CD-Reviews H-J

HEIDRA – To Hell Or Kingdom Come (2022)

(7.741) Patrick (7,5/10) Melodic Death-/Power Metal


Label: Mighty Music/SPV
VÖ: 08.04.2022
Stil: Melodic Death-/Power Metal






HEIDRA kommen aus Kopenhagen in Dänemark, gründeten sich bereits 2006, gingen aber bisher an mir völlig vorbei, so dass „To Hell Or Kingdom Come“ meine erste Berührung mit der Band darstellt. Eine kurze Recherche ergab, dass die Jungs Folkbeeinflussten Melodic Death Metal spielen, der auch vor symphonischen Powermetal Elementen nicht Halt macht. Nun, bis auf die Tatsache, dass sich mir der Folk Anteil in der Musik von HEIDRA (zum Glück) nicht wirklich offenbaren mag, kann ich diese Definition, nach dem ersten Hördurchgang vollkommen unterschreiben.

Nun, die Beschreibung des musikalischen Spektrums in der Band-Info deckt nicht wirklich meinen persönlichen Geschmack ab und so drückte ich etwas zögerlich auf die Play-Taste, doch überraschendweise bot sich mir daraufhin ein Album, welches ich so in keinem Fall erwartet hätte.

Nach einem kurzen orchestralen Intro bildet der Opener „Retribution´s Dawn” einen überaus amtlichen Einstieg ins Album und weißt sich im weiteren Verlauf der Platte als bester Song derselbigen aus. Hochmelodisch, schön treibend und von einigen Keyboardklängen begleiteter Death Metal trifft auf wunderbar hymnischen, die Faust in die Luft reckenden Powermetal inklusive einem herrlichen und vor Pathos nur so triefendem Mittelteil. Gerade diese, für meinen Geschmack recht ungewöhnliche und im ersten Moment etwas seltsam anmutende Mischung lässt diesen Track zu einem wirklichen Highlight heranwachsen. Als schwer hauptverantwortlich für diesen musikalischen Volltreffer zeichnet sich ganz klar das Duell der beiden Sänger Morten Bryld und James Atkin aus, welche sich gekonnt in einer perfekt balancierten Melange aus kraftvollen Growls, kernigem Gekeife und beeindruckend eigenständigen Cleanvocals die Bälle zuspielen, den Sound der Band maßgeblich beeinflussen und diesen unter Verwendung dieser Stilistischen Mittel enorm aufwerten.

Das folgende „Dusk“ schlägt in eine ähnlich hymnische Kerbe, speist sich aus den gleichen Zutaten wie der Opener und auch der weitestgehend im Klargesang dargebotene Titeltrack weiß durch sein feines Gespür für harmonische Melodien und dem eindringlichen Refrain zu überzeugen. Leider kann nicht jeder Song diesen selbstauferlegten hohen Standard halten, aber einen Totalausfall sucht man auf „To Hell Or The Kingdom“ ebenfalls vergeblich, denn prinzipiell ist das schon alles wirklich gut gemacht. Auf der handwerklichen Seite gibt es überhaupt nichts zu meckern. Vielmehr nutzt sich die Mischung aus relativ harschem und melodiebetontem Death- und Powermetal in seinem, oftmals nach demselben Schema errichtetem Songaufbau, relativ schnell ab. Das ist aber den bedienten Genres und der dargebotenen Art der Musik geschuldet und trügt den gesamten Höreindruck nur marginal.

Der Sound ist sehr glatt, poliert und druckvoll produziert und könnte hier und da noch ein paar mehr Ecken und Kanten besitzen. Speziell die Gitarren dürften für meinen Geschmack mit ein klein wenig mehr Biss aufwarten. Das stimmige Cover rundet somit eine gelungene Veröffentlichung ab, die mich trotz der Verwendung dieser anfangs erwähnten Stilmittel, außerordentlich positiv überraschen konnte und mit den beiden hymnischen Krachern „Dusk“ und „Retributions Dawn“, letztendlich sogar zwei wirklich nachhallende Hits zu verzeichnen hat.

Fans von melodischem Death Metal oder Anhängern des Powermetals, bei dem es gerne auch mal ein bisschen derber (die Vocals betreffend) zugehen kann, sollte dieses Album jedenfalls in keiner Weise enttäuschen und somit gilt „To Hell Or Kingdom Come“ der Dänen HEIDRA als uneingeschränkte Empfehlung für das angesprochene Klientel. 

Anspieltipps: „Retribution´s Dawn“ und „Dusk“


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. The Beginning And The End
02. Retribution´s Dawn
03. Dusk
04. The Rebirth
05. Wolfborn Rising
06. Fall Of The Fey
07. To Hell Or Kingdom Come
08. Ancient Gates
09. Cloaks And Daggers
10. Two Kings



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