CD-Reviews H-J

HULDER – Verses in Oath (2024)

(8.760) Patrick (9,0/10) Black Metal


Label: 20 Buck Spin
VÖ: 09.02.2024
Stil: Black Metal






Ich stehe ja female Fronted Metal Bands in der Regel immer recht kritisch gegenüber. Das liegt in keiner Weise am schöneren Geschlecht an sich, sondern trifft in der stimmlichen Darbietung schlicht und ergreifend nicht meinen persönlichen Geschmack. Zusätzlich besitzt dieses Trällerelsen-Brauchtum gerade im Bereich des Mainstreams oftmals den leichten Hauch eines extra dafür ausgelegten „Castings“ um die gierig sabbernde Meute mit optischen Reizen zu überzeugen. Titten verkaufen sich einfach besser und manchmal spielt die Qualität der gebotenen Mucke wirklich eine eher untergeordnete Rolle. Wenn fünf hässliche Typen derartige Sachen veröffentlichen würden, es würde keine Sau interessieren.

Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel und so gibt es, zumindest im Bereich des Black Metals durchaus auch wenige Ausnahmen wie die Urgesteine DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT, die sächsischen NORNIR oder die belgische Frauenbande ASAGRAUM, welche mit dem nötigen Spirit und entsprechend guter Musik zu überzeugen wissen und genau in diese Sparte kann sich das amerikanische Einfrau-Projekt HULDER nahtlos mit einreihen.

Verses In Oath“ bietet demnach, auf knapp über 40 Minuten, nostalgisch anmutende und pechschwarze Unterhaltung, welche den Hörer in vielen Momentan tatsächlich in die glorreiche Zeit dieser Sparte der dunklen Unterhaltungsmusik zu katapultieren vermag. Ganz besonders deutlich gelingt der gleichnamigen Dame dieses Unterfangen im rasenden Opener, dem grandiosen Titeltrack und im wahrhaft herrlichen, größtenteils im getragenen Midtempo dargebotenen „Cast Into The Wall Of Remembrance“, wobei dieses Album wirklich keinerlei Ausfälle zu verklagen hat und das hohe Niveau der angesprochenen Songs mühelos über die komplette Spielzeit halten kann.

Zusätzlich zur klassischen Black Metal Instrumentierung, gesellen sich immer wieder flächige und geheimnisvoll klingende Keyboardteppiche, die aber zu keiner Zeit aufdringlich oder gar als störend empfunden werden. Ganz im Gegenteil, die Art des Einsatzes und besonders der Klang des Tasteninstrumentes, trägt eine schwere Mitschuld an der Tatsache, dass „Verses In Oath“ so dermaßen tief in Nostalgie verwurzelt ist. Generell muss man attestieren, dass die Gitarren vom Klang her mit einem leichten Death Metal Touch zu Buche schlagen und auch der Gesang etwas kehliger als im Black Metal üblich daherkommt und dennoch beherrscht dieses Album das große Kunststück, so unglaublich fest in der zweiten Welle des schwarzen Metalls verankert zu sein.

Im längsten Song „Hearken The End“ setzt dann neben einer mystisch klingenden Akustikgitarre auch noch verhaltener Klargesang ein und auch dieses Detail…..so klischeehaft es auch sein mag wirkt in keiner Form aufgesetzt oder gar fehl am Platz. Außerdem besitzt dieser Song so herrliche AETERNUS Vibes und lässt mich….nicht zuletzt wegen der bereits angesprochenen wuchtigen und etwas Death Metal lastigeren Gitarrenarbeit.…mehr als einmal an deren Glanzstück „Beyond The Wandering Moon“ zurückdenken.

Das ausgerechnet eine amerikanische Band, den skandinavischen Spirit nahezu perfekt abzubilden vermag ist mehr als erstaunlich und man kann die Liebe und Hingabe, die in dieses Album geflossen sind in jeder einzelnen Note förmlich spüren! Allein der Sound dieser Platte ist so unfassbar perfekt!

Verses In Oath“ ist ein Fest für schwarze Seelen, welche der alten und längst vergessen geglaubten Hochphase dieser speziellen Musik hinterhertrauern. Hut ab! Wer sich angesprochen fühlt, kann das Ding eigentlich ungehört kaufen und wird das zu keiner Sekunde bereuen!

Anspieltipps: “Verses In Oath” und „Hearken The End”


Bewertung: 9,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

  1. An Elegy
  2. Boughs Ablaze
  3. Hearken The End
  4. Verses In Oath
  5. Lamentation
  6. An Offering
  7. Cast Into The Well Of Remembrance
  8. Vessel Of Suffering
  9. Enchanted Steel
  10. Veil Of Penitence


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