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Live on Stage Report: VOLBEAT | SKINDRED | BAD WOLVES

05.12.2022 – Berlin @ Mercedes Benz Arena



Servant of the Road World Tour


Ach, diese beschissene Großarena am Berliner Ostbahnhof, ich hasste sie früher schon, als noch ein Mobilfunk Unternehmen der Namensgeber war. Zum einen unübersichtlich, zum anderen unorganisiert und vor allem dieses elendige Schlacke 04 Bier, welches bei mir nicht nur Unwohlsein auslöst, sondern ebenfalls den Verdacht schürt, dass man mich vergiften will.

Dazu dieses Operettenpublikum, welches einmal im Jahr die Lederjacke entstaubt und mit einem Becks Lemon bewaffnet denkt, es sei Rock’n’Roll.



Leute, Ihr seid unrockbar und in vielen Dingen so unfassbar peinlich, dass sich alle Anekdoten von diesem Abend gar nicht in einem Bericht zusammenfassen lassen. So, genug gekotzt, widmen wir uns dem Wesentlichen.

Nach einem tollen Gespräch mit Skindred Frontmann Benji Webb, welches Ihr in unserer Tales from the hard side Folge 34 nachhören könnt und einer knapp einstündigen Wartezeit auf unsere Pressetickets, nahmen wir endlich unsere Plätze ein und bemerkten, dass sich eben jenes oben beschriebenes Publikum zu fein war, den Supportacts ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Meine Fresse, was wäre das geil gewesen, wenn hier Napalm Death aufgespielt hätten, um danach die durch einen Herzinfarkt danieder gestreckten Freizeit-Rocker statistisch zu erfassen.

Aber nein, wir mussten uns mit den Bad Wolves begnügen, die ich auf Platte nicht unbedingt zu meinen Favoriten zähle und dennoch überrascht war, dass das Quintett aus Los Angeles hier einen mächtigen Stiefel herunterspielten und obwohl der Sound ein einziger Matsch war, heizte das hier Gesehene durchaus an. Für die meisten (sofern schon anwesend) war das Highlight dann das Cranberries-Cover von „Zombie“, welches im Original zu einem meiner nervigsten Songs aller Zeiten gehört, hier aber durchaus für Gänsepelle sorgte. War ok, mehr aber auch nicht. Dennoch durchaus mal etwas für einen gemütlichen Club Abend.

Wir freuten uns nun auf den Auftritt der Waliser von Skindred, die einfach immer gehen. Ich habe die Truppe schon verdammt oft gesehen, allerdings noch nie als Support einer Arena-Tour und war dementsprechend gespannt, wie sich das Quartett schlagen würde. Nach dem obligatorischen Imperial March legte die Bande dann auch sofort mit „Stand for something“ los und meine Befürchtungen bestätigten sich. Das Publikum ignorierte Skindred fast völlig, was Benji allerdings dazu animierte, noch mehr Salven in die lethargische Masse abzufeuern, die irgendwann bei „That’s my jam“ ein wenig auftauten.

So ein auf die Hauptband fixiertes Publikum kannste dir fast nicht ausdenken, vor allem wenn man die entsetzten Reaktionen der Menschen um uns herum beobachtete, die mit unserem ausschweifenden Pit und dem Mitsingen von „Gimme that Boom“ oder „Kill the power“ vollkommen überfordert waren. Ja, ich rege mich über solche Luschen richtig auf, vor allem dann, wenn es eine Band wie Skindred verdient hat, beachtet zu werden. War ein verdammt geiler Gig, auch wenn die Stimmung für’n Arsch war.

Völlig überraschend (Ironieaus) war dann kurz vor Beginn des Konzertes der Mannen um Michael



Poulsen die Halle recht ordentlich gefüllt, aber bei weitem nicht ausverkauft, was mich bei den aufgerufenen Ticketpreisen auch nicht weiter wunderte. Selbst dieser merkwürdig anmutende Snake Pit vor der Bühne war nur spärlich gefüllt, wobei allerdings jeder einzelne sein zum VIP-Package gehörenden Cocktail Shaker am Mann (Frau) hatte und diesen stolz präsentierte. Auweia! Was waren das für Zeiten, als die Jungs vor 50 Nasen oder als Support (!!!) von Hatesphere, Raunchy und Mnemic im K17 spielten und dabei noch authentisch waren?

Allerdings muss ich sagen, dass aufgrund der fast schon inflationär anmutenden Live-Spielerei der Erfolg Volbeats durchaus Anerkennung finden sollte, auch wenn die Qualität der Alben immer mehr abflachte. Heute Abend allerdings fand ich das Auftreten der dänischen Maschine mehr als ansprechend und vor allem scheint der Entzug Michael P. verdammt gut getan zu haben, denn so fit, sportlich und gut bei Stimme habe ich ihn selten erlebt.

Leider hatte die Setlist einige unangenehme Überraschungen auf Lager, denn statt mal ein paar alte Kracher zu präsentieren, spulten Volbeat ein Programm der letzten Alben herunter, welches vom „neuen“ Publikum natürlich frenetisch gefeiert wurde, bei den alten Fans aber einen faden Beigeschmack hinterließ. Und warum verzichtete man auf „Shotgun Blues“ oder dem L.G.Petrov gewidmeten „Becoming“. War wahrscheinlich zu hart für die Mimmimis im Publikum.

Das Bühnenbild hingegen war mächtig beeindruckend und auch die in die Massen ragende Bühne war ein echter Hingucker und bot somit wirklich jedem Anwesenden einen guten Blick auf die Band. Allerdings fragte ich mich mehrfach, warum Drummer und Gründungsmitglied Jon Larsen hinter solch einem Turm von Toms versteckt wurde, obwohl er lediglich die Snare, ein paar Becken und vielleicht zwei Toms wirklich benutzte. Naja.

Alles in allem war es ein netter Abend, mehr aber auch nicht und ich bin mir ziemlich sicher, mir Volbeat live in solch einem Rahmen nicht mehr zu geben, denn der Spirit der band ist irgendwo in den letzten Jahren auf der Strecke geblieben. Und bei diesem Publikum kann ich einfach nicht richtig ausrasten.




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