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INVICTUS – Nocturnal Visions (2026)

(10.036) Phillip (8,3/10) Death Metal


Label: Memento Mori/ Me Saco Un Ojo Records
VÖ: 26.01.2026
Stil: Death Metal






Japan, Klappe die Zweite für mich diesen Monat. Allerdings stilistisch auf einer komplett anderen Baustelle unterwegs. Logo und Plattencover deuten es bereits an, die Aufteilung der Veröffentlichung bestätigen dann die Erwartung. Während Memento Mori für die CD- Veröffentlichung zuständig ist, zeichnet sich Me Saco Un Ojo Records für Digital- und Vinyl verantwortlich. Das Spezialgebiet für Tapes im Death Metal alter Schule ist das Domizil von Iron Fortress Records. Es dürfte also klar sein, was hier die Erwartungshaltung ist: satter Death Metal mit einer hoffnungsvollen Prise japanischer Identität.

Nach einem wunderbar kurzen Intro rumpelt der tief baggernde Bass auch direkt zu der zu beackernden Baustelle. Das Dreiergespann stellt sehr schnell klar, dass mit ihnen kein Innovationspreis zu gewinnen ist. Hier geht es riff-orientiert in mittigem oder gehobenen Tempo zur Sache. Keine Schnörkeleien oder sphärisch verklärten Synthiespielereien, nur drei Leute und ihre Instrumente und Röchelorgane. Handarbeit wird großgeschrieben! Abyssal Earth Eradicates und Altar of Devoted Slaughter sprechen sofort eine deutliche Sprache, warten aber auch mit spieltechnischen Kleinoden auf, die für dezente Aha-Momente sorgen.

Die Nackenmuskulatur wippt sich jedenfalls automatisch auf Betriebstemperatur für den ehrlich gearbeiteten Death Metal von Invictus und wird belohnt mit einem Rifffeuerwerk, dass zuweilen an Death oder Demolition Hammer erinnert, zum Beispiel in Persecution Madness. Wenn hier überhaupt Kritik angebracht werden kann, dann weil die ganze Nummer ultra-amerikanisch klingt und die erhoffte japanische Identität etwas zu kurz kommt. Das ist jedoch nur meine eigene fehlgeleitete Erwartungshaltung gewesen und sagt wenig bis Garnichts über die durchweg hochklassige Qualität dieses Trios aus Nagano aus.

Denn der Sound ist charmant matschig, die gute Art, die sagt, dass hier keine künstliche Korrektur vorgenommen wurde und die Mundwinkel vor Freude nach unten zieht. Ästhetisch vergleichbar mit den Finnen Morbific, nur dass der Schleim hier durch Staub und Asche ersetzt wurde. Hört euch die Kickdrum in Wandering Ashdream an und ihr habt eine Ahnung davon, was ich meine. Was Takehito Seki hier an Tönen aus sich heraus kotzt, ist meist recht eindimensional, aber extrem satt und wunderbar mittig in den Sound platziert und wenn dann doch mal ein etwas höherer Schrei kommt, geschieht das erfrischend unerwartet. So geht songdienliches Growling!

Mit Frozen Tombs geht es verhältnismäßig melodisch in die letzten beiden Songs eines sehr gleichförmigen Albums, das zwar wenig Abwechslung bietet aber durchgängig Spaß macht! Mit dem Schluss- und Titelsong Nocturnal Visions zeigen Invictus in überwältigenden acht Minuten nochmal alles, was sie haben: Monströse Grooves, mächtige Riffs, monolithische Growls und eine Kickdrum, die klingt, als wäre die eigene Magengrub ein Sandsack für Naoya Inoue. Sogar ein kleines Solo wird hier spendiert bevor die finale Groove-Abrissbirne Fahrt aufnimmt!

Im Fazit also ein amtliches Brett, was Invictus da gezimmert haben, ohne den oder die herausragenden Überflieger im Album, allerdings mit durchweg hohem Unterhaltungswert und ausgesprochen kongruenter Qualität. Einer höheren Bewertung steht dann auch der Gesang im Wege. Dieser ist zwar ebenso passend und songdienlich, lässt jedoch den ehrlichen Mitgrölfaktor vermissen. Dienst nach Vorschrift quasi. Gut, aber nicht bemerkenswert oder herausragend. Dennoch: ein kleines Highlight und ein herrlicher Start ins noch junge Death Metal-Jahr!

Anspieltipps:
💫 Lucid Dream Trauma
💀 Persecution Madness
💥 Nocturnal Visions


Bewertung: 8,3 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Intro 
02. Abyssal Earth Eradicates 
03. Altar of Devoted Slaughter
04. Lucid Dream Trauma
05. Persecution Madness
06. Dragged Beneath the Grave
07. Wandering Ashdream
08. Frozen Tomb
09. Nocturnal Visions



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