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Progpower 2015 - Unser Vorbericht

Als ich erfuhr, dass 2014 eine meiner All-Time-Favorite Bands, Pain of Salvation, gleich zwei Mal spielen sollten und einer der Gigs komplett aus meinem heiß geliebte „Remedy Lane“-Album bestehen sollte, da stand für mich fest: Ich muss auf das Prog Power Europe. Und noch bevor das Festival vorbei war stand außer Frage: Da muss ich wieder hin!

Stationiert in Baarlo, Holland, tagt 2015 bereits die 16. Ausgabe des Indoor-Spektakels der progressiven Metalszene, welches sich in der Szene mittlerweile einen großen Namen gemacht und so mancher kleinen Undergroundband als Feuertaufe diente. Traditionell ist es am ersten Oktoberwochenende nun wieder so weit und aus aller Welt strömen die Progger ins Kastel de Berckt, die allseits beliebte Unterkunft in einem alten Schloss. Diese Musikbegeisterten sind auch die eigentliche Ursache des besonderen Feelings auf dieser Veranstaltung: Es ist zum Teil eine Connection die sich schon ewig kennt, manche kommen tatsächlich seit der ersten Ausgabe 1999 jedes Jahr; zum anderen Teil sind es wechselnde Gesichter, manche kommen unregelmäßig, manche sind zum ersten mal dabei, doch man hat als Neuling sofort das gefühl, in der großen Prog-Familie aufgenommen zu sein und kann sich eigentlich immer auf interessante Gespräche mit völlig fremden Menschen freuen. Es ist dieses herzliche und familiäre Feeling, welches das Prog Power zu etwas ganz besonderem macht.

Wie im letzten Jahr gab es wieder semi-spontane Änderungen: Caligula‘s Horse und Abnormal Thought Patterns, die noch auf den Flyer stehen sind raus, nachgerutscht sind Vola aus Dänemark und die polnische Band Animations. Doch auch dieses Jahr dürfen wir uns wieder auf diverse akustische Leckerbissen freuen:

Absoluter Headliner dieses Jahr sind natürlich Pagan‘s Mind, die eigentlich schon letztes Jahr spielen sollten und deren Ausfall wesentlich dafür verantwortlich war, dass ich das Festival überhaupt für mich entdeckt habe. Ihre Lücke wurde nämlich ausgefüllt durch den zweiten Pain of Salvation Gig. Pagan’s Mind reichern ihren Power Metal mit einigen progressiven Elementen und überzeugen hauptsächlich durch die eingängigen Refrains und Riffs, die eigemtlich sofort zum Mitgehen animieren. In ihrer Heimat Norwegen erreichten sie bereits mit drei ihrer fünf Alben Chartplatzierungen und durch ihre Tour als Vorband von Symphony X im Jahr 2011 erlangten sie auch international Bekanntheit. Für viele sicherlich das Highlight 2015.

Ebenfalls aus Norwegen stammen die zweiten Headliner, Leprous. Zwei Demos und vier Alben können die Herren bereits vorweisen, das Jüngste aus dem Jahr 2015. Musikalisch gesehen ordnen sich Leprous im modernen Progressive Metal ein, ziemlich nah bei Porcupine Tree. Es gibt einige schwebende Keyboard Elemente, gemischt mit teilweise ziemlch harten, dem Djent entnommenen Gitarrenriffs und die Vocals werden sowohl zart gehaucht als auch derb gegrowlt oder melancholisch gesungen. An überraschenden Breaks und Themen- sowie Stimmungswechseln mangelt es nicht und so dürfte dieser Auftritt sicher alles andere als langweilig werden. Bei einem Ihrer Konzerte hatten sie die Griechen von Until Rain dabei, welche ihnen musikalisch nahe stehen und dieses jahr ebenfalls das Festival bereichern.

Mein persönliches Highlight dieses Jahr ist die tunesische Band Myrath, die bereits 2010 das Billing des Prog Power Europe bereicherten und somit bereits das zweite Mal vertreten sind. Mit ihrem vierten und jüngsten Album, erschienen 2011, waren sie noch im selben Jahr auf Tour mit der in der Szene ziemlich bekannten Gruppe Orphaned Land. Die Musik vereint Progressive und Power Metal mit Elementen der orientalischen Klangwelt, inszeniert durch eindrucksvollen Einsatz des Keyboards und die Gestaltung der Gesangslinien. Eingängig und mitreißend, gefühlvoll und leidenschaftlich erwartet man Myrath auch in diesem Jahr zu ihrem zweiten Auftritt beim PPE.

In der zweiten Reihe findet sich die schwedische Band Soen, die etwas hat, was ich gerne als „nordische Depression“ bezeichne: Eine Art von Schwermut und Melancholie, die bei russischen und skandinavischen Künstlern häufiger zu finden ist. Fast doomig kommt ihre Musik zwischen Post und Progressive Metal daher, etwas dynamischer als Stoner, aber nicht weniger schwer und getragen. Erst zwei Alben haben die Herren veröffentlicht, warten dafür aber mit einer regelrechten Star-Besetzung auf: Gegründet vom Opeth-Ex-Drummer Martin Lopez und Bassist Steve diGiorgio (Testament, Sadus, Death), der mittlerweile nicht mehr dabei ist, aber seinen Einfluss sicher da gelassen hat.

Die US-Amerikanische Band Enchant, die ihr erstes Album schon 1993 veröffentlichte, hat in der Szene schon beinahe Kult-Status. Vier Multi-Instrumentalisten und eine Bassist präsentieren klassischen Progressive Rock, der sich musikalisch mit Klassikern wie Rush gerne messen darf. Zu bestaunen gibt es ausgefeiltes Songwriting, schwebende Klänge und eine absolut bezaubernde Stimme. Bekannt sind die Herren durch ihre Tour als Vorband von Prog-Legenden wie Dream Theater, Spock‘s Beard und Marillion.

Wer es hingegen gern etwas härter hat, kommt bei der polnischen Band Animations voll auf seine Kosten. Was schon beim ersten Reinhören ordentlich mitreißt? Die Vocals-Kombination aus Growling und melodischer Stimme - geht eigentlich sowieso immer. Sonst geht das Ganze auf dem neuen Album in Richtung Djent, wohingegen auf dem Vorgänger-Album deutlich melodischer und ausgefeilter komponiert wurde. Der zweite Nachrücker, Vola, ist ein Newcomer mit erst einem veröffentlichten Album aus Dänemark, die ebenfalls eingängigen Djent machen, angereichert durch String-Sounds und alles in allem wesentlich höher.

So viel zu den Großen. Werfen wir einen Blick ins Kleingedruckte:

Für die Holländer von Armed Clouds und Schizoid Lloyd wird es dieses Jahr ein Heimspiel. In einer mehr oder weniger inoffiziellen Pre-Listening Session konnte man im letzten Jahr ganz unverbindlich in das dritte Album „Obsidian Desert“ von Armed Clouds reinschnuppern. Anzuordnen sind sie vom Sound her beim Symphonic Metal und auch der Song-Aufbau erinnert schon fast an eine Arie mit eindrucksvollem Sprechgesang, pompösen Orgel-Sounds und mitreißenden Gitarrenriffs. Sorgfältig gesetzte Brüche sorgen für das nötige Prog-Feeling. Wesentlich konfuser ist der Songaufbau hingegen bei Schizoid Lloyd, Satzgesang meets Stromgitarren meets Chords oder so ähnlich. Vom Klang her sind sich die Landsmänner dann aber doch nicht so fern.

Wenn man auf die Facebook-Seite von Serdce klickt, bekommt man zunächst die Information, dass es sich hierbei um Progressive Tech Art Fusion Death Metal handelt. Ah ja. Zugegebenermaßen ist der Name bei den Weißrussen aus Minsk Programm: Eine ziemlich wilde Mischung aus eigentlich so ziemlich allem, was hart ist, erwartet den aufgeschlossenen Hörer, dazu einige Synthie- und Electro-Sounds. Serdce geben auf jeden Fall gut auf die Fresse. Verstärkung aus dem Osten gibt es durch die russische Undergroundband Karma Rassa, die gerade erst ihr zweites Album „Oxygene II“ veröffentlicht haben, ein Jean-Michel Jarre Cover und so klingt es auch: Leichte elektronisch angehauchte Songs.

Elektronische Synthie-Klänge lassen auch Exxasens nicht vermissen. Das ursprüngliche Solo-Projekt von Gitarrist Jordi Ruiz hat sich in den letzten acht jahren zu einer vierköpfigen Band entwickelt. In dieser Zeit sind allerdings schon vier Alben erschienen, die das Auditorium mit schwebenden Elementen in die Schwerelosigkeit des Weltalls entführen. Atmosphärisch wird es auch bei den spanischen Landsleuten von Obsidian Kingdom. Die Gruppe findet sich irgendwo zwischen Post Metal und Progressive Rock.

Es wird also wieder spannend und abwechslungsreich auf der Bühne im Jugenclub Sijwa und bei der Auswahl ist sicher für jeden Freund der progressiven Musik etwas dabei!


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