal

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Eine Scheibe, auf die ich mich im Vorfeld bereits tierisch gefreut habe, bin ich doch glücklicher Besitzer aller Scheiben von Angelus Apatrida auf Vinyl, zu denen ich bei Kauf von der Band persönlich damals einen schicken Beutel geschenkt bekam, der noch heute seinen Dienst bei den wöchentlichen Einkäufen verrichtet. Ja, ich bin Fan der Jungs aus Albacete aus der Region La-Mancha, in der Don Quichote vergeblich gegen Windmühlen ankämpfte, so wie ich seit Jahren mit deren Plattenfirma, doch das ist ein anderes Thema.

Statt auf einen reißerischen Titel zu setzen entschied sich das Quartett auf ihrem nunmehr siebten Album zu einem selbstbetitelten und lassen komplett die Musik für sich sprechen, auf die man alleine schon beim Blick auf das starke Cover mehr als nur Appetit bekommt. Also…ab geht die Luzie, Play Taste zum erneuten Mal gedrückt, um die bereits vorherrschende Begeisterung meinerseits vernünftig in Wort und Schrift für die Nachwelt festzuhalten.

Gleich beim vorab veröffentlichten Opener „Indoctrinate“ zeigt sich die ganze Klasse der Iberer, die hier ganz klar die Marschrichtung vorgeben, mit großartigen Riffs um sich schmeißen und klar aufzeigen, wo der Frosch die Locken hat. Dazu noch ein paar fette, schleppende Moshparts eingestreut und fertig ist die Laube. Der Appetit wurde geweckt und mit den beiden folgenden Blendgranaten weitestgehend gestillt. Gerade „The age of disinformation“ reißt einem die Haare an der Wurzel aus und sorgt dafür, dass man angepiekt die imaginäre Doublebass bedient. Überhaupt zeigt sich gerade hier das kongeniale Spiel von Gitarrist David G.Àlvarez, der neben messerscharfen Riffs auch in der Solo Sparte mehr als zu brillieren weiß. Bereits nach dem dritten Song stellte sich mir die Frage, würde es so weitergehen? Und wenn ja, wackelt hier die Höchstnote?

Rise or fall“ ist ebenso wie das darauffolgende, speedige und etwas hardcorelastige „Childhood’s end“ ebenso feinstes Filet für die Thrash Gemeinde, die spätestens jetzt dem Quartett blind aus der Hand fressen müsste. Dazu trägt im Übrigen auch ein brillanter Sound bei, für den sich die Band fast im Alleingang verantwortlich zeigt und dabei ein mehr als gewinnbringendes Händchen beweist. Bei „Disposable liberty“ nehmen die Jungs mal für einen kurzen Moment den Fuß vom Gaspedal und machen dabei eine ebensolche Figur wie bei „We stand alone“, bei dem Angelus Apatrida ein wenig das Tempo variieren und viel wechseln, ohne dabei den roten Faden zu verlieren, was den Song zu einem der abwechslungsreichsten des gesamten Albums macht, was auch an dem geilen Refrain liegt, der an alte Anthrax erinnert. Witzig ist, dass sich am Ende dieses Songs jeder einzelne Musiker ein wenig selbst vorstellt und seine Fertigkeiten solo präsentiert. Eine mächtig geile Idee, die man unbedingt gehört haben muss.

Mit „Through the glass“ biegt das Album dann in die Zielkurve und bietet den für mich „schwächsten“ Song des Albums, denn hier geht ein wenig die Eigenständigkeit der Thrasher flöten, da man sich einfach zu sehr bei Testament anlehnt, was nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Nicht missverstehen, geil ist der Songs dennoch allemal und bei weitem besser als so manch vollständiges Album diverser anderer Combos. Bei „Empire of shame“ juckt es allerdings dann schon wieder mächtig im Tanzbein und ich fing unbewusst an, mit meiner Arthrose-geplagten Hüfte zu wackeln und um dies auszulösen, muss man wirklich ein Pfund auf den Teller gebracht haben. Da tut der etwas wacklige Rausschmeißer „Into the well“ auch nicht mehr ganz so weh oder schmälert den Umstand, dass die Spanier hier ganze Arbeit abgeliefert haben.

Mit ihrem neuen Album werden sich Angelus Apatrida an die Spitze der europäischen Thrash Szene setzen und endlich aus der kleinen Nische des Nichtbeachtens heraustreten, viele Musikfreunde hinter sich vereinen, die vorher vielleicht nichts mit der Truppe anzufangen wussten und für absolute Begeisterung im Moshpit sorgen, sei es Corona-bedingt in den eigenen vier Wänden oder irgendwann wieder auf einem, hoffentlich nicht von Eventim verseuchten Konzert. Großartiges Album!


Bewertung: 9,5 von 10 Punkten


Tracklist:
01. Indoctrinate
02. Bleed the crown
03. The age of disinformation
04. Rise or fall
05. Childhood’s end
06. Disposable liberty
07. We stand alone
08. Through the glass
09. Empire of shame
10. Into the well




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