SLEEPING GIANT – The Beauty of Obliteration (2026)
(10.071) Patty (7,5/10) Sludge/ Doom Metal
Label: Octopus Rising/ Argonauta Records
VÖ: 06.02.2026
Stil: Doom/Sludge
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Doom Metal lebt von Geduld, Gewicht und Atmosphäre – und genau diese Qualitäten bringen SLEEPING GIANT auf ihrem Debüt The Beauty of Obliteration mit beeindruckender Selbstverständlichkeit auf den Punkt. Statt sich auf Effekthascherei oder übertriebene Härte zu verlassen, setzt die Band auf langsames Wachstum, massive Riffstrukturen und eine Stimmung, die sich Stück für Stück entfaltet.
Schon die ersten Minuten machen klar, dass hier nichts überstürzt wird. Die Songs nehmen sich Zeit, ihre Schwere auszubreiten, und lassen die Riffs wirken, statt sie nur aneinanderzureihen. Conqueror fungiert dabei als programmatische Einleitung: wuchtig, gleichförmig und kompromisslos, ein Statement, das den Hörer unmissverständlich in die Welt der Band zieht.
Mit zunehmender Spielzeit öffnet sich der Sound jedoch. Mobiliser of Evil bringt Bewegung ins Gefüge und kombiniert klassische Doom-Elemente mit kantigeren Heavy-Metal-Anleihen. Diese Mischung sorgt für Abwechslung, ohne den roten Faden zu verlieren. Besonders gelungen ist dabei das Gespür für Spannungsaufbau – kleine Variationen in Tempo und Struktur reichen aus, um die Songs lebendig zu halten.
Ein besonderer Moment des Albums ist The Monk. Hier zeigen SLEEPING GIANT ihre experimentellere Seite und erweitern ihren Sound um progressive Elemente. Der Song entwickelt sich organisch, wechselt mehrfach die Dynamik und gipfelt in einer Phase kontrollierten Chaos’, die dem Album eine unerwartete Tiefe verleiht.
Deutlich roher präsentiert sich Slay the King of Hell, dessen tiefe, raue Vocals und schleppender Groove eine fast erdrückende Wirkung entfalten. Venom Ripper, Gorgon Blaster setzt dem mit höherem Tempo und direkter Energie einen Kontrast entgegen und beweist, dass die Band auch jenseits der Langsamkeit funktioniert.
Mit Abysmal Flame endet das Album in epischer Breite. Der Track bündelt noch einmal alle Stärken der Platte und hinterlässt den Eindruck einer Band, die ihr volles Potenzial erst andeutet. Gerade weil The Beauty of Obliteration gegen Ende so souverän wirkt, bleibt das Gefühl zurück, dass SLEEPING GIANT hier erst am Anfang stehen.
Dieses Debüt ist kein lauter Paukenschlag, sondern ein langsam wachsender Koloss. Wer Doom Metal schätzt, der Atmosphäre über Geschwindigkeit stellt, findet hier ein Album, das nicht sofort alles preisgibt, dafür aber lange nachwirkt.
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Conqueror
02. Mobilizer of Evil
03. The Monk
04. Slay the King of Hell
05. Venom Ripper, Gorgon Blaster
06. Abysmal Flame

