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Q&A – Das Interview: DYMYTRY PARADOX

Den Leuten stößt doch eh alles sauer auf


Die Zeichen stehen auf Veränderung in der Welt von DYMYTRY PARADOX. Die Modern-Metal-Band aus Prag – einst schlicht als Dymytry bekannt – haben sich neu erfunden, oder neu gegründet…Oder ist es eine gänzlich neue Band? Auf jeden Fall greifen die Jungs mit ihrem kommenden Album Born From Chaos nach internationalem Ruhm.

Die fünf maskierten Metal-Krieger haben sich auf jeden Fall einmal komplett um die eigene Achse gedreht und bringen einmal mehr einen Sound an den Start, der brachial und doch eingängig ist. Bekannt für mitreißende Liveshows voller Energie, wuchtiger Riffs und filmreifer Inszenierung, will die Truppe nun ganz Europa in ihren Bann ziehen.

Wir haben uns mit DYMYTRY PARADOX, in Genauen mit Frontmann Al, über ihren musikalischen Wandel, die Bedeutung des Chaos und natürlich ihre legendären und neu aufgelegten Masken unterhalten. Bereit, das nächste Kapitel Eurer Karriere einzuläuten?

Auf jeden Fall! Wir sind motiviert und startklar (lacht)

Al, Wie geht’s? Schon im „Born From Chaos“-Modus oder genießt Du noch die Ruhe vor dem Sturm?

Zurzeit bin ich ein wenig erkältet, genieße aber die Ruhe vor dem Sturm – auch wenn es eigentlich keine wirkliche Ruhe ist, denn es gibt jeden Tag etwas zu tun.

Ursprünglich kennt man euch einfach als Dymytry. Warum jetzt der Namenszusatz PARADOX? Was bedeutet dieses „Paradox“ für Dich? Steht der Begriff symbolisch für euren neuen Sound und eure doppelte Identität? 2020 ging es ja los, die Musik von Dymytry über die Grenzen Tschechiens hinweg in die Welt getragen mit dir als Frontmann…

Ja, wir haben den Entschluss gefasst, uns umzubenennen – beziehungsweise dieses Anhängsel hinzuzufügen –, weil es nach wie vor immer wieder zu Verwirrungen kam: Wer singt wann? Um das einmal kurz für alle zu erklären:

Dymytry ist eine Band aus Tschechien, die auf Tschechisch singt, mit einem tschechischen Sänger. Ich hingegen bin sozusagen der internationale Sänger, der 2020 dazugekommen ist, weil der tschechische Sänger keine Lust hatte, im Ausland auf Tour zu gehen. Daraufhin wurde ich hinzugefügt.

Da das Ganze aber tatsächlich ein ziemliches Chaos war und kaum jemand verstanden hat, was wir da eigentlich machen, haben wir uns entschieden, an Dymytry ein Anhängsel dranzuhängen, um diese zwei Versionen klar als zwei verschiedene Bands zu trennen. So weiß in Zukunft jeder Bescheid. Das Paradoxe daran ist, dass es so etwas wahrscheinlich kein zweites Mal gibt – und genau deshalb hat das Paradox-Anhängsel thematisch einfach perfekt gepasst.

Sind mit dem Namenswechsel auch neue Gesichter ins Spiel gekommen? Durch die Masken erkennt man ja nichts….

Ja, bei mir ist eine neue Maske hinzugekommen – also ein komplett neuer Ansatz. Ich wollte Veränderungen, weil wir inzwischen einen anderen Vibe haben als Dymytry in Tschechien: sowohl textlich als auch in der Backstory der Band und im gesamten visuellen Auftreten. Wir sind mittlerweile eine eigenständige Nummer, und genau so war es von Anfang an auch gedacht. Leider ist das bei den Hörern und Leuten lange Zeit nicht so angekommen.

Jetzt haben wir diese klare Trennung – auch visuell, durch die neuen Masken – und langsam gewöhnen sich die Leute daran. Es gibt zwar noch ein paar Nachzügler, die das erst jetzt verstehen, aber wir haben Zeit.

Warum die „Legende“ des neuen Sängers Al Paradox?

Ich genieße meine Privatsphäre, um ehrlich zu sein. Ich habe gar nicht so viel Lust auf Fame oder Ähnliches. Ich will einfach nur Musik machen. Für mich ist es daher optimal, das Ganze in einem Charakter durchzuziehen. Das ist unser Thema, es macht Spaß, diese ganze Nummer als Charakter zu leben, und es eröffnet uns natürlich ganz andere Möglichkeiten als Bands, die sich solcher Gimmicks nicht bedienen – so wie wir es tun.

In meinem Freundeskreis höre ich immer wieder den Kommentar „Schon wieder eine neue Maskenband“. Ist das bei euch auch ein Thema? Also dass manche Leute vielleicht ein wenig genervt reagieren oder es ihnen sauer aufstößt, wenn – in Anführungszeichen – schon wieder solch maskierte Typen aufkreuzen?

Den Leuten stößt doch eh alles sauer auf (Gelächter).

Also, ich glaube, es gibt nichts, was du machen kannst, ohne dass es irgendjemandem sauer aufstößt. Deswegen ist mir das relativ egal – meinen Jungs übrigens auch. Die machen den Kram ja schon seit 20 Jahren. Es ist jetzt nicht so, als wären wir gerade erst ums Eck gekommen und hätten gesagt: „Oh, wir machen jetzt eine Maskenband.“ Diese Nummer existiert halt schon seit 20 Jahren. Und Slipknot waren damals ja auch nicht die erste Maskenband.

Ich glaube, wir haben über dieses Thema auch schon mal gesprochen, denn natürlich ist das der einfachste Kommentar, den man bringen kann. Ich sehe das ja immer wieder. Ab und zu lese ich tatsächlich Kommentare und denke mir einfach: Ja, das ist halt lame.

Es ist genau das Gleiche, wie wenn man uns vorwirft, lame zu sein oder Slipknot-Nachahmer zu sein, was ja überhaupt nicht stimmt, weil die Musik komplett anders ist. Aber wie gesagt: Jeder hat eine Meinung, davon gibt es viele, und die darf auch jeder haben. Das ist vollkommen legitim.

Welche Rolle spielen die Masken heutzutage für eure Identität und Bühnenpräsenz – und wie glaubst Du reagieren die alteingesessenen Fans auf das neue Outfit und vor allem die quasi neue Band? Gab es schon Reaktionen?

Ja, bisher war eigentlich alles durchweg positiv. Klar gibt es hier und da Leute, die die älteren Masken oder den früheren Sound lieber mochten. Das sind aber Dinge, die man in Kauf nehmen muss, wenn es eine Weiterentwicklung gibt.

Das ist ja bei jeder Band so: Sobald sich etwas verändert, ist der Aufschrei erst einmal groß. Viele finden es gut, viele finden es schlecht. Insgesamt war das Feedback bei uns aber sehr positiv. Ich habe bisher keine Drohungen bekommen oder sonstige Reaktionen, dass das, was wir jetzt machen, totaler Müll sei – ganz im Gegenteil. Ich merke auch, dass unsere ganze Backstory, also die Story, die wir geschaffen haben, bei den Fans gut ankommt.

Wir wollen ein Rundum-Entertainment-Programm liefern: ein immersives Erlebnis, sowohl visuell als auch soundtechnisch, inklusive des Entertainment-Faktors auf unseren Shows. Und ich denke, das kommt gut an. Wir haben ja auch schon einige Shows mit den neuen Kostümen gespielt.

Für mich war das anfangs eine kleine Umstellung, weil die neue Maske komplett geschlossen ist und einen eingebauten Kiefer hat, der sich nicht immer so gut öffnen ließ, wie ich mir das vorgestellt hatte – was dem Gesang natürlich nicht unbedingt förderlich war. Inzwischen habe ich die Maske aber modifiziert, bin startklar und freue mich auf das, was jetzt kommt.

Schwenken wir auf das kommende neue Album ein. Im Pressetext wird Born From Chaos als „Strudel aus modernem Metal“ beschrieben, der „das Chaos in uns allen feiert“ – mit massiven, cineastischen, emotionalen und dennoch rohen Songs. Wie würdet ihr selbst diese klangliche Weiterentwicklung beschreiben, die ihr auf dem neuen Album vollzieht? 

Ich halte es für eine Weiterführung, für eine soundtechnische Evolution. Wir haben für diese Nummer den Produzenten gewechselt – Liebe geht raus an unseren alten Produzenten Christian „Kohle“ Kohlmannslehner –, aber mit dem dritten Album wollten wir mit einem neuen Mann frischen Wind reinbringen und einen anderen Arbeitsansatz ausprobieren.

Es hat sich gelohnt, denn man verlässt seine Komfortzone, macht neue Sachen und wagt neue Experimente. Die Produktion klingt sehr modern, ohne dabei auf unsere alten Trademarks zu verzichten. Niemand muss davor Angst haben.

Ich finde, es ist das Beste, was wir bisher veröffentlicht haben. Ich freue mich jetzt schon auf die ganzen Reaktionen und denke auch, dass viele Leute überrascht sein werden.

Wie ist das Album entstanden? Alles schon unter dem Schirm von „Paradox“, oder kam das erst später?

Es gibt immer neue Songs, die in unserer Dropbox landen, und daraus fischt man sich dann die Ideen heraus. Jeder arbeitet dabei ein bisschen autark. Die tschechische Seite – also konkret der tschechische Sänger – arbeitet mit anderen Leuten an den tschechischen Lyrics und Melodien.

Ich mache das für mich separat und versuche, die englischen Sachen mehr oder weniger selbst zu tracken. Unser Produzent ist sehr kreativ und zudem ein sehr guter Sänger. Er hat auch viele Ideen beigesteuert, wofür ich sehr dankbar war, weil es einfach gut ist, mal Input von außen zu bekommen. Das ist auch unsere Philosophie: Wir arbeiten als Team und wollen natürlich das bestmögliche Ergebnis erzielen.

Es gibt dabei keine Ego-Geschichten, bei denen sich jemand unbedingt in den Vordergrund drängen muss. Im Endeffekt stammen die Texte komplett von mir, bis auf ein paar Details, die wir im Studio noch angepasst haben. Wir hatten diesmal leider nur drei Tage Zeit, um das komplette Album einzusingen.

Das war sehr hart getaktet, denn der Produzent hat ja auch andere Bands, um die er sich kümmern muss. Und bei uns war der Terminkalender ebenfalls bis an den Rand voll. Deshalb bin ich im Nachhinein wirklich froh, wie gut das alles funktioniert hat.

Das Ganze war sehr, sehr last minute. Und wie gesagt, da kam auch noch das Signing mit Reaper dazwischen. Ursprünglich hatten wir geplant, das Album komplett ohne Label selbst zu veröffentlichen. Aber mit Flori, Greg und Reaper Entertainment hat es tatsächlich vom allerersten Moment an gefunkt. Wir hatten sofort das Gefühl, dass das eine sehr gute Zusammenarbeit wird, und inzwischen steckt da eine richtig schöne Dynamik dahinter.

Wir haben dann letztlich alles fristgerecht abgeliefert – egal ob Videos oder das Album selbst. Und ich finde, dass diese Aufgabe, also die Komplexität und der enorme Zeitdruck, uns am Ende sogar geholfen haben.

Für mich persönlich bedeutete das zum Beispiel, die Vocals so anzugehen, dass ich über mich hinausgehen musste. Ich kam extrem gut vorbereitet ins Studio, weil mir klar war: Time is money, wir haben keinen zweiten Shot. Das musste einfach sitzen – und toi toi toi, es hat geklappt.

Der Albumtitel Born From Chaos klingt vielsagend. Steckt dahinter eine bestimmte Philosophie oder Erfahrung? Fühlt ihr euch selbst „aus Chaos geboren“ – etwa, weil die Band in turbulenten Zeiten ihren neuen Weg gefunden hat – oder bezieht sich das eher auf die Welt da draußen, die aktuell ziemlich scheiße ist? Was bedeutet Born From Chaos für Dich persönlich?

Ja, es ist so eine Art Dreifaltigkeit. Wie du ja schon sagst, ist es natürlich auch ein Stück weit auf unsere Herkunft gemünzt. Wir kommen aus dem Chaos und haben genau aus diesem Chaos heraus den Schritt gewählt, uns umzubenennen, gewissermaßen die Reißleine zu ziehen und einen Neustart zu wagen. Da stimme ich dir vollkommen zu: Die Welt ist im Arsch.Das sehen wir jeden Tag, und es ist auch eine durchgehende Thematik auf dem Album. Dazu kommt natürlich das Chaos in uns selbst.

Dieses wird stark dominiert von Social Media, vom Internet und all diesen digitalen Dingen, die uns oft nicht guttun. Dabei will ich nicht wie ein Boomer klingen, der Fortschritt grundsätzlich ablehnt und alles scheiße findet – ganz im Gegenteil. Ich bin absolut pro Fortschritt, aber nur dann, wenn er sinnvoll genutzt wird. Du hast immer die Wahl: Entweder stellst du Energie für alle bereit oder du baust eine Atombombe. Es gibt immer zwei Seiten, aber bei uns Menschen dominiert leider viel zu oft die destruktive. Das sehen wir an den zahlreichen Konflikten weltweit, am Zusammenbrechen von Systemen, an wirtschaftlichen Krisen und so weiter.

Und wenn wir so weitermachen, gehen wir früher oder später den Bach runter. Das ist keine Übertreibung, sondern für mich eine ganz normale Beobachtung.

In euren neuen Songs geht ihr ja inhaltlich richtig in die Tiefe. “Sun Of A Broken God“ zum Beispiel hält der Menschheit schonungslos den Spiegel vor – es geht um untergehende Zivilisationen und unsere Verdrängung der Warnsignale. Wie wichtig ist euch diese thematische Tiefe und Ernsthaftigkeit? Versucht ihr mit eurer Musik auch Botschaften zu vermitteln und zum Nachdenken anzuregen, oder stehen am Ende doch Entertainment und Emotion im Vordergrund?

Naja, bei unseren Liveshows kennt man uns ja. Wir nehmen uns selbst nicht so ernst. Wir glauben nicht wirklich, dass wir Aliens sind – da sind wir dann doch noch relativ realistisch geblieben. Als Privatpersonen sowieso, auch wenn wir auf der Bühne in unseren Charakter schlüpfen. Bei uns steht bei der Show ganz klar das Entertainment an erster Stelle. Wir wollen die Leute unterhalten, wir wollen sie bespaßen – das ist unser Job. Deswegen auch die ganze Aufmachung. Wir wollen Spaß haben und den Menschen gleichzeitig mal eine Pause von all der Scheiße geben, die da draußen passiert.

Wenn ihr zu unseren Konzerten kommt, sollt ihr einfach eine gute Zeit haben. Und wenn ihr die Musik hört und euch wirklich darauf einlassen wollt, dann lest auch gern mal die Texte. Ich will hier nicht mit dem moralischen Hammer wedeln oder euch die Keule überziehen und sagen: Ihr müsst das jetzt alles genauso machen, wie wir das denken.

Nein. Was ich benenne, sind Fakten. Ich selbst habe auch nicht besonders viele Lösungsansätze. Ich bin kein Politiker und weiß es auch nicht besser. Was bei mir aber immer funktioniert hat, ist, in meinem eigenen Umfeld für Gutes zu sorgen. Mich wie ein Mensch zu benehmen – so wie man es in jeder Alltagssituation tun sollte.

Dass ich reflektiert bin, dass ich Fehler zugeben kann und dass ich versuche, mein Umfeld positiv zu beeinflussen – das ist mir am wichtigsten. Und wenn dieser Funke ein bisschen überspringt und Leute dadurch ins Nachdenken kommen und sagen: „Hey, er hat ja recht, ich kann das Weltgeschehen nicht verändern.“ Ich kann nicht Donald Trump anrufen und sagen: „Lass die Scheiße, Alter.“ Oder Wladimir Putin. Oder sonst irgendwen. Die geben einen Scheiß auf uns.

Aber wie gesagt: Ich kann mein Umfeld beeinflussen. Und wir haben da mittlerweile eine kleine Bubble, die über meine private Bubble hinausgeht – mit Menschen, die ähnlich fühlen wie wir, würde ich nach fünf Jahren behaupten. Ich merke das immer an den Nachrichten, die wir bekommen. Viele nehmen dieses Persönliche, das ich in den Texten und in dem einen oder anderen Song anspreche, wirklich zu Herzen und merken: Sie sind mit solchen Gedanken nicht allein.

Und deshalb noch mal: keine Moralkeule. Versucht einfach, menschlich zu sein. Denn die Menschheit wird zunehmend synthetisch – und das ist kein guter Weg. Ich glaube nicht, dass wir dafür gemacht sind.

Warum gibt es diesmal keine Coverversion? Die waren ja immer so ein kleines Trademark von Euch. Auch ein Ergebnis der Neuausrichtung?

Wir haben uns aber auch aus Zeitgründen und ganz bewusst gedacht: Hey, lass uns diesmal ein Album machen, das ein Stück weit weg von dieser Tradition geht. Es waren ja ohnehin nur zwei Alben zuvor, auf denen wir ein Cover hatten. Das hat Spaß gemacht, das war auch cool.

Aber ich denke, wir wollten diesmal einfach nur mit eigenem Material überzeugen und nicht ständig etwas neu aufwärmen und es dann als Metal-Version präsentieren. Vielleicht kommt das in Zukunft wieder, wenn wir einen richtig coolen Song finden, der in unserer DYMYTRY PARADOX-Welt funktioniert. Dieses Mal lag der Fokus ganz klar auf dem eigenen Material.

Ich bin ein bisschen enttäuscht. Ich meine, so ein Bohemian Rhapsody-Cover spielt man doch in zehn Minuten ein.

Und ich schneide mir unten alles ab, um so hoch zu liegen. Schöner Sopran – toll (lacht).

Du wirst im Pressetext zitiert: „Diese Veröffentlichung ist nicht nur ein weiterer Meilenstein – sie ist der Anfang von etwas Größerem.“ Was meinst Du damit genau?

Naja, wir wollen halt wachsen. Wenn du so viel Aufwand für eine Band betreibst, so viel Arbeit, Herzblut und alles reinsteckst, dann musst du zwangsläufig einen Plan haben, größer zu werden und zu wachsen. Und das ist uns in den letzten vier, fünf Jahren ganz gut gelungen: Schritt für Schritt weiterzugehen, immer bessere Festivals und Slots zu bekommen.

Und ich denke, das ist noch lange nicht das Ende für uns. Wir haben oft das Gefühl, dass wir selbst dann, wenn uns die Leute nicht kennen und wir auf einem Festival spielen, sie innerhalb von ein paar Songs auf unsere Seite ziehen. Dann merken sie: Das ist nicht nur Verpackung, da steckt auch wirklich etwas dahinter.

Für mich ist es wichtig – und für die Jungs auch –, dass wir weiter wachsen und noch mehr im Ausland spielen. Dymytry hat in Tschechien ja so gut wie alles erreicht. Da wurde sogar der tschechische Grammy gewonnen, also viel mehr gibt es dort kaum noch zu erreichen, zumindest was Größe angeht. Und dadurch wird der Ehrgeiz bei meinen Jungs natürlich noch einmal größer. Bei mir ist er sowieso immer auf Anschlag, ich habe da einfach Bock drauf. Keine Ahnung, dieses Gefühl wird wahrscheinlich nie aufhören: der Drang, weiterzumachen, zu touren oder was auch immer. Auch wenn es manchmal tierisch auf den Sack geht – aber so ist das eben.

Glaubst Du es wird in Zukunft schwierig den Leuten vor einer Tour diese Neuausrichtung so zu vermitteln, dass auch der Stamm der alten Fans den Weg ins Venue finden?

Ja, wir werden sehen. Ich weiß jetzt nicht, ob wir alle gecatcht haben – es ist eine sehr schnelllebige Zeit. Wir haben den richtigen Zeitpunkt ein Stück weit verpasst. Letztes Jahr kamen die neuen Shows nicht hinterher. Es ist, wie es ist.

Wir befinden uns jetzt in einer neuen Situation, und es ist längst nicht alles verloren. Wie gesagt: Wir haben schon wieder viele Leute erreicht, auch über Facebook, viele neue Gesichter. Die Leute haben uns also auf dem Schirm.

Ich merke nur, dass die Ticketverkäufe manchmal etwas schleppend sind. Ich weiß nicht, ob das an der Tatsache liegt, dass wir uns wirklich umbenannt haben, oder ob es generell an Rezession, Inflation oder ähnlichen Faktoren liegt – daran, dass die Leute einfach weniger Geld im Portemonnaie haben. Das spielt natürlich eine Rolle. Und wir sind eben nicht Metallica oder AC/DC, die zwei Jahre im Voraus für Millionen ausverkauft sind. Diese mittelgroßen und kleineren Veranstaltungen sind derzeit ziemlich zäh, das habe ich mir auch von anderen Leuten bestätigen lassen.

Deshalb: Leute, wenn ihr Bock habt, eine Band zu unterstützen, dann kauft die Tickets bitte frühzeitig. Das ist ein enormes finanzielles Risiko für alle – für den Veranstalter, für die Bands, für die Crew, also für uns insgesamt. Wir brauchen einfach einen gewissen Rückhalt von der Fangemeinde, sodass idealerweise schon im Vorfeld mindestens 50 Prozent der Location ausverkauft sind. Je früher, desto besser, damit man überhaupt kalkulieren kann.

Denn am Ende ist das hier auch ein wirtschaftliches Unternehmen, das darf man nicht vergessen. Es geht dabei nicht um Millionen, sondern ganz schlicht um die Frage: Können wir heute unsere Crew bezahlen? Du warst ja selbst schon auf einem unserer Konzerte und weißt, welcher Aufwand dahintersteckt. Wir sind mit sieben zusätzlichen Leuten unterwegs, die gemeinsam mit uns diesen ganzen Wahnsinn überhaupt erst möglich machen.

Was dürfen die Fans auf eurer kommenden Born From Chaos Tour erwarten?

Viel Freude, Emotionen, Spaß, Lautstärke, Groove und Heaviness. Wir geben Vollgas – wie immer. Eine Dymytry Paradox-Show ist stets ein schweißtreibendes Unternehmen, und genau so wird es auch bleiben.

Außerdem haben wir noch ein paar extra Schmankerl im Gepäck – also kommt vorbei und überzeugt euch selbst. Mit Space of Variations haben wir eine ganz starke Support-Band dabei. Der Drummer ist übrigens genau der Typ, der unsere neuen, schön abgespaceten Videos gemacht hat, die wir zuletzt veröffentlicht haben.

Also ja: Kommt vorbei, es ist ein verdammt geiles Package. Wir freuen uns riesig darauf und werden den Saal zum Kochen bringen – egal in welcher Stadt. Und ja: Get your fucking tickets, it’s Christmas.

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16.01.26 DE - Stuttgart / Kulturquartier
17.01.26 DE - Cham / L.A.
18.01.26 DE - Nürnberg / Hirsch
22.01.26 DE - Berlin / Frannz
23.01.26 NL - Haarlem / Patronaat
24.01.26 UK - London / The Underworld
25.01.26 UK - Manchester / The Bread Shed
28.01.26 FR - Paris / La Boule Noire
30.01.26 DE - Leipzig / Hellraiser
31.01.26 DE - Herford / Kulturwerk
06.02.26 DE - Essen / Turock
07.02.26 DE - Bremen / Tower
13.02.26 DE - Aschaffenburg / Colos-Saal
14.02.26 DE - München / Backstage Halle
15.02.26 CH – Pratteln / Z7




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