CD-Reviews K-M

MUSTAN KUUN LAPSET – Suruntoja (2022)

(7.870) Patrick (7,5/10) Black Metal


Label: Inverse Records
VÖ: 10.06.2022
Stil: Black Metal

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MUSTAN KUUN LAPSET ist eine 1995 gegründete finnische Black Metal Band, die sich allerdings über die Jahre hinweg immer weiter vom eigentlichen Stil des Genres entfernt hat und mittlerweile eine Mischung spielt, der sich irgendwo in der Schnittmenge aus Melodic Black/Death/Gothic Metal mit einigen Folk Versatzstücken eingependelt hat.

Im Jahre 2002 sah man sich aber noch tief im finnischen Black Metal verwurzelt, wenngleich die Band auch damals bei weitem nicht so grimmig und garstig klang, wie z.B. BEHERIT, AZAGHAL oder weitere derart gelagerte Schwarzwurzelkapellen aus Finnland. MUSTAN KUUN LAPSET dagegen agierten wesentlich weniger hart und rasend, zockten ihre Mucke schon seit Anbeginn mit einer enormen Melodiedichte, verwendeten z.T. breite Keyboardteppiche und auch vom recht klaren Soundbild (inkl. hörbarem Bass) der Veröffentlichungen her, hob man sich klar vom dortigen Underground ab. Nun feiert „Suruntoja“, das Debütalbum der Jungs sein 20jähriges Jubiläum und in diesem Zuge wird die Scheibe kurzerhand in einer remasterten Version und mit etlichen Bonus-Songs erneut auf den Markt gebracht.

Nun stellt sich zumindest kurz die Frage, ob man dieses ReRelease nun unbedingt zwingend braucht, denn letztendlich schießt „Suruntoja“ wie oben erwähnt, für Black Metal Verhältnisse und somit für den puren Krachfetischisten ein wenig zu „brav“ aus der Hüfte und dann wäre da noch die Tatsache, dass die Ursprungsversion des Albums zu einer Zeit auf den Markt kam, als der Black Metal bereits wieder rückläufig wurde und die Platte zumindest außerhalb von Finnland nicht wirklich viel Beachtung fand, aber gerade dieser Umstand könnte wiederum dazu führen, dass man mit der Neuauflage ein breiteres Publikum erreicht.

Egal, kommen wir zur Musik und die ist, bei allem voranagegangenem „Gemecker“ gar nicht mal so schlecht, wie es sich bis hierher evtl. lesen mag. Geboten wird also Black Metal, der nicht allzu hart daher geknüppelt wird, dabei stets sehr melodisch um die Ecke kommt und ab und an mit flächigen Tastenklängen die atmosphärischen Passagen der Platte unterstreicht. Ganz grob würde ich als Anhalts- bzw. Vergleichspunkt mal die Landsmänner von THYRANE in den Ring werfen, welche auf ähnlichen Pfaden wandelten.

Oftmals kommen mir aber auch die Schweden von SIEBENBÜRGEN in den Sinn, denn auch hier ist das Riffing z.T. stark vom traditionellen Metal beeinflusst. Am besten funktioniert die Symbiose aus tragend melodischem Riffing, krächzendem Gesang und berauschenden Konservenklängen im relativ epischen Titeltrack „Suruntoja“ und im teilweise schön rasendem „Ennen Unta“, welches den Hörer in den Keyboardpassagen in seliger Nostalgie an die glorreiche Phase dieser Musikrichtung schwelgen lässt. Ab und an schleichen sich auch, für finnische Bands fast als charakteristisch zu bezeichnende, melancholische Gitarrenharmonien ala INSOMNIUM in den Sound.

Der Gesang auf dem Album wird in Landessprache vorgetragen und pendelt in angenehmer Art und Weise zwischen typischem Kreischgesang und einigen tieferen Growls und sorgt somit auch auf diesem Gebiet für die nötige Abwechslung. Auf jeglichen Trällerelsengesang wird bei MUSTAN KUUN LAPSET glücklicherweise gänzlich verzichtet und so sollte jeder, der mit Black Metal der gemäßigteren und gut produzierten Gangart etwas anfangen kann hier durchaus mal ein Ohr riskieren. Als Bonus hat die Band auf diesen Rundling noch zwei Livemitschnitte aus dem Jahre 2016 und drei Songs eines 2000er Rehearsal Tapes gebannt.

Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass „Suruntoja“ keinen Szeneklassiker der schwarzen Zunft darstellt, aber auch mindestens genauso weit vom durchschnittlichen Einheitsbrei so mancher Black Metal Band entfernt ist und aus diesem Grund haben wir es bei dieser Veröffentlichung auf jeden Fall mit einem guten Album zu tun, welches u.a. mit den genannten Songs sogar den ein oder anderen Hit zu verzeichnen hat. Die angesprochene Fraktion sollte hier definitiv zugreifen.

Anspieltipps: „Ennen Unta“ und „Suruntoja“


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Ajaton
02. Seremonia
03. Suruntoja
04. Ennen Unta
05. Köysi
06. Sodoman Ilmestys
07. Toisten Laskettua Seppeleet
08. Taivaan Takana
09. Suruntoja (Live 2016)
10. Sodoman Ilmestys (Live 2016)
11. Seremonia (Rehearsal Tape 2000)
12. Köysi (Rehearsal Tape 2000)
13. Ajaton (Rehearsal Tape 2000)



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