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MAYHEM – Liturgy Of Death (2026)

(10.070) Patrick (9,0/10) Black Metal


Label: Century Media
VÖ: 06.02.2026
Stil: Black Metal






Wer mich kennt, der weiß, dass ich bin ein absoluter Black Metal Maniac bin und weil das so ist, halte ich MAYHEMs Debütalbum De Mysteriis Dom Sathanas (1994) für das vielleicht essenziellste und wichtigste Black Metal Album aller Zeiten. Sicher nicht das Beste oder gar mein liebstes Black Metal Album, aber es ist definitiv das bedeutendste und wichtigste im Genre und nicht zuletzt begleitet mich dieses Manifest der dunklen Künste nun auch schon seit über 30 Jahren auf meinem Lebensweg. Die folgende Wolf´s Liar Abyss EP (1997) glänzte dann mit einer irrsinnig kalten Atmosphäre und einem fantastischen Maniac am Mikrofon, welcher auch das unfassbar avantgardistisch angehauchte Grand Declaration Of War (2000) veredelte und gerade dieses Werk wirkte seinerzeit, trotz aller Faszination für die musikalische Bandbreite leicht verstörend auf mich, knapp 20jährigen Metalhead, aber nach einem mittlerweile vollzogenem geistigen Reifeprozess liebe ich dieses Album abgöttisch.

Danach wurde der musikalische Auswurf von MAYHEM für mich eher schwierig. Zu dissonant, viel zu mechanisch, zu kalt und stellenweiße viel zu hektisch klangen die tonalen Ergüsse der schwarzmetallischen Wegbereiter. Mir ist durchaus bewusst, dass ein MAYHEM-Album noch nie leichte Kost generierte und für „easy Listening“ geübte Ohren durchaus nur als Krach durchgehen könnte, aber selbst ich als Black Metal Nerd konnte den gebotenen, stark disharmonischen Klanggewittern wirklich nur noch selten folgen. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass diese Band, in der Zeit von ca. 2004 bis 2019, rein von der musikalischen Seite betrachtet, OHNE das Mysterium hinter derselbigen, inkl. den allseits bekannten Kirchenbränden, dem Mord an Euronymous und Deads Selbstmord nicht da stehen würde, wo sie heute steht. Scheinbar haben die Jungs diese Tatsache ein bisschen selber reflektieren können und demnach legt die Band seit einigen Jahren den Fokus wieder vermehrt auf eine klangvolle Einzigartigkeit und Genialität, denn an der musikalischen Finesse mangelt es ja grundlegend nicht. Ganz im Gegenteil, sind hier doch wahre Könner und Visionäre am Werk und mit dem grandiosen 2019er Album „Daemon“, schafften MAYHEM das für mich völlig unglaubliche, nämlich den eindrucksvollen Spagat zwischen alt und neu, zwischen oldschool und Moderne. Die Band zeigte sich dabei auf eine gewisse Art melodisch und fast eingängig und so konnte mich diese Scheibe total abholen.

Nun, weitere 7 Jahre später stellen die norwegischen Düstermänner mit Liturgy Of Death ihr siebtes Full-Length Album in die heimischen Plattenregale und schon die Farbgebung des Covers legt nahe, dass die neue Langrille, den auf Daemon eingeschlagenen Weg weiter fortführt. Was sich aufgrund der visuellen Sichtweise nur vermuten lässt, bestätigt sich mit den ersten Tönen des Openers Ephemeral Eternity. Langsam und geheimnisvoll baut sich eine irrsinnig düstere Spannung auf, welche sich nach kurzer Zeit in den bandtypischen, leicht dissonanten und angehaucht melodischen Klangwelten entlädt. Kurze Choralartige Gesänge begleiten den sich langsam steigernden Song, bis nach ca. 2 Minuten die Hölle über dem Hörer hereinbricht. Hellhammers unverkennbares Drumming schiebt den Track unaufhaltsam nach vorn, während Attila kreischt, flüstert, schreit und singt, als hinge sein Leben davon ab. Was für ein Einstieg! Wie vermutet, keine leichte Kost, aber wenn man sich drauf einlassen kann, ist das ganz große schwarze Kunst!

Das folgende Despair beginnt wieder mit einem Chor, während der Rest der Band, von Anfang an, alles und jeden in Grund und Boden hämmert. Blastbeats sind hier über die kompletten fast 7 Minuten das am Meisten verwendete Stilmittel und dennoch weiß der Song auf ganzer Linie zu überzeugen. Das liegt größtenteils an der ultrageilen Gitarrenarbeit, die mit so dermaßen vielen Feinheiten Akzente zu setzen vermag und fast hypnotisch daherkommt. Die gesamte Saitenhexerei springt einem dabei nicht offenkundig direkt ins Ohr, aber mit jedem weiteren Hördurchlauf offenbaren sich immer weitere Details und letztendlich sind sogar Melodien im musikalischen Donnerwetter auszumachen. Für den Rest der Begeisterungsstürme zeichnet sich dann wieder das Tier an den Drums und allen voran, Ausnahmefronter Attila verantwortlich, welcher in der Songmitte zur absoluten Höchstform aufläuft! Völlig genial.

Weiter geht’s mit Weep For Nothing und dieser Track ist für mich, der mit Abstand beste MAYHEM Song seit gut 25 Jahren! Diese fast ungewöhnlich melodische Gitarrenarbeit ist nicht von dieser Welt, dazu ein überaus perfekt arrangiertes Schlagzeugspiel und die Leistung am Mikrofon, welche auch hier wieder in seiner ganz eigenen und scheinbar konkurrenzlosen Liga spielt, heben den Song auf ein schwindelerregend hohes Level, nahe der Perfektion! Was für ein Song!

Ihr merkt es, ich bin restlos begeistert von Liturgy Of Death und auch wenn nicht jeder Song ein solch enormes „Hitpotential“ besitzt und dementsprechend nah an der Perfektionsmarke kratzt, wie der eben genannte Weep for Nothing, so bieten MAYHEM hier dennoch ein unfassbar grandioses, in sich absolut stimmiges Gesamtkunstwerk, welches erschreckenderweise über keinerlei nennenswerte Schwachpunkte oder Ausfälle verfügt. Ganz im Gegenteil…das rasende und atmosphärisch dichte Aeon`s End, sowie die okkult anmutende und mit Voodoo-artigen Trommeln versehene Abrissbirne The Sentence Of Absolution zählen ebenfalls zu absoluten Highlights im gesamten Schaffenswerk der Norweger.

Das Vanitas-artige Cover passt wie die Faust aufs Auge, während die Produktion des Albums ordentlich ins Gebälk kracht, dabei aber trotzdem noch genug Schmutz besitzt, um künstlerischen Feingeistern das Fürchten zu lehren. Erwähnt werden sollte auch unbedingt die fantastisch gute Performance am Bass, welcher sich immer mal wieder durch die Blastattacken im Sound windet. Wenn ich hier meckern müsste, dann klingen die Drums stellenweise ein kleines bisschen zu steril, aber auch das kennt man ja vom Meister des achtarmigen Schlagzeugspiels und somit fällt das bei mir nicht sonderlich ins Gewicht! MAYHEM scheinen seit ein paar Jahren in der Form ihres Lebens zu sein, bestechen seit geraumer Zeit durch unfassbar gute Live-Auftritte und so kann das Urgestein, die Legende, die Wurzel des schwarzmetallischen Ur-Bösen, sämtlichen Möchtegern Szene Bösewichten den dicken Stinkefinger entgegenrecken und auf eindrucksvolle Art und Weise klarstellen, dass diese Band auch über 40 Jahre nach Gründung, immer noch eine unausweichliche Relevanz im Genre besitzt!

Liturgy Of Death ist ein absolut starkes, unheimlich vielschichtiges Album geworden, auf dem es mit jedem Hördurchgang neue Details zu entdecken gibt! Am besten wirkt die Scheibe unter Kopfhörern! Saugeile Platte!
 
Anspieltipps:
Weep Of Nothing
The Sentence Of Abomination


Bewertung: 9,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

1. Ephemeral Eternity
2. Despair
3. Weep for Nothing
4. Aeon´s End
5. Funeral Of Existence
6. Realm Of Endless Misery
7. Propitious Death
8. The Sentence Of Abomination
9. Life Is a Corpse You Drag (Bonus Track)
10. Sancta Mend



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